Märchen vom Murmelthier

Die böse Frau Wierx entführt das Königstöchterlein von Burgund samt seinem Badwännlein aus dem Schloss am Rhein in ihr Haus nach Hessen ins Gebirge. Frau Wierx und ihre Tochter Murksa rufen das Kind später Murmelthier. Denn wenn die Königstochter als Dank für ihr Tagwerk von Murksa Schläge bekommt, murrt sie. Einmal reist Frau Lureley über Land. Als die Nixe des Abends einen Brunnen zum Übernachten sucht, zeigt ihr Murmelthier, das die Schafe hütet, einen Brunnen. Dafür wird das Mädchen von der Lureley mit Perlen, Edelsteinen und einem silbernen Kleid belohnt. Die böse Schwester nimmt dem Murmelthier das Kleid und den Schmuck weg. Aber zum Glück hilft Frau Lureley dem armen Mädchen weiter. Über die Nixe lernt das Murmelthier den Biber kennen. Der wiederum steht ihr gegen den grausamen Müller Kampe bei. Vom Müller erhält das Murmelthier neben ihrem Mehl einen Blumenstrauß. Der Biber gesteht dem Mädchen, er sei Fischer gewesen, habe Biber geheißen und wäre von dem garstigen Müller in ein Tier verwandelt worden. Murmelthier erwidert, es müsse ihn nur mit dem Strauß berühren. Dann werde er wieder Fischer. Einmal muss Murmelthier Birnen pflücken. Ein schöner Jäger reitet vorbei und kauft ihr die Birnen für gutes Geld ab. Der Jäger nimmt sogar im Hause der Frau Wierx Quartier. Auf seinem Zimmer möchte er ein Fußbad nehmen. Murmelthier muss dem gut zahlenden Gast auf Geheiß der bösen Mutter jenes Badwännlein bringen. Am Wappen an dem Wännlein und an einem Muttermal am Hals von Murmelthier erkennt der Jäger, das ist sein Glückstag: „Ich bin dein Zwillingsbruder. Dein Vater war König von Burgund.“ Der Bruder Konrad nimmt die Prinzessin auf seinem Pferd mit nach Burgund. Die Königin Mutter stirbt vor Freude. Wierx und Murksa verbrennen in Hessen ihr Haus und schleichen sich in Burgund bei Hofe ein. Die gutmütige Prinzessin verzeiht den beiden Hessinnen alle Garstigkeiten und ernennt Frau Wierx zur Obersten Hofmeisterin und Murksa zur Ersten Hofdame. Bruder Konrad, der König von Burgund, sucht den Rhein nach dem Biber ab. Als er ihn bei Biberich findet, bringt er ihn zur Prinzessin. Konrad, zu Pferde, durchschwimmt zuletzt den Rhein und erreicht das Schloss. Der Biber folgt ihm. Die Prinzessin berührt den Biber mit ihrem Strauß und das Tier wird sogleich ein schöner junger Fischer. Konrad hat sich bei der Rheinüberquerung erkältet und stirbt. Zuvor gibt er dem Fischer die Schwester zur Frau. Nach dem Wunsche des Sterbenden soll das Paar Burgund regieren. Gesagt, getan. Frau Wierx spinnt eine Intrige. Die böse Frau legt dem Fischer ihre Tochter Murksa ins Brautbett, damit diese Königin werden soll. Das Ränkespiel misslingt. Murksa kommt zu Tode und Wierx bringt sich daraufhin um. Das burgundische Volk lässt sich nicht so leicht regieren. Das Königspaar verlässt sein Königreich für immer und ewig. Es begibt sich nach Biberich. Dort lebt der Biber als Fischer. Murmelthier bringt ein Mädchen zur Welt. Das Paar nennt es Ameleychen.

(Zusammenfassung einer zu Lebzeiten des Autors unveröffentlicht gebliebenen Märchenerzählung von Clemens Brentano. Quelle: Wikipedia)

Rheinfische (3)

Dieser vorsommerlichen Tage haben Artikel über die Rheinfauna Konjunktur. So meldete im Laufe der letzten Woche derwesten.de (das Internetportal der WAZ) einiges Wissenswerte und Erstaunliche über Neozoen und Fische am Niederrhein, während das Forschungsschiff Burgund derzeit auf Höhe St. Goar u.a. Wirbellosenproben aus dem Fluß entnimmt, um die sich stets verändernden Bestände der rheinischen Tierwelt zu inventurieren.

Nach dem Amazonas-Gebiet sei der Rhein heuer der größte natürliche Lebensraum für Piranhas, lautete so eine forsche, nicht ganz leicht auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfende Nachricht, ausgegeben von den Duisburger Fischereiverbänden. Nebst dem vor Duisburg lauernden Piranha wanderten auch die Schnappschildkröte und die Donaugrundel in die Gegend ein. Letztere breite sich seit sechs Jahren im gesamten Rhein-Mosel-Gebiet aus, heißt es von der Burgund: ein gedrungener, rund 20 Zentimeter starker Geselle, der in schon fünf verschiedenen Arten aus dem Schwarzmeerraum in den Rhein migrierte und die Machtverhältnisse im Wasser kippte: „Mancher Angler fängt kaum noch einen anderen Fisch.“

Bis zu drei Meter lange Welse hätten sich im Rhein angesiedelt, heißt es desweitern aus Duisburg. Ein Tauchgang in den Tiefen des Stroms mag da leicht zu einer Begegnung der archaischen Art führen – uns erinnert der Riesenwels natürlich sogleich an den Grauer, den rheinischen Urfisch halbmythischer Provenienz, der selten gesehen, dessen orakelnd-erzählendes Blubbern und Murmeln aber schon häufig gehört worden sein soll. Ab wievielen Welsmetern die Weltsprache Anglerlatein beginnt und ab wievielen Welsmetern sie völlig überdehnt zusammenschnalzt, ist bis heute nicht geklärt. Im Dnjepr, lasen wir einst, hätten schon bis fünf Meter lange Welse gelebt.

Was Längen- und sonstige -Mythik betrifft, ist der Wels eher nur ein Häppchen gegen den Stör. Der groteske Knochenfisch gilt im Rhein (bis auf eine Kleinart, den Sterlet) seit den 50er Jahren als „nicht mehr heimisch“. Das hinderte Winfried Kersjes nicht, an Fronleichnam bei Emmerich einen über einen Meter langen Stör aus dem Fluß zu ziehen. „Mich überkam ein Gefühl der Panik, ich konnte es gar nicht glauben. Das ist eine Sensation“, waren die Worte des erfahrenen Anglers auf derwesten.de nachzulesen. Kersjes ließ den Stör nach dem Vermessen und einem Beweisfoto wieder frei. Unterdessen darf gerätselt werden, ob es sich dabei um einen freiwiligen Rückkehrer oder um ein ausgesetztes Tier handelte. Falls es ein Exemplar der größten Störart, des Hausens gewesen sein sollte: diesem Tier werden in der Weltsprache Anglerlatein Körperlängen von bis acht oder neun Metern zugeschrieben.

Die Forscher auf der Burgund berichten darüberhinaus von Neozoen und Alteingesessenen mit poetischen Namen wie Quaggamuschel, Steinkleber (eine Schneckenart) und Hydropsyche (eine Köcherfliegenart). Ihre Schöpf- und Bestimmarbeiten sollen bis Ende Juni dauern, die Ergebnisse an die EU berichtet werden. Vielleicht schenkt ihnen der Grauer bis dahin noch obskure Knöchelchen oder eine weise Redewendung aus seinen Zahnzwischenräumen.

Auf meiner Lippe brennend Rot

Auf meiner Lippe brennend Rot
Blüht nun die fürchterlichste Not,
Da blüht wie auf verdorrter Flur
Das bittre Kraut des Durstes nur.

Zwar hab ich frühe schon und spät
Versucht, was mich kurieren tät:
Liebfrauenmilch genoss ich schon
Als neugeborner junger Sohn.

Und frischte drauf den trocknen Schlund
Mit Wein aus Spanien und Burgund.
Ja, mehr des goldnen Weins ich trank,
Als Regen auf die Felder sank,

Als Wasser einst im Meere floss,
Drin Pharao mit Mann und Ross
Zugrunde ging! Ja, Wein soviel,
Als Wasser übern Rheinfall fiel!

Doch immer, wie zu alter Zeit,
Plagt mich dasselbe Kreuz und Leid;
Es stachelt mich des Durstes Dolch,
Als bissen Schlangen mich und Molch.

Und presstet ihr am ganzen Rhein
All Trauben in ein Fass hinein:
Ich tränk es aus auf einen Zug
Und hätt noch immer nicht genug.

Und nähmt ihr aus dem ew`gen Rom
Die Kuppel von Sankt Petri Dom
Und fülltet sie mit rotem Wein – -
Der Becher wär mir noch zu klein!

Drum hab ich lange schon gesagt:
O schrecklich, wen das Dürsten plagt!
Er ist wie ein verlass`nes Kind,
Das nirgends Ruh und Freude find`t.

(Georg Weerth)

Anne of Geierstein (3)

(…) The English merchant hesitated a moment. He had no fancy for any new companion on the road, and although the countenance of the priest was rather handsome, considering his years, yet the expression was such as by no means invited confidence. On the contrary, there was something mysterious and gloomy which clouded his brow, though it was a lofty one, and a similar expression gleamed in his cold gray eye, and intimated severity and even harshness of disposition. But notwithstanding this repulsive circumstance, the priest had lately rendered Philipson a considerable service, by detecting the treachery of his hypocritical guide, and the merchant was not a man to be startled from his course by any imaginary prepossessions against the looks or manners of any one, or apprehension of machinations against himself. He only revolved in his mind the singularity attending his destiny, which, while it was necessary for him to appear before the Duke of Burgundy in the most conciliatory manner, seemed to force upon him the adoption of companions who must needs be obnoxious to that prince; and such, he was too well aware, must he the case with the Priest of St. Paul’s. Having reflected for an instant, he courteously accepted the offer of the priest to guide him to some place of rest and entertainment, which must be absolutely necessary for his horse before he reached Strassburg, even if he himself could have dispensed with it.”

The party being thus arranged, the novice brought forth the priest’s steed, which he mounted with grace and agility, and the neophyte, being probably the same whom Arthur had represented during his escape from La Ferette, took charge, at his master’s command, of the baggage-horse of the English man; and, crossing himself, with a humble inclination of his head, as the priest passed him, he fell into the rear, and seemed to pass the time, like the false brother Bartholemew, in telling his beads, with an earnestness which had perhaps more of affected than of real piety. The Black Priest of St. Paul’s, to judge by the glance which he cast upon his novice, seemed to disdain the formality of the young man’s devotion. He rode upon a strong black horse, more like a warrior’s charger than the ambling palfrey of a priest, and the manner in which he managed him was entirely devoid of awkwardness and timidity. His pride, whatever was his character, was not certainly of a kind altogether professional, but had its origin in other swelling thoughts which arose in his mind, to mingle with and enhance the self-consequence of a powerful ecclesiastic.

As Philipson looked on his companion from time to time, his scrutinizing glance was returned by a haughty smile, which seemed to say, “You may gaze on my form and features, but you cannot penetrate my mystery.”

The looks of Philipson, which were never known to sink before mortal man, seemed to retort, with equal haughtiness, “Nor shall you, proud priest, know that you are now in company with one whose secret is far more important than thine own can be.”

At length the priest made some advance towards conversation, by allusion to the footing upon which, by a mutual understanding, they seemed to have placed their intercourse.

“We travel then,” he said, like two powerful enchanters, each conscious of his own high and secret purpose; each in his own chariot of clouds, and neither imparting to his companion the direction or purpose of his journey.”

“Excuse me, father,” answered Philipson, “I have neither asked your purpose, nor concealed my own, so far as it concerns you. I repeat, I am bound to the presence of the Duke of Burgundy, and my object, like that of any other merchant, is to dispose of my wares to advantage.”

“Doubtless it would seem so,” said the Black Priest, “from the extreme attention to your merchandise which you showed not above half an hour since, when you knew not whether your bales had crossed the river with your son, or were remaining in your own charge. Are English gentlemen usually so indifferent to the sources of their traffic?”

“When their lives are in danger,” said Philipson, “they are sometimes negligent of their fortunes.”

“It is well,” replied the priest, and again resumed his solitary musings; until another half-hour’s travelling brought them to a dorff, or village, which the Black Priest informed Philipson was that where he proposed to stop for the night.

“The novice,” he said, “will show you the inn, which is of good reputation, and where you may lodge with safety. For me, I have to visit a penitent in this village, who desires my ghostly offices; — perhaps I may see you again this evening, perhaps not till the next morning; — at any rate, adieu for the present.”

So saying, the priest stopped his horse, while the novice, coming close up to Philipson’s side, conducted him onward through the narrow street of the village, whilst the windows exhibited here and there a twinkling gleam, announcing that the hour of darkness was arrived. Finally he led the Englishman through an archway into a sort of courtyard, where there stood a car or two of a particular shape, used occasionally by women when they travel, and some other vehicles of the same kind. Here the young man threw himself from the sumptor-horse, and placing the rein in Philipson’s hand disappeared in the increasing darkness, after pointing to a large but dilapidated building, along the front of which not a spark of light was to be discovered from any of the narrow and numerous windows, which were dimly visible in the twilight.

(aus: Walter Scott – Anne of Geierstein, or The Maiden of the Mist, Kapitel 18, Edinburgh 1829)

Wie die Römer vor zeiten so hart vnd lang wider das Teütsch land gestritten haben.

MJt was grosser müh vnd arbeit / ia kosten vnd verlust die Römer vorzeiten haben gestritten wider das Teütsch land / ist niemand on wissen der echter gelesen hat die alte historien. Es ist jnen gering gewesen vnder jren gewalt zubringen Hispaniam / Galliam / Britanniam / Greciam / Asiam / Egypten / Macedoniam vn ander villänder / aber Teütsch land wolt sich nit also liederlich ergeben / besunder das Teütsch land das der Rhein von occident / vnnd die Tonaw gegen mittag als starcke rinckmauren beschleüßt. Es hat manch tausent man müssen darüber zu grund ghan zu beiden seiten / wie du hören wirst. Dan die Teütschen theten solichen gewaltigen widerstand den Römern vnd allen jren fyenden / das vnder jren nachbauren ein solich sprichwort auß gieng. Will einer übel streiten / so reib er sich an die. Teütschen. Vnd wil einer streich lösen / so fahe er an ein zäck mit den Teütschen. Es habe die grausamme vnnd stäte überfäl der Teütsche gegen jren nachbauren den Römern so vil zu schaffen geben / das sie an eroberug Germanien offtermals verzweifflet / allein understünden jre prouintzen gegen den Teütschen vor überfal zu beschirmen / deshalb sie beide flüß Rhein vnd Tonaw auff jrer seiten mit vil trefflichen stetten vnd befestigungen verwaretend / als dan seind am Rhein / Bingen / Bopparten / Jngelheim / Mentz / Wormß / Speier / Rheinzabern / Seltz / Straßburg / Augst ob Basel / Keyserstul / Costentz / Arbon / vnd an der Tonaw / Augspurg / Regenspurg / Passaw / etc. Durch dies stett habe die Römer verhütet / das die Teütschen mit den jren / noch sie hinwider mit den Teütschen kein gemeinschafft dorffte haben. Der starck vnd namhafftig held Julius der erst keyser / legt sich zum ersten wider die Teütschen / vnd nam jnen die stett so an dem Rhein gelegen waren / die vor zeiten vnder den Galliern waren gewesen / aber durch die Teütsche erobert vnnd den Galliern ab getrungen / alsdann fürhin gemeldet ist / wie die Teütschen mit grossen scharen über den Rhein gefaren / die besten länder yngenommen vnd besessen haben. Do nun die Römer begerten des Rheinstroms vn den mit gewalt jnen zuziehen wolten / haben sich die Teütsche nit gesaumpt / sunder jnen fräuenlichen widerstand gethan. Doch mochte sie den Rheinstrom vo Basel an biß ghen Mentz nit behalten / sunder die Römer brachte jn zeitlich vnder jren gewalt / vnd besetzten alle stett vnd vn wärhafftige flecken mit haupleüten vnd kriegern. Die machten prouintzen darauß vnd vogteien / vnnd gaben den eroberten Teütschen ländern herzliche tittel vnd setzten grauen vnd hertzogen daryn. Die erst vnd gröst prouintz begreifft in jr Heluetiam / Sequanos vnd Rauracos/ das ist / Schweytzerland gegen Burgud / das Sunggöw biß ghen Bisantz vnd Baßler ladschafft biß ghen Colmar. Der hauptman diser prouintz hielt sich zu Bisantz / vnnd der vnder jm ander hauptleüt / vnder welchen einer sich hielt / bey Basel im Hole / der wartet das die Teütschen nitt über Rhein kämen / vnd den Römern in das land fielen. Nach diser prouintz kam Tractus Argentoratensis / das ist der Straßburger strich / vnd fieng an ob Schletstatt vnd gieng biß vnder Straßburg / wölche landschafft wir ietz zumal das vnder Elsaß nennen. Jr vorweser hieß der Straßburger graue / vnd was dem hertzogen zu Mentz vnderworffen. Do gieng an das erst Germania vnd begriff vnder jm das Straßburger land / Speirer land / Wormsser land vn Mentzer land. Die andern nennen es das ober Germaniam / vnd strecket sich biß in Lothringen. Ptolemäus streckt es biß an die Mosel / die er Obrincam nent. Sein oberster vorweser oder hauptman saß zu Mentz / vn her vnder jm eylff vögt / die hatten jre sitz / einer zu Salerion / das ist Seltz / einer zu Zabern / einer zu Vico Julio / jch acht es sey Weyssenburg oder Landaw / einer zu Speier / einer zu Alta ripa vnder Speier / das jetz heißt Altrip / einer zu Worms / einer zu Mentz / einer zu Bingen / einer zu Bodobriga / jetzunt Boppart / einer zu Confluentz oder Cobolentz / vn einer zu Antonaco / jetzunt Andernach. (Aus Sebastian Münsters Cosmographia)

Topographia Germaniae

Haufenweise frühe Informationen über Orte längs des Rheins liefert (ab 1642) die Topographia Germaniae von Matthäus Merian (Stiche) und Martin Zeiller (Texte), wobei sich letzterer auffällig oft auf Münster und Freher beruft. Im Netz fehlen bisher die Teilstücke Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae und Topographia Circuli Burgundici, wodurch der bisher im Internet vorhandene frühtopografierte Rhein hauptsächlich auf einen deutsch-elsässischen reduziert bleibt, wobei der schwäbische Part nebst eigentlich sehr Badischem auch noch Vorarlbergisches und Liechtensteinisches umfaßt. Die Texte sind schön ediert bei Wikipedia vorhanden, weswegen an dieser Stelle nicht sonderlich viel daraus zitiert werden soll. Sie bieten neben vielen historischen und geografischen Hinweisen vergleichsweise (s. Dielhelm) wenig Anekdotisches, eine Stelle über Germersheim fiel mir jedoch sofort ins Auge: kannte ich Germersheim doch zunächst, bei einer Annäherung per Fahrrad in den achtziger Jahren, als einen jenseits der Landstraße liegenden Ort im Hitzenebel der Müllverbrennung, deren ekelhaft süßer Gestank nach Erbrochenem meinen Besuch vollkommen vereitelte und für mehrere Jahrzehnte aufschob, bis ich mich vergangenes Jahr schließlich von der anderen Rheinseite heranwagte. Umso schöner diese die (offenbar auch prä-MVA-)typische Germersheimer Luft behandelnde Stelle aus der Topographia Palatinatus Rheni: „Es gibt gute Jagten / auch Fischereyen herumb / und wird das Gold da auß dem Rhein gebracht / und gewaschen; hergegen die Lufft / wegen Außlauff deß Rheins / und Morasts / so den Orth daher befestigt / nicht sonderlich gesund ist.“