Presserückschau (März 2018)

1
Rheinöl
“Die Firma Rhein Petroleum will (…) im Herbst im Oberrheingraben an neuer Stelle nach Öl suchen. Wie ein Unternehmenssprecher (…) sagte, soll im nordbadischen Weingarten (Kreis Karlsruhe) 750 Meter tief gebohrt werden. Mit der Genehmigung von den Bergbehörden werde in diesen Tagen gerechnet. Bei Riedstadt in Südhessen fördert Rhein Petroleum seit Januar pro Woche etwa 66 000 Liter Öl. Die zwei Tank-Lkw fassende Menge werde in der Karlsruher Raffinerie verarbeitet. (…) 2016 hatte Rhein Petroleum nördlich von Karlsruhe bei Graben-Neudorf zur Probe gebohrt. Dort wurde allerdings nicht ausreichend Öl gefunden.” (Welt)

2
China am Rhein
“Der Einstieg des chinesischen Autobauers Geely als größter Aktionär bei Daimler sorgte für Aufruhr in der ersten Hälfte der Woche. Am Rhein dagegen ist China schon viel länger angekommen – und wächst weiter rasant. Düsseldorf ist der dynamischste Chinastandort in Deutschland. 520 chinesische Firmen, Global Player genauso wie innovative mittelständische Unternehmen, haben sich mittlerweile für die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt entschieden.” (Rheinische Post)

3
Schiersteiner Brücke
“Der Abriss der alten Schiersteiner Brücke ist in vollem Gange. (…) Ein 120 langes und 1100 Tonnen schweres Teilstück des alten Bauwerks wird derzeit regelrecht herausgesägt und die Fahrbahn durchtrennt. Von unten wird das Teilstück von vier Säulen auf einem Ponton getragen und später ans Ufer gebracht – „Ausschwimmen“ lautet der Fachausdruck dafür. (…) Bei 1,3 Kilometern Gesamtlänge der Brücke wird damit fast ein Zehntel des gesamten Bauwerks auf einmal demontiert. Eine ähnliche Aktion soll es später auch noch für den Mombacher Teil der Brücke geben. Im November war mit dem Abriss begonnen worden. Bis zum Herbst (…) soll die Demontage abgeschlossen sein und mit dem Neubau begonnen werden. Derzeit fließt der Verkehr über die bereits fertige südliche Brückenhälfte.” (Allgemeine Zeitung)

4
Festgefrorener Hund
“Ein Zeuge hat am (…) die Polizei alarmiert, weil auf einem im Rheinhafen Niehl liegendem Schiff (…) ein verwahrloster Golden Retriever bei Minusgraden in seiner Hundehütte lag. Die eingesetzten Wasserschutzpolizisten konnten an Bord niemanden außer dem Vierbeiner antreffen. Der Hund war mit seinem Fell am Deck angefroren und konnte sich nicht mehr bewegen. Zur Rettung des Vierbeiners rückte die Feuerwehr an. Sie befreiten ihn aus seiner Hütte, legten ihn mit einer Decke in eine Transportbox und zogen ihn mit einem Kran hoch an Land. Jetzt hat der Golden Retriever eine warme Unterkunft im Tierheim bezogen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

5
Rhein-Reisespiel
“Die Vorstellung, die Rheinspiele hätten ihren Ursprung in Deutschland, hat etwas für sich. Zumal es in Mainz mit der Firma Jos. Scholz schon Mitte des 19. Jahrhunderts einen qualitätsvollen Spieleverlag gab. Doch weit gefehlt: Die Anfänge der Rhein-Reisespiele liegen auf der britischen Insel. In London nämlich erschien bereits im Jahre 1815 „Wallis’s Game of the Panorama of Europe“. Dieses frühe Reise-Brettspiel zeichnet die klassische Bildungsreise des Adels und des Bürgertums nach, die die Touristen im 18. und 19. Jahrhundert fast immer entlang des Rheins zumeist in die Schweiz oder nach Italien führte. In dem Spiel verläuft die Route quer durch Europa in 36 Städte von Oporto (Porto) über Amsterdam, Wien, Konstantinopel, St. Petersburg und Stockholm bis nach London, wobei die Einzelfelder mit kleinen Veduten der Reisestationen und Sehenswürdigkeiten ausgefüllt sind. Unter den Städten des Deutschen Bundes, in denen laut Spielplan Halt gemacht werden kann, findet tatsächlich auch immerhin ein rheinischer Ort Berücksichtigung: Die Stadt Bonn („… a beautiful town, the streets are wide…“) wurde – platziert zwischen Osnabrück und Leipzig – damit zum ersten Repräsentanten des Rheinlands in der europäischen Kulturgeschichte des Spiels.” (Allgemeine Zeitung)

6
Punk-Rock
“Auf dem Rhein wird es (…) laut und rockig. Das Sojus 7 veranstaltet erstmalig eine Punk-Rock-Bootstour mit der MS Beethoven vom Monheimer Schiffsanleger den Rhein hinauf bis Bonn und zurück. (…) Während der etwa sechsstündigen Fahrt sorgen insgesamt acht Punk-Rock Bands für eine ausgelassene Festival-Stimmung. Mit an Bord sind Singer-Songwriter TV Smith, die Band Diva Kollektiv aus Berlin, die Johnny Reggae Rub Foundation, die Düsseldorfer Joseph Boys, die Band Kwirl, die Monheimer Punkrocker von Johnny Eklat & das Rebell Kartell und die Monheimer Liedermacher Flaschenkindær.” (Lokalkompass)

7
Wolf
“In Duisburg ist ein Wolf gesichtet worden. Eine Wildkamera hat das Tier (…) in der Rheinaue in Walsum gefilmt. “Mit hoher Wahrscheinlichkeit”, so das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv), handelt es sich um dasselbe Tier, das am 24. Februar in Hünxe und zuvor in Rees gesichtet worden war. Damit gibt es in Nordrhein-Westfalen seit Jahresbeginn vier amtlich bestätigte Wolfssichtungen.” (WAZ)

8
Trinkwasser-Düker
“Die Rhein-Energie verlegt (…) voraussichtlich bis zum Oktober 2019 eine neue Trinkwasser-Transportleitung in Poll und Westhoven. Die Arbeiten sind Teil des Vorhabens, das links- und rechtsrheinische Trinkwassernetz miteinander zu verbinden. Geografisch und historisch bedingt sind beide Versorgungsgebiete bislang voneinander getrennt. Nun baut die Rhein-Energie einen Leitungstunnel unter dem Rhein zwischen Marienburg und Poll. Das Unternehmen teilt mit, die Investition diene einer qualitativ hochwertigen Trinkwasserversorgung für die nächsten Jahrzehnte. Die Verbindung der beiden Wassernetze ermögliche in Zukunft eine gleichmäßige Auslastung des gesamten Versorgungssystems. Dies werde sich für die Kunden vor allem im Linksrheinischen besonders an heißen Tagen mit hohem Wasserbedarf auszahlen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

9
Minerva am Rhein und Main
“Das Interesse an den Idealen und Ritualen der Freimaurer scheint in Alzey und Umgebung recht groß zu sein. Zu den Gästeabenden der Loge „Minerva am Rhein und Main“ kommen jedenfalls immer so viele Besucher, dass der Saal im Schafhäuser Gemeindehaus (…) gut gefüllt ist. (…) „Minerva am Rhein und Main“ (…) gehört der Großloge „Humanitas“ an, die seit 1959 Männern und Frauen gleichermaßen ein Zuhause bietet. Die erste Vereinigung mit dem Namen „Minerva“ wurde 1967 gegründet und 1990 aus personellen Gründen „schlafen gelegt“. (…) 2013 fanden sich die notwendigen sieben Meister zusammen, um die Loge wiederzubeleben. Ihr gehören jetzt 13 „Meister“, zwei „Gesellen“ und zwei „Lehrlinge“ an, die sich monatlich einmal in Schafhausen zur Tempelarbeit treffen. Die Bezeichnungen aus dem Berufsfeld der Handwerker erinnern an die Geschichte der Freimaurer, die ihren Ursprung in den sogenannten Bauhütten der Steinmetze und Dombauer des Mittelalters haben. Aus diesen Anfängen stammen auch die Symbole und Werkzeuge, die bei den Ritualen eine Rolle spielen. (…) So symbolisiere der 24-zöllige Maßstab die Stunden eines Tages; der Proband könne mit diesem Werkzeug lernen, seine Zeit mit Weisheit einzuteilen. Wie er das tue, sei ihm selbst überlassen, oder um es mit einem Ausdruck aus dem Vokabular der Freimaurer zu beschreiben: „Jeder bearbeitet seinen eigenen Stein“.” (Allgemeine Zeitung)

10
Lorely
“Das Versteigerungsunternehmen Veiling Rhein-Maas in Herongen hat seine erste Tulpentaufe begangen. Der Anlieferer Litjens Tulpen hat gemeinsam mit seinem Kunden Mat Dings und Lisa Smit, dem niederländischen Tulpenmädchen des Jahres, sowie Veiling Rhein-Maas die neue Tulpensorte “Lorely” im Foyer der Versteigerung offiziell getauft. Auch für Lisa Smit war es die erste offizielle Tulpentaufe. “Die insbesondere für den deutschen Markt produzierte Tulpe ,Lorely’ begeistert mit großen und eindrucksvollen Blüten mit einer auffälligen Färbung Rosa-Weiß und einer langen Haltbarkeit”.” (Rheinische Post)

11
Rhein als Delaware
“Felicitas Hoppe weiß einfach ziemlich viel. Mit Blick auf den Rhein fragt sie ihr Publikum, ob es ihm bekannt sei, wo das (zumindest in den USA) berühmte Gemälde „Washington überquert den Delaware“ entstanden sei? Kunstpause. Dann das: Hier am Rhein – gut, nicht in Köln, aber immerhin nah dran. Emanuel Leutze habe diese Szene aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg im Düsseldorfer Atelier gemalt. „Wenn man sich diese rheinischen Jungs vorstellt, die ihm da Modell gesessen haben“, sagt Hoppe und lässt den Satz verklingen. Und dann ist der Delaware in Wahrheit der Rhein. Muss man nicht wissen. Aber schön ist, das zu wissen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

12
Rheintote
“Ein 17-jähriger Radfahrer ist in der Mannheimer Innenstadt in den Rhein gestürzt und gestorben. Nach ersten Ermittlungen soll der junge Matrose aus Holland mit seinem Fahrrad (…) im Handelshafen auf dem Weg zum Einkaufen gewesen sein (…). Dabei streifte er vermutlich das Gleis eines Hafenkrans, verlor die Kontrolle über sein Rad und stürzte über die etwa fünf Meter hohe Kaimauer in den Rhein. Möglicherweise prallte er gegen die Mauer oder ein dort befestigtes Boot, hieß es. Eine Schiffsbesatzung entdeckte den leblosen Körper und alarmierte die Rettungskräfte. Die Feuerwehr konnte den 17-Jährigen nur noch tot bergen.” (Rhein-Neckar-Zeitung)

“Rettungskräfte haben im Süden von Düsseldorf eine weibliche Leiche aus dem Rhein gezogen. (…) Die Frau ist noch nicht zweifelsfrei identifiziert.” (Rheinische Post)

“Eine Wasserleiche ist (…) von der Feuerwehr aus einem Rhein-Seitenarm bei Ottenheim, südlich der dortigen Kiesgrube, geborgen worden. Ein Kanufahrer war auf den Fund aufmerksam geworden und hatte (…) die Polizei verständigt (…). Die Bergungsaktion mit einem Schlauchboot, an der 16 Einsatzkräfte der Feuerwehr Schwanau beteiligt waren, dauerte etwa eine Stunde. Im Anschluss nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen auf. Die Polizei bestätigt, dass es sich um eine männliche Leiche handelt.” (Lahrer Zeitung)

Presserückschau (November 2016)

1
30 Jahre Sandoz-Katastrofe
“In der Nacht auf den 1. November 1986, kurz nach Mitternacht, ereignete sich die schlimmste Katastrophe in der Geschichte der Basler Pharmaindustrie: In der Lagerhalle 956 des Chemiekonzerns Sandoz (heute Novartis) brach ein riesiges Feuer aus.
Am Morgen heulten die Katastrophensirenen in Basel zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Menschen durften ihre Häuser nicht verlassen und wurden mit Polizeidurchsagen aufgefordert, ihre Fenster zu schliessen und Radio zu hören. Über 1300 Tonnen hochgiftige Chemikalien verbrannten in jener Nacht. Die Flammen und der orangegefärbte Himmel waren in der ganzen Region sichtbar. (…) Um 5 Uhr am Morgen hatten die Feuerwehrleute den Brand im Griff. (…) Das Löschwasser wurde vom Brandort mitsamt 20 Tonnen Chemikalien direkt in den Rhein geschwemmt. Der Fluss verfärbte sich rot, es kam zum grossen Fischsterben. Bis zur Nordsee war das Wasser vergiftet. Die gesamte Aalpopulation auf einer Länge von 400 Kilometern wurde ausgelöscht. (…) Das frische Wasser aus den Alpen spülte den Strom durch und die meisten Organismen konnten sich innerhalb einiger Monate erholen. (…) Doch der Dreck ist immer noch da. Nach 30 Jahren sind immer noch Spuren des Pestizides Oxadixyl im Boden messbar. (…) 2017 soll entschieden werden, ob die Messungen weitergeführt oder abgeschlossen werden, oder ob zusätzliche Massnahmen zur Bodensanierung vorgenommen werden müssen.” (Blick)

“Sandoz war ein Unglück, in gewisser Hinsicht aber auch ein Glücksfall. Das Bewusstsein für Umweltschutz stieg, Industrie und Politik wurden wachgerüttelt. Ich habe 1971 angefangen zu fischen. Damals roch man den Rhein, bevor man ihn sah. Als ich meinen ersten Fisch nach Hause brachte, sagte meine Mutter: Den essen wir nicht. Die Situation hat sich gebessert. Sandoz war aber ein gewaltiger Einschnitt. Die Äsche, die ganz empfindlich ist, war zum Beispiel schlagartig weg – der Bestand hat sich nie erholt. (…) Sandoz hat die Fischer hart getroffen. Es ging zwei Jahre, bis man wieder fischen konnte.” (Hans-Dieter Geugelin im Interview mit der Badischen Zeitung)

2
Eierstöcke
“Das größte Problem des Rheins sind mittlerweile die diffusen Schadstoffeinträge. Fast alle Pflanzenschutzmittel und gut die Hälfte der Schwermetalle, die im Fluss nachgewiesen werden können stammen aus diffuse Quellen. (…) Es machen sich mehr und mehr Hormone, Antibiotika, Schmerzmittel oder übermäßiges Blutfett, im Oberflächenwasser breit. Ein Teil dieser Wirkstoffe scheidet der Körper unverändert aus und es gelangt so ins Abwasser und in die Flüsse. Obendrein werfen viele Menschen überzählige Pillen in das Abwasser. Prof. Dr. Frank Sirocko vom Institut für Geowissenschaften der Universität Mainz verweißt auf männliche Fische in Flüsse, denen Eierstöcke wachsen. Menschen scheinen noch nicht darunter zu leiden, denn im Trinkwasser sind die Dosierungen bislang zu gering für einen nachweisbaren Effekt.” (report-K)

3
Berliner Mauer
“Wegen des Hochwasserrückhalteraum Bellenkopf/Rappenwört, das voraussichtlich 186 Millionen Euro kosten wird, streitet man derweil schon seit Monaten teilweise leidenschaftlich über die Knackpunkte: In Karlsruhe treibt Bürger vor allem das Vorhaben um, das an den Rhein grenzende Rheinstrandbad bei Daxlanden – ein beliebtes Erlebnisbad mit Rutsche – mit einer vier Meter hohen stählernen Spundwand zu „ummanteln“. Eine solche Wand ist auch für das angrenzende, in den 1930-er Jahren im Bauhausstil gebaute Naturschutzzentrum Rappenwört geplant. Erst im Sommer nannte Robert Mürb, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Oberrheinischer Waldfreunde, das Vorhaben eine neue Berliner Mauer.” (Stuttgarter Nachrichten)

4
Frankfurt am Rhein
“Kalkutta liegt am Ganges, Paris liegt an der Seine, und irgendwo am Vater Rhein liegt plötzlich Frankfurt/Main.“ So muss man den ollen Schlager von Vico Torriani selig wohl künftig singen. Und in der Commerzbank-Arena, pardon: Natürlich im Waldstadion schallt es künftig von den Rängen: „Eintracht vom Rhein, nur du sollst heute siegen…“ (…) Heutzutage befragt doch jedes Kind und jeder Weltreisende Google zum Beispiel danach, welcher Fluss da gerade an einem vorbeimäandert, während man am Ufer die Seele baumeln lässt, den Kölner Dom im Rücken. Wie also kommt der Rhein hier in den Main? Ganz einfach: Weil ein Online-Reisevermittler offensichtlich einen kleinen Vogel hat. „TravelBird“ heißt das niederländische Unternehmen. Und weil das Internet nun mal ein Dorf ist und Sydney von Santiago de Chile nur ein Klick entfernt, haben sich die Reisevögel aus Amsterdam halt mal im Fluss vertan. Ist nicht so schlimm.” (Frankfurter Neue Presse)

5
Nippeser Volksgarten
“Dass zwischen Nippeser Tälchen und Schillstraße einst ein Weiher lag, ist heute fast in Vergessenheit geraten. Dieser war aus einer ehemaligen Rheinrinne entstanden, maß etwa 300 Meter in der Länge und 20 Meter in der Breite und wurde vom Grundwasser gespeist. Belegt ist der Teich, der mal größer, mal kleiner war, seit dem 13. Jahrhundert, vermutlich gab es ihn aber schon zur Römerzeit. Lange wurde der Weiher nur als Fischteich genutzt, mitunter brachen im Winter Brauereien Eis aus dem vereisten Gewässer heraus, um ihr Bier zu kühlen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

6
Bürgerliche Kampfschrift
“Die Deichwächter haben ein Buch zur Düsseldorfer Rheinlandschaft herausgebracht. Es dokumentiert deren Schönheit, widmet sich aber vor allem ihrer ständigen Bedrohung – durch ehrgeizige Planer und die Politik. (…) Und so führt das Buch auch durch eine selbst den meisten Düsseldorfern unbekannte Landschaft, die aus Löwenzahn, Storchenschnabel, aus dem Frühlingshungerblümchen dem Wiesenfuchsschwanz und dem Knaulgras besteht. Eine Miniatur-Welt, die das Biotop Rheinwiese bildet, die Grüne Lunge der Stadt Düsseldorf. Der Leser erfährt aber auch, wie die Menschen sich dem Fluss genähert haben und weiter nähern. Die Autoren beschreiben lohnende Ausflugsziele, architektonische Höhepunkte und widmen den Düsseldorfer Brücken ein Kapitel. Sie dokumentieren den Bau der Rheinuferpromenade und des Medienhafens und würdigen noch einmal den Schäfer Gerhard Siegfried, der jahrelang mit seiner Herde von Heerdt nach Lörick zog und 2015 verstarb.” (Rheinische Post)

7
Leistungsfähigerer Rheinkorridor
“„Der Rhein – die europäische Wasserstraße“ war das Leitmotiv der dritten Rheinanliegerkonferenz, auf der Politiker und Experten aus der Hafen- und Logistikbranche in den Düsseldorfer Rheinterrassen über Zukunft des Rheinkorridors für die Transport- und Logistikketten diskutierten. (…) Die Verkehrsminister der Rheinanliegerländer forderten zum verstärkten Ausbau des Rheins als Europas bedeutendste Verkehrs- und Wirtschaftsachse, dass die Infrastrukturprojekte des aktuellen Bundesverkehrswegeplans zügig umgesetzt werden müssten. So seien zur Steigerung der Transportkapazitäten auf dem Rhein vor allem bei Niedrigwasser die Beseitigung von Hindernissen und Untiefen in der Fahrrinne schnellstmöglich anzugehen. Dazu müsse das Planungspersonal der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) projektorientiert, das heißt räumlich und zeitlich konzentriert, eingesetzt werden.” (Bundesverkehrsportal)

8
Nilgans
“Die Nilgans, deren ursprüngliche Heimat die afrikanische Fluss- und Binnenseenlandschaft ist, breitet sich in den letzten Jahren immer stärker in Europa aus. Sie gilt als sehr erfolgreiches Neozoen, welches zunehmend heimische Arten aus deren Lebensraum verdrängt. Über die Niederlande und Belgien, wo die Nilgans in Parks und Vogelgehegen gehalten wird, hat sich die Nilgans ausgewildert und verbreitet sich nun sprunghaft, vor allem entlang der Flusslandschaft des Rheins (Südkurier)

9
Seidenstraße
“Die Neue Seidenstraße endet in Duisburg – und somit in unmittelbarer Nachbarschaft des Rhein-Kreises. Gemeint ist die Schienenverbindung, auf denen Güterzüge mehrmals pro Woche Waren von China nach Europa bringen – und umgekehrt. Die Transportzeit gegenüber dem Schiff wird halbiert, die Preise für Luftfracht deutlich unterboten. Die Neue Seidenstraße ist ein Lieblingsprojekt der chinesischen Regierung, insbesondere von Staatspräsident Xi Jinping, der 2014 eigens nach Duisburg reiste, um den ersten chinesischen Handelszug am Rhein zu begrüßen.” (Rheinische Post)

10
Wilde Schafsjagd
“Eine Herde von 30 Schafen hat (…) von der französischen Seite aus den Rhein in der Nähe des Altenheimer Hafens schwimmend überquert und damit einen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Vier der Tiere habe die freiwillige Feuerwehr Neuried mit ihrem Mehrzweckboot retten müssen, berichtete (…) der Pressesprecher der freiwilligen Feuerwehr Neuried. Zwei Schafe konnten die 15 Feuerwehrleute am Wehr in Richtung Kehl nur noch tot bergen. Wieso die Tiere den Rhein überquert haben sei noch nicht bekannt.” (Baden Online)

Oder anders gezählt: “Vier der sechs Tiere konnten die Feuerwehrleute lebend an Land bringen, zwei davon mussten von einer herbeigerufenen Tierärztin wegen mehrerer Knochenbrüche noch am Einsatzort eingeschläfert werden. Außerdem fand die Feuerwehr auf dem Rhein noch zwei weitere tote Tiere.” (Badische Zeitung)

11
Reifenfriedhof
“In einer gemeinsamen Aktion haben die Stadtverwaltung und die Mondorfer Niederlassung des Wasser- und Schifffahrtsamts Köln jetzt zahlreiche Autoreifen beseitigt, die kürzlich im Rhein zwischen Rheidt und Niederkassel-Ort entdeckt worden waren. „Acht Mitarbeiter des städtischen Bauhofs und des Wasser- und Schifffahrtsamtes haben einen ganzen Arbeitstag benötigt, um rund 150 Reifen aus dem Schlamm des Uferbereichs zu bergen, das sind etwa 80 Prozent der Altreifen, die dort vermutlich liegen“, schildert der städtische Beigeordnete Sebastian Sanders. Auf welche Weise die Reifen an das Niederkasseler Rheinufer gelangt sind, konnte bislang nicht geklärt werden. „Von der Lage der Reifen spricht aber einiges dafür, dass ein Großteil angeschwemmt wurde“, so Sanders. „Der Bereich ist vom Land aus nur schwer zugänglich, wir halten es deshalb für unwahrscheinlich, dass jemand alte Reifen in größerem Stil vom Land aus in den Fluss entsorgt hat.“” (Kölner Stadt-Anzeiger)

12
Rheintoter
“Der Mannheimer Grünen-Politiker Wolfgang Raufelder ist tot. Der 59-Jährige war Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg. Von Polizei und Staatsanwaltschaft hieß es, seine Leiche sei am Montagmorgen in Brühl bei Mannheim gefunden worden. Ein Passant hat sie am Rheinufer entdeckt. (…) Die Polizei geht von einem Suizid aus. Die Obduktion habe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden ergeben. Nach Informationen der “Bild”-Zeitung soll Raufelder in Flammen gestanden haben. Seine Leiche sei weniger Meter von seinem Fahrzeug entfernt gefunden worden.” (n-tv)

Ein gewaltiges, geschlossenes Siedlungsgebiet vom Rhein bis zum Kongo

“Rein territorial angesehen, verschwindet der Flächeninhalt des Deutschen Reiches vollständig gegenüber dem der sogenannten Weltmächte. Man führe ja nicht England als Gegenbeweis an, denn das englische Mutterland ist wirklich nur die große Hauptstadt des britischen Weltreiches, das fast ein Viertel der ganzen Erdoberfläche sein eigen nennt. Weiter müssen wir als Riesenstaaten in erster Linie die amerikanische Union, sodann Rußland und China ansehen. Lauter Raumgebilde von zum Teil mehr als zehnfach größerer Fläche als das derzeitige Deutsche Reich. Und selbst Frankreich muß unter diese Staaten gerechnet werden. Nicht nur, daß es in immer größerem Umfang aus den farbigen Menschenbeständen seines Riesenreiches das Heer ergänzt, macht es auch rassisch in seiner Vernegerung so rapide Fortschritte, daß man tatsächlich von einer Entstehung eines afrikanischen Staates auf europäischem Boden reden kann. Die Kolonialpolitik des heutigen Frankreichs ist nicht zu vergleichen mit der des vergangenen Deutschlands. Würde sich die Entwicklung Frankreichs im heutigen Stile noch dreihundert Jahre fortsetzen, so wären die letzten fränkischen Blutsreste in dem sich bildenden europa-afrikanischen Mulattenstaat untergegangen. Ein gewaltiges, geschlossenes Siedlungsgebiet vom Rhein bis zum Kongo, erfüllt von einer aus dauernder Bastardisierung langsam sich bildenden niederen Rasse.”

(aus Adolf Hitler: Mein Kampf, 855. Auflage 1943)

Gorinchem: eine Route voller Gefahren (2)

(…) Auch die beiden Natursteinskulpturen, von denen die heutige Fähre imgorinchem_5Gorinchemer Hafen bewillkommnet wird, standen da noch nicht herum, als Hugo de Groots Bücherkiste eintraf. Trotzdem gibt es mit diesem Befürworter der Meeresfreiheit eine gewisse Bewandtnis, wo doch die Meeresfreiheit grundlegend war für den weltweiten Aufschwung der meeresfahrenden Republik der Niederlande. Wie die Texttafel zu ihren Füssen schon vermuten lässt, sind die zwei ulkigen Figuren koreanischer Herkunft. Koreanische Orte werden traditionell von solchen Schutzgeistern vor Unheil bewahrt. Ihre Anwesenheit an der Pforte der alten Kleinstadt in der Provinz Zuid-Holland will aber nicht auf eine besondere Beziehung zu heutigen Firmen wie Hyundai, Samsung oder LG hindeuten. Die geht nämlich genau auf jene Zeit zurück, als die niederländische Seeflotte die Weltmeere beherrschte. Gorinchem ist der Geburtsort des nebst Guus Hiddink wohl berühmtesten Niederländers in Südkorea: Hendrik Hamel (1630-1692). gorinchem_6Hier ist er immer noch relativ unbekannt, in Korea aber muss man als Niederländer immer darauf gefasst sein, von neuen Bekanntschaften auf Hamel angesprochen zu werden, und auch nicht von ungefähr: Als erster hat er, wenn auch relativ ungewollt, den Westen bekannt gemacht mit dem Land, das sich im 17. Jahrhundert nach verheerenden Erfahrungen mit zuerst dem japanischen, daraufhin dem chinesischen Mandschu-Nachbar, von der Welt abgeschottet hatte.
1653 als Buchhalter des Schiffes Sperwer von Batavia, dem heutigen Djakarta, zum niederländischen Handelsposten Deshima in Japan unterwegs, musste Hamel miterleben, wie das Schiff bei schlechtem Wetter an der Felsenküste einer Insel zerschellte. Das war die koreanische Insel Jeju, den Niederländern als Quelpart bekannt, wenn auch nur zum Verproviantieren betreten. Die 36 Überlebenden der insgesamt 64 Besatzungsmitglieder wurden schon bald von koreanischen Soldaten aufgegriffen und unter Gefangenschaft gestellt, und hätten Korea eigentlich nie mehr verlassen dürfen. Im Laufe der Jahre verstarben die meisten; nur Hamel und sieben seiner Schicksalsgenossen schafften es 1666 vom heutigen Yeosu heraus die Flucht zu ergreifen, woraufhin dank japanischer Vermittlung auch sieben der acht noch in Korea Zurückgebliebenen in Freiheit gestellt wurden. Der Achte soll sich (als einziger) nicht von seiner koreanischen Ehefrau und Kindern haben trennen lassen wollen.
Die Geschichte wäre ohne Folgen geblieben, hätte nicht die niederländische Handelsgesellschaft VOC der Truppe einen ausführlichen Bericht zu ihren Erlebnissen abverlangt. Der wurde dann von Hamel erstellt, und irgendwie, eigentlich wider Willen des Auftraggebers, wurde der Text dann auch veröffentlicht. Zu beachtlichem Erfolg: Das Buch erzielte mehrere niederländische Editionen, sowie auch französische, deutsche und englische Übersetzungen. Bis ins 19. Jahrhundert war das Journael von Hendrik Hamel sogar der einzige im Westen verfügbare Text über Korea. Auch in den letzten Jahrzehnten hat es noch zwei Ausgaben gegeben: 1989 Hollanders in Korea von H.J. Van Hove, sowie 2003 die mit weit stärkeren Begleittexten ausgestattete Ausgabe De wereld van Hendrik Hamel, herausgegeben von Vibeke Roeper und Boudewijn Walraven (gleichzeitig erschien eine englische Fassung, Hamel’s World). Der Erfolg des Textes ist nachvollziehbar, ist er eben eine gelungene Mischung aus mitreißend erzähltem Erfahrungsbericht und so etwas wie anthropologischer Feldforschung, wobei die Sicht aufs exotische Land nie von christlichen Wertschätzungen benommen wird. Auch streckt dem Text zum Vorteil, dass die Schiffbrüchigen eine zeitlang am königlichen Hofe zu Seoul als Leibwächter zu dienen hatten, sich daher im Machtzentrum einigermaßen auskannten. Umso mehr, weil die Truppe dort Unterstützung fand von einem Jan Janszoon Weltevree aus De Rijp, der 1627 schon auf Quelpart von seinem Schiff hinterlassen worden war, sich dann als Waffenkundiger am Hofe emporgearbeitet hatte, den späteren schiffbrüchigen Landsleuten als Dolmetscher und Berater diente. Und wo er dem Hofe den Umgang mit Schusswaffen beibrachte, brachten Hamel und seine Männer den Koreanern das Bauen mit Zement bei.

Das Gorinchemer Museum hat, nach langer Vorbereitungszeit, erst seit diesem Jahr geöffnet, in einem späteren errichteten Haus an der genauen Stelle, wo einst Hamels Geburtshaus stand. Es erzählt mittels in Südkorea hergestellten Maquetten der jeweiligen Aufenthaltsorte im Kurzen die Geschichte von Hamel;gorinchem_7 darunter, wie in diesem Bild zu sehen, das Fort zu Yeosu, Hamels letzte koreanische Bleibe. Pro Maquette sind weiterführende Videos abzurufen. Hier im Foto sieht man links gerade einen Ausschnitt des Yeosuer Hendrik Hamel-Museum, das es noch nicht gab, als ich selber 2002 zur Vorbereitung eines Romans die Stadt besuchte. Das niederländische Museum bietet darüber hinaus noch eine Einführung zur niederländischen Schifffahrt zu Zeiten von Hamel, sowie mehrere Schenkungen aus koreanischen Museen, darunter koreanische Gebrauchsgegenstände und Töpferware, insbesondere eine recht schöne Seladonsammlung. Auch kann man sogar das Originalkonvolut des Hamel-Textes bewundern. Das Ganze wird vervollständigt von einem absonderlichen Raum für Wechselausstellungen koreanischer Künstler. Man wird aber hart dagegen anzukämpfen haben, dass Korea in den Niederlanden immer noch als eine Art Ersatz-China oder Reserve-Japan empfunden wird; bestenfalls als Heimatsort der nördlichen Kim-Dynastie oder als Auto- und Elektroniklieferant Interesse erregt. Daran hat auch die koreanische Filmindustrie oder gar Psy’s „Gangnam Style“, das nicht nur an den amerikanischen Rap, sondern auch an die traditionell koreanische Gesangkunst des P’ansori anknüpft, vorerst kaum etwas ändern können.
gorinchem_8Das breite Lächeln eines der Mitarbeiter bleibt aber als Hoffnungsschimmer. Damit endet hier vorerst auch meine Erkundung des Waals, denn Gorinchem an der Merwede fällt ohnehin schon außerhalb jenes Rahmens. Aber vielleicht regt das Lächeln noch zu weiteren Erkundungen an, entweder der Breite der Merwede entlang, oder gar rückwärtsgewandt: Übersprungenes gibt es ja immer. Man soll sich von einem Thema nicht einbetonieren lassen. Und auf weitere Gänge des tapferen “Ventjager” bin ich eh gespannt. Bis nach Korea wird er es allerdings nicht schaffen. Schade eigentlich.

Der niederländische Autor Lucas Hüsgen erkundet für rheinsein den – oder wie es heute häufiger in Gebrauch ist: die Waal, einen der niederländischen Rheinabschnitte. Diesmal stößt er in einem Zweiteiler bei Gorinchem auf Verbrechen (Teil 1) und Koreanisches (Teil 2).

Notizen von unterwegs (2)

Bei Zons. Schimpfender Rheinangler. Hat eine Chinesische Wollhandkrabbe aus dem Fluß gezogen. Verzieht die Miene, belegt das mit den Scheren protestierende Krustentier mit abwertenden Begriffen. Beklagt das Überhandnehmen des Fremdlings, redet sich in Rage, “Eindringling”, “Schädling”, “Freßfeind”, “Vormarsch”. Klingt nach Kriegspropaganda, HoGeSA* und PEGIDA**, tendenziell puristisch Anti-, insgesamt nach überreichlich bekanntem Vokabular. Das ausgerechnet im Rheinland, wo der Toleranzgedanke nach Einschätzung des Rheinländers mit der Muttermilch an die Kinder weitergegeben wird. Toleranzland. Auf Basis des rheinischen Jrundjesetzes. (Und wieder nicht: “Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.” (Artikel 6).) Unterm Strich: Hat sich was mit Tolerieren! Nicht nur beim Angeln. In rheinischen Städten häufen sich Demonstrationen religiös-politisch-herkunftsbezogener Intoleranz. Samt Gegendemonstrationen der Intoleranz-Intoleranten und Toleranz gegenüber Intoleranz-Intoleranten. Fast schon Alltag der Toleranz und Sojamilch einfordernde Laktoseintolerantenterror in unseren Cafés. Nun die neue rheinische Intoleranz gegenüber der Wollhandkrabbe: “Sie ist schon bis zur Obererft vorgedrungen!” Wem die Obererft gehört, gehört Deutschland. Unsere Obererft-Kernkultur.
Die Ablehnung des jeweils Fremden, Befremdenden, selbst im Vertrauten Fremdartigen drückt nichts anderes als das Mißtrauen gegenüber dem Eigenen aus, die Schwierigkeit, den selbst gestellten Ansprüchen zu genügen, das heimliche Wissen ums eigene Scheitern, das zuzugeben den Freitod des Einzelnen in der Gesellschaft markiert, die letztlich aus denselben, sich mißtrauenden Einzelnen besteht, deren Mißtrauen wiederum darin gründet, zu wissen, daß sie ihr Mißtrauen nicht zugeben dürfen. Stattdessen: Weiterschieben des Schwarzen Peters. Nach außen gelebte, offen vorgetragene Toleranz gegenüber der eigenen Position, längst abgehandelt als staatstragende Doppelmoral des Bürgertums.
Die Chinesische Wollhandkrabbe war lange vor den Chinesen in China, einem uralten Kulturvolk, das seit Jahrtausenden mit der Krabbe zu leben versteht. Das sie gekocht oder gedämpft und klaglos bis freudig mit einem Reisessig-Ingwer-Dip verspeist. Was wiederum der Rheinländer (noch) nicht weiß und woran sich seine Toleranzdiskrepanz bezüglich der Wollhandkrabbe bemißt. Was nichts macht. Toleranzdefizite sind immer vorübergehender Natur. Sie verschwinden über Nacht, im Schlaf, dem Tolerantmacher schlechthin, und falls sie anderntags mit ihrem Wirt erwachen und sich erneut berappeln, werden sie eben mit einer Narrenkappe kuriert: am Tag, an dem der Rheinländer dereinst die Verspeisbarkeit des Tiers begreift, wird er’s immer schon gewußt haben.

* Hooligans gegen Salafisten
** Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes

Warum ein Basler “Basiliskenbrünnli” nach Neuenburg am Rhein kam

Vorweg: Basler und Neuenburger Bürger sind stolz auf ihr hervorragendes Trinkwasser, was sie auch mit ihren vielen Brunnen in den jeweiligen Stadtgebieten zum Ausdruck bringen.

basiliskenbrunnenSeit dem Jahr 1993 gibt es in Neuenburg am Rhein einen “Basler Platz”. Dieser befindet sich vor dem Eingang des früher so genannten Doktorhauses an der Basler Straße 3. Die offizielle Einweihung vollzogen Bürgermeister Joachim Schuster und der damalige Basler Regierungsrat Dr. Christof Stutz, der von der “Basler Zeitung”, zu einem der zehn einflussreichsten Basler der Gegenwart gewählt wurde. Als Gastgeschenk hatte der Eidgenosse ein Basler Original im Voraus-Gepäck, ein “Basiliskenbrünnli”. Seit 120 Jahren findet man diese etwa sechs Zentner schweren Fantasiebrunnen in der Schweizer Stadt am Rheinknie. Mit Hilfe der originalen Holzmodelle, diese lagern unter Verschluss bei den “Industriellen Werken Basel” (IWB), werden von Zeit zu Zeit streng limitierte Nachgüsse hergestellt. Für die urnenförmige Säule und das reich verzierte Becken wird Grauguss verwendet. Der pro Tag ca. 2,5 Kubikmeter wasserspeiende Basilisk, ein im Mittelalter gefürchtetes Mischwesen aus Hahn und Schlange, ist aus Bronze gefertigt. Am Brunnenfuß ist ein zierliches Trinkschälchen angebracht, welches stets frisches Wasser für Vierbeiner bereithält. Interessant ist die Positionierung der Brunnen: bis auf eine Ausnahme am Basler Münster blicken alle Untiere in Richtung Rhein. Unter der Leitung des Basler Brunnenmeisters Rudolf Kämpf, werden die aktuell 28 “Basiliskenbrünnli” mit großer Liebe und Sorgfalt gewartet. Um Funktionalität und Aussehen zu erhalten, werden jährlich zwei der Brunnen komplett ausgetauscht und aufwändig restauriert. Es stehen immer mindestens fünf Ersatzbrunnen im Depot des Brunnenmeisters, werden es weniger erfolgt ein baldiger Nachguss. Nicht so komfortabel hat es sein Kollege in Neuenburg am Rhein, Wassermeister Wilhelm Kößler, der mit seinen Mitarbeitern das fast 20 Jahre alte “Basiliskenbrünnli” gut in Schuss hält, obwohl auch er schon mit Vandalismus-Schäden konfrontiert wurde. In aller Regel wird der vor zwei Jahren neu lackierte Brunnen einmal pro Woche gereinigt. Der Grund zur damaligen Schenkung war eben die passende Ausgestaltung des neu angelegten Basler Platzes, aber auch um der einstmals engen Beziehungen beider Städte zu gedenken. Beispielsweise daran, dass sich 1272 die Neuenburger Bürger in den Schutz des Basler Bischofs begaben, weil sie die Grafen von Freiburg nicht als ihren Stadtherren akzeptieren wollten. Höhepunkt der Auseinandersetzung war die Belagerung Basels. Etwa 20 Jahre später wurde Mathias von Neuenburg geboren, ein bedeutender Chronist des Mittelalters, der später auch als Rechtsberater in Basel wirkte. Erwähnt wurde auch das Jahr 1527, als der Basler Ratsherr und Jurist Bonifacius Amerbach, Martha Fuchs, die Tochter eines Neuenburger Bürgermeisters heiratete. Als Gäste dabei waren der berühmte Basler Stadtarzt Paracelsus, sowie der Universalgelehrte Erasmus von Rotterdam. Es war in der Zeit, als die Neuenburger ihr prächtiges Münster in den Rheinfluten versinken sahen, um trotz allem, wenige Jahre später, dem Basler Domkapitel als Tagungsort zu dienen. Fast wehmütig wurde daran erinnert, dass bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, eine wöchentliche Schiffsverbindung zwischen Neuenburg und Basel existierte. Die Hauptinitiative, sowie die mehrjährige Vorarbeit zur Realisierung der Platzeinweihung, gingen vom Neuenburger Stadtchronisten Winfried Studer aus, der bis heute die Kontakte nach Basel pflegt. In Deutschland besitzen nur die Gemeinde Hausen im Wiesental, als Geschenk der Basler Hebelstiftung, und eben Neuenburg am Rhein einen dieser exklusiven Brunnen. Die baseltypischen Wasserspender wurden in der Vergangenheit aus historischen Gründen und darum mehrheitlich im lokalen Umfeld vergeben. Eine weltweite Verbreitung erfahren sie erst, seit dem die Kantonsverantwortlichen erkannten, dass die Brunnen perfekt in die Philosophie der “Basel. City of Vision” passen. So findet man heute die “Basiliskenbrünnli” sogar in China und aktuell auch in Russland.

(Ein Gastbeitrag von Bruno Haase. rheinsein dankt!)

De Kinäs mach d’Rhii gäl!

De Urhahn

Wenn de Urhan balzä düät
Des goht eim siedig heiß ins Blüäd -
Maidli – chum!“

(Gerhard Jung: „De Urhahn“)

He!
„De Kinäs hett de Geli Fluss – un’ mir hän de Rhii“, so denkt sich de Greger Max. Nochdenklich lässt er si Zittig sinke.
„Greger Max“, hießt er bii de jungi Lüt – er striicht doch immer gern durch Mülle, nachts, un’ frogt jungi Lüt, ob sie mit ihm nicht wond mitem heimgo – „er hätt doch au ganz tolli Musik vum Greger Max!“, so said er immer.
Wege sellere Musik vom Greger Max wird er no halt Greger Max gheisset.
G’hirotet isch er scho, aber er macht scho ä arg schwule Iidruck – do denk doch gli, der wott der an die Wäschi go – auch wenn sini Aldi im Neschd nebendra liegt.
Überhaupt sini Aldi… di isch immer im Edeka an de Kass un goscht umenand – ihre Alde goht wenn’s nur goht uff Friburg in die „Regina-Bar“, des isch so ä Puffbar, wo die lose Wiiber mit obe rum nix a umenander hocke, jo, so goschd’s Wib vom Greger Max umenand.
Wenn de selle Kerle nachts triffsch, no frogt er dich au gern: „No sag ämol – kenn mer kaini, die wo de Schlitz quer hätt? Wenn de mir eini bringsch, no kriegsch hundert Mark vu mer.“
Aber obwohl er ä Aldi hätt und immer vu Wiiber schwätzt, macht er doch ä schwuli Iidruck.
Do wärsch bigott froh, wenn e numhes einä zum Mitsuffä sücht und de mit heilem Fidele wieder us dr Stub chömmsch.
Hüt het er ä güäts z’Niini cha – z’schaffä hätt er jo eh nit, d’Chies kummt jo vu d’ Wohlfahrt – und er hätt Zittig gläsä, do hän sie gschriebe, de Kinäs isch ganz mächtig am vorwärts go.
Wütig springt er uff.
„No losemol…“, denkt er do bi sich, „wenn di nu alli chömma – Herrgottsdundergipfel – no wird’s do eng bi üs im Ländle…!“
Uff de Schreck brucht er nu erst ämol ä Chriisiwässerle.
Heidenei, des tüät güäd!
Scho cha er viel besser überlege -
Vu selle Kinäse gits doch glatt Milliarde – he! Wenn selli alli do akomme wodde – Jo leck mich doch am Stengel! Do hätts ni wieder ä Platz nit! Di fresse dr noch’s allerletschd Hoor vom Nischel! Di sinn imstand!
Do müäsch doch ebbis düä! D’Regierung holt am End no die alle ins Land – Und denn wird usm Rhii de Gel’ Fluss!
Uff de Schreck muss sich de Greger Max noch ä Chriisiwässerle extra genehmige…

(Ein Gaschtbeitrag von Bdolf (2013), rheinsein dankt.)