Das Nashorn vom Rhein

Das Nashorn vom Rhein war (nebst Wasserbüffel und Flußpferd) eines von drei frühen Schubschiffen der Reederei Raab Karcher und wurde zum Star eines wunderbaren Lehrfilms des Museums der deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg-Ruhrort. Der gleichnamige Film zeigt aus Kapitänswarte die Einfahrt eines Schubverbands mit vier Leichtern à 1500 Tonnen Verfassungsvermögen in den Rotterdamer Hafen, das dortige Aufnehmen von Schwedenerz für die Hüttenwerke am Niederrhein und die weitere Bergfahrt, „in Gottes Namen“, vor allem durch die schwierige Passage am Binger Loch, mit Ruhrkohle für das Badenwerk in Karlsruhe. Der Kapitän erklärt Schiff, Leichter und Manöver und weist auf die herrlichen Landschaften des Stroms, für die er angeblich keine Blicke haben darf. Auf Youtube ist der knapp viertelstündige Film gestückelt, hier geht es zu Teil 1 und hier zu Teil 2.

tagebucheintrag

das alter schwächt die erinnerung, doch – kumpels, mein gott, kumpels! – wir machten das für einen öffentlichen sender – kein mensch wollte das hören – der markt war übersättigt – praktisch alles lief über subventionen – geld wurde aus geld geschaffen – sie hatten ihr perpetuum mobile – ach: wusztsein! – was sie hatten: begriffen sie nicht – schattenflackern, flattenschackern – wir gingen ins binger loch – hatten zahlreiche hydrofone dabei – wellenfeldsynthese – sollte nachher in sea world aquarien verquasisiert werden – grosze shows für publikum – unsere ersten aufnahmen: von strampelnden hinterbeinen eines schwimmenden nutrias – dem wir was injiziert hatten – drehte sich nur im kreis, das arme ding – flippte völlig aus – ging dann kreiselnd unter – wir hinterher – abkacken! – schweigen! – in gröszerer tiefe: knarrende, knurrende, knarzende, knisternde fische – durchsichtiges geleezeug: ne art riesenplankton – rausch stellte sich ein – wie mit diesem glücksmittel: aus dem urin schwangerer wesen – oder halbwesen – pisskrebse, knallkrebse – die leuchteten & grinsten – wir: einfach da durch – allmählich kamen wir lautdialogen auf die schliche – die unterhielten sich da unten! – ein sehr bärtiger mann namens ali breitner lebte dort – ogh, ogh, ogh: machte der ständig – seine art zu telefonieren oder ähnliches – superkavitierende unterwasserlaufkörper zischten – sozusagen mitten durch uns durch – cold fusion – wir gingen auf in der geschwindigkeit – eine eigene dimension – geschwindigkeit ist nicht das richtige wort – waren gefangen in einer bewegung auszerhalb jeden tempos – es ging vorwärts – wir schaufelten uns rein in die zukunft – es gab einen richtigen zugang zur zukunft dort unten – es gab vitrinen mit toten loreleien – aufgedunsen – zeitlos schön – die mucksten nicht mehr – nur bei näherem hinhören – kam noch was – ganz feine, fortlaufend aus einem einzigen ton gestrickte hooklines – euseuseuseupseu – seupseuseuseu – sollte was „bedeuten“ – bestimmten die redakteure nachher – bliesen das auf mit den üblichen akademismen – im grunde wars sprottenquatsch – was noch? – es war zuviel los dort unten – zuviel auflauf – mit gesundem menschenverstand läszt sich das – läszt sich kaum – war aber so – & dann, völlig unvermutet: notausgang – ein schild – führte in die pfalz – aufs trockene

De Rynstroom (5)

O suivre en blancke Rynmeermin,
Die my tot stervens toe kunt kittlen,
Ghy helpt veel sielen aen gewin,
En menigh Graef aen eeretittlen,
En landen aen een` hoogen naem.
Hoe menigh heeft u overtogen,
En met uw rand bepaelt syn faem?
Hoe dickwils saeght ghy met uw oogen
Het hooghgeboren Hollandsch bloed,
En voelde in `t water synen gloed?

Het sy ick dan mijn ooghen sla
Op uw bisschoppelijcke torens:
Of met een lent van vaersen ga
Bevlechten uwe silvre horens:
Of volgh uw` wuften ommeswaey:
Of sing op `t ruisschen van uw baeren:
Of huppel op mijn Keulsche kaey:
Of koom door Bazel afgevaeren,
Daer ghy Erasmus grafste kust,
En wenscht het wijs gebeente rust.

Het sy ghy `s Keysers vierschaer schaeft
Te Spier, dat swart van pleiters grimmelt,
Daer Themis, grijs en afgeslaeft,
Bekommert sit, en `t pleit beschimmelt:
Het zy ghy brult in `t Binger loch:
Of Neerland drenckt met volle vaten,
En groeien doet van wijngersogh,
En ydle en sotte sorgen haeten:
Uw vocht bestelt mijn veder inckt,
Tot datse in zee met u verdrinckt.