Harro haut Rhein

Parallel zu Chris Leys Paddelsurf-Weltrekordversuch läuft derzeit eine lustige Rheinaktion der ProSieben-Wissenssendung Galileo. “Extremreporter” Harro Füllgrabe will „den Vater aller deutschen Flüsse für sich erobern. Auf dem Rhein will der “Galileo”-Abenteurer innerhalb einer Woche quer durch die Bundesrepublik schippern. Start der Reise ist Weil am Rhein, Ziel Emmerich an der holländischen Grenze. Auf seiner 680 Kilometer langen Fahrt darf der Reporter sich von Schiffen, Booten, Frachtern und Wassergefährten aller Art transportieren lassen – und auch von Ufer aus gezogen werden, z.B. mit einem Fahrrad. Aber: Der “Galileo”-Weltenbummler darf jedes Gefährt nur einmal für höchstens 100 Kilometer verwenden. Harro Füllgrabe muss auf dem Rhein reisen und auf dem oder direkt am Wasser essen und schlafen. “Galileo” berichtet jeden Abend ab 19:05 Uhr über seine neusten Erlebnisse.

Um die Herausforderung zu meistern ist Harro Füllgrabe auf die Hilfe seiner Fans angewiesen. Über Facebook erfahren die jederzeit, wie der Abenteurer die letzte Etappe hinter sich gebracht hat, wo er gerade ist und was er braucht.“ Das trifft zu, wie rheinsein bestätigen kann: während der Paddelsurfweltrekordanwärter Ley vom Social Media-Radar verschwunden ist, lädt das Team von  TV-Reporter Füllgrabe zahlreiche Bilder des “verrückten Harro” auf diversen Rheinfahrzeugen ins Netz. Abends dann wohl auch im Fernsehen:

“Harro, hau Rhein!” – Die “Galileo”-Sommeraktion von Montag, 26. bis Freitag, 30. August 2013 um 19:05 Uhr auf ProSieben.

Weltrekordversuch mit Übermensch-Methode

Polyfasische Schlafmuster und Übermensch-Methode: es läuft seit heute mal wieder ein Weltrekordversuch auf dem Rhein. Ein solcher braucht nicht nur monatelange Vorbereitung, sondern, um von den Medien wahrgenommen zu werden, vor allem einen Slogan: „Erfolgreich auf der Welle deines Lebens!“ lautet der von Chris Ley, der auf einem sogenannten Stand Up Paddle Board (SUP), einer Art Surfbrett, den Rhein „von der Quelle bei Chur“ (wie der WDR recht großzügig berichtet) bis zur Mündung bei Hoek van Holland in sieben Tagen und Nächten stehend mit einem Stechpaddel bewältigen möchte. Das wäre die schnellste Zeit, in welcher die Distanz offiziell von einem Paddler durchmessen wäre.

Stand Up Paddling gilt unseren Medien als „Trendsport aus Hollywood“. Die Ursprünge des Sports, weiß Wikipedia, seien tahitisch bzw hawaiianisch: Hoe he’e nalu lautet die hawaiianische Bezeichnung für das Stehendpaddeln auf dem Brett. Das allerdings als langwieriger gilt als das Paddeln etwa im Kajak.

Leys Start ins Weltrekordabenteuer war heute (geplant für 6.30 Uhr) irgendwo in Chur. Sein Brett sollte geeignet sein, die Schnellen des Alpenrheins gleichsam surfend zu bewältigen. Das Tagebuch des Rekordversuchs gibt für heute noch keine Auskünfte über den Start und die ersten Kilometer. Überhaupt ist der letzte Eintrag bereits drei Tage alt. Etwas näher am Geschehen sind Leys Facebook-Einträge. Ob die im Vorfeld antrainierte „Übermensch-Methode“ (nämlich pro Rekordversuchtag nur zwei Stunden zu schlafen und ansonsten durchzupaddeln), dem Sportsmann wirklich Zeit freischaffen wird, noch Tagebuch zu führen, werden wir jedenfalls mit nicht geringem Interesse verfolgen. Auch ein Kitetracker auf Leys Website, mit dem seine Position (“rheinchallenge”) zu verfolgen sein soll, liefert derzeit keine Daten.