Rheinwörterbuch (3)

Restrhein
Beispiel: „Zu den großen technischen Herausforderungen gehört dabei die Frage, wie Fische zukünftig vom Vollrhein bzw. vom Unterwasser des Kraftwerks Vogelgrün in den Restrhein nördlich Breisach gelangen können.“ (Umweltschutz, Fischbautechnik)

rheinsam
Beispiel: „Rheinsam : pour clarinette, alto et piano / François Rossé.“ (Musik)

Rheinzeit
Inbisoutoftimesein. Beispiel: „Ausschnitt aus Rheinzeit…Zauberer versucht Gedanken zu lesen…“ (Unterhaltungswesen)

Vollrhein
Beispiel: „Zu den großen technischen Herausforderungen gehört dabei die Frage, wie Fische zukünftig vom Vollrhein bzw. vom Unterwasser des Kraftwerks Vogelgrün in den Restrhein nördlich Breisach gelangen können“ (Umweltschutz, Fischbautechnik)

verunrheinigt
Beispiel: „irgendwie “verunrheinigt” bzw. kann nicht mehr als String zum Integer iReslut verwurstet werden…“ (Informatik)

Das vornehme, ansehnliche Freiburg

Von Kriegswirren weiß Dielhelm über Freiburg zu berichten, von verwirrenden, sicherlich kriegsvorbereitenden, Friedensschlüssen und natürlich dürfen die Eckdaten (geografische Lage, Markttage, Lebensmittelmengen, adlige Leichen) nicht fehlen: “In seinem Wappen hat Freyburg einen schwarzen Vogelshalß mit einer rothen Zunge im gelben Felde. Es hält jährlich viermal Markt, das erstemal auf Petri Stuhlfeyer, das zweytemal auf den 29. Mai, das drittemal auf Matthäus, und das viertemal donnerstags vor Martini. Es liegt anbey unter dem 47. Grad 59. Minuten Latitudinis und unter dem 29. Grad 35. Minuten Longitudinis, wie auch unter dem himmlischen Zeichen der Waage. Im Jahr 1677. im höchsten Winter wurde Freyburg, ohne Zweifel durch Verrätherey ihres Commendanten, von den Franzosen eingenommen, womit es kürzlich folgender Gestalt zugegangen ist. Ob man wohl damals in der sichern Meynung stund, die Franzosen würden wegen des vielen Marschirens in dem vorhergegangenen Feldzuge und des starken Abgangs an Pferden, sehr begierig nach dem Winterquartier seyn, wie sie denn auch ihren Marsch gegen Schlettstadt und Breysach gerichtet hatten; so gingen sie doch den 9. Nov. alten Calenders ohnversehens allda über den Rhein und gerad vor Freyburg, welche vornehme und feste Stadt sie so plötzlich belagerten, daß mit vieler Mühe nur noch ein Trompeter herausgekommen ist, und solchen Ueberfall berichten können. Das Schiessen währete bis 5. Tage, da es endlich stille wurde. Des folgenden Tages ging es aber desto grausamer mit unterlaufendem Sturm wieder an, und währete biß in die Nacht; da denn ein kurzer Stillstand gemacht wurde, die Todten zu begraben, immassen die Franzosen bereits einen ziemlichen Verlust an vielen hohen Officieren davon erlitten hatten, worunter der Marquis de Bois David, der Generalfeldzeugmeister, 2. Obersten, 2. Obristlieutenants und 16. Hauptleute waren. Wie denn auch ein Obristlieutenant samt noch 20. Wägen Verwundeter nach Breysach gebracht wurde. Ohngeachtet aber der anfänglich guten Gegenwehr, und des im Marsch begriffenen Beystandes wurde den 16. selbigen Monats nicht allein diese schöne und mit allen Nothwendigkeiten versehene Stadt, sondern auch dasiges Schloß an die Franzosen übergeben, woraus die Besatzung 2500. Mann zu Fuß und Pferd stark, mit Ober= und Untergewehr, mit fliegenden Fahnen, 6. Rüstwagen und 2. Stücken Geschütz, nach Rheinfelden abzog. Es befand sich damals in dieser Stadt und Festung ein überaus grosser Schatz, sowohl an solchen Gütern, die den Einwohnern eigenthümlich zugehörten, als auch an solchen, die man dahin in Sicherheit gebracht hatte; desgleichen ein ansehnlicher Vorrath an Proviant und Lebensmitteln, insonderheit aber über 50000. Malter Korn, und über 33000. Fuder Wein. Im nimwegischen Frieden wurde sie dem Könige in Frankreich zugesprochen, welcher sodann Stadt und Schloß vortreflich befestigen lies. Hierauf wurde die österreichische Regierung nach Waldshut verlegt, und die Universität nach Costnitz an den Bodensee gebracht; Als aber in den Präliminartractaten des ryßwickischen Friedensschlusses, auf Vermittelung und Gutbefinden des Königs Carls des XI. in Schweden, schon war ausgemacht worden, daß die Stadt Straßburg mit ihrer Zugehör dem Reich wieder solte heraus gegeben werden; so wußte es Frankreich doch dahin zu treiben, daß man für gedachte vornehme, ansehnliche Stadt und Vormauer des deutschen Reichs, wie Strasburg war, dieses Freyburg nebst Breysach als einen Gegenwerth annehmen, jene aber zurüklassen muste, dahero sie dann wiederum mit allen Festungswerkern an Oesterreich abgetreten wurde.”

Hungersnot in Breisach

Das südbadische Breisach ist eine der am häufigsten belagerten Städte Deutschlands gewesen. In Dielhelms Antiquarius findet sich eine Stelle, welche die Auswirkungen einer viermonatigen Belagerung während des dreißigjährigen Krieges auf die Lebensmittelbeschaffung dokumentiert: “Währender Hungersnoth hat man in der Stadt Brod von Haber, Kleyen und Eichenrinden gebacken, imgleichen Pferd= und anderer Thiere Häute gegessen. Ein viertel, oder halb Malter Kleyen galt damals 132. Gulden, ein Pfund Kleyenbrod 36. Batzen, ein Laib Brod vier Reichsthaler, ein Ey einen Gulden, ein Huhn 5. Gulden, ein Pfund Butter 4. Gulden 6. Batzen, ein Pfund Saltz 12. Batzen, ein Apfel 3. Batzen, ein Kürbis 7. Gulden, ein Pfund Roßfleisch 7. Batzen, ein Pfund Roßkutteln 7. Batzen, zwey Hinterviertel von einem Hund 7. Gulden, ein Pfund Hundsfleisch 7. Batzen, eine Ratze 1. Guld. In Summa, die Hungersnoth war so groß, dass alle Hunde und Katzen, Ratzen und Mäuse verspeiset, ja mehr als 2000. Roß= Ochsen Kühe= Kälber= und Schafshäute, eine in die andere, für 5. Gulden verkauft und verzehrt wurden.”