Schweiz ohne Schweiz

„Schweiz ohne Schweiz“ lautet der für manchen wohl leicht provokante, wir würden sagen: lustige Titel einer Kunstausstellung, die derzeit und noch bis zum 26. September 2010 im Schaffhauser Museum zu Allerheiligen läuft, und sich, wie der Beititel „Alpenlose Landschaften“ nahelegt, jener wenig bekannten Schweiz diesseits bzw jenseits der Alpen widmet, wie sie sich ua in unmittelbarer Rheinnähe zwischen Basel und Bodensee findet. Kuratiert hat die Ausstellung Markus Stegmann, bis vor Kurzem eine virtuelle Bekanntschaft aus gemeinsamen Zeiten im Forum der 13, der für den Ausstellungskatalog, welcher neben Abbildungen ausgewählter Exponate einige literarische, insbesondere lyrische Texte versammelt, auch bei Rheinsein fündig wurde: Rheinfallgedichte von Mörike und lafleur, eine freundliche Gegenüberstellung schwäbisch-euforischen Scheinbiedermeiers und badisch-bodenständigen Hochleistungstrashs, von genau den wuchtigen Wasserstürzen, deren Sinn und Kraft zur jeweils herrschenden Zeit die Gedichte in Worte zu fassen suchen, umbildert. Ansichten vom Rheinfall markieren denn auch den ersten und thematisch kompaktesten Schwerpunkt der Ausstellung, von klassischer Landschaftsmalerei bis hin zu Michael Lios spektakulärem, an ein Youtube-Still erinnernden Foto eines Känzeligumpers, der sich kopfüber in die schäumenden Wasser stürzt. Desweiteren zu sehen: entidyllisierte Idyllen, Agglomerationscharme, alleinerziehende Natur, himbeerfarbene Wälder, ein verwirrendes Servelatpicknick und ein ziemlich überraschender Otto Dix.

Tretbootfahrt auf dem Rhein

Es gibt eine vermutliche, taufrische Pioniertat auf dem Rhein zu vermelden, die Rheinische Post hats heut zumindest in einem Kurzbericht getan, ohne den vermeintlichen Pioniercharakter gesondert hervorzuheben: die Basler Ricardo Schällibaum und Roman Eugster seien mit ihrem schweizerkreuzbeflaggten Tretboot Marke “Retro Pedalo” in zehn Tagen von Basel bis Emmerich gefahren, um das Gefährt dort seinen neuen Besitzern auszuhändigen. Rheinsein, selbst tretbooterfahren, wenngleich auf eher weniger bis garnicht strömenden Gewässern wie dem Boden- oder dem Mummelsee, mag diese in die Plötzlichkeit der Post-WM-Leere platzende Nachricht ob der ungeheuren Strömungsgefahren für die Wasserpedaleure kaum glauben, und dankt Costa “Quanta” Costa für die Übermittlung solch sommerlochstopfender Nachricht.

Wie die Römer vor zeiten so hart vnd lang wider das Teütsch land gestritten haben. (2)

Die ander oder vnder Germania / ist gewesen von Cöln abhin biß an das möre / vnd hat sich gegen vndergang gestreckt biß zu der Mas / vnd waren jre fürnempste stett / Agrippina Vbiorum / das ist Cöln / vn Tungri / do nachmals ein bisthum auffgericht ward / aber jetzunt zu Lüttich ist. Des gleichen hetten die Römer auff der Tonaw auch jre prouintzen / nemlich Rhetia / Norico vnd Pannonia. Sie vnderschieden Rhetiam in zwo prouintzen / die erst Rhetia begreifft in jr den Bodensee / vnd waren diß die fürnempsten stett darin / Bregentz / Arben / vnd was den Rhein hinauff biß ghen Chur zu gelegen ist / vnd item das Lintzgöw vn Allgöw biß an den Lech. Das ander Rhetia ist gangen von dem Lech biß an den Yn / vnd hat in jm begriffen Augustam Vindelicam / das ist Augspurg / do sich gehalten hat der schatzbehalter der selbige prouintz. Darnach seind zwo andern prouintzen komen / die haben geheissen prouintie Noricorii / die haben sich gestreckt über Oestereich biß in Ungerland / das laß ich hie anston / vnd kom widerumb auff vnsern Rheinstrom. Do Julius der erst keyser lag in Sequania bey Bisantz / kam gegen jm gezogen Ariouistus der hohen Teütschen künig / mit eine grossen hore das er über Rhein gefürt hat / aber er ward von dem keyser in die flucht geschlagen / vnd kamen wenig mit jrem leben daruon / die über den Rhein schwumen / oder sunst mit kleinen schifflin daruber kamen / vnd dem fyend entrunen. Dise schlacht sol geschehen sein ein meil wegs fern von Basel an dem ort das jetz heißt Apollinaris. Darnach legt sich diser Julius mit seine kriegßuolck auff de Rhein vnd schwam offt mit jnen darüber / vnd strit wider die Teütschen. Jm Niderland bey den Vbijs vnd Menapijs / das ist bey Cöln / vnd im Gellerlad / macht er zwo brucken von holtz über den Rhein / domit er mit gewalt möcht an die Schwaben setzen / die dozumal herschere biß an die Elb / vnd den überrheinische vil trangs anthete. Aber wan er sie ergriff / ertrunen sie jm vnd verlieffen sich vnd verborge sich in dem Hartzwald oder in den lachen / vnnd hülen / das er jnen nichts oder gar wenig mocht abgewinnen. Aber was über dem Rhein gegen Franckreich / vnd über der Tonaw gegen dem Alpgebirg ligt / bracht er vnd sein nachkommen Augustus alles vnder der Römer gewalt. Zum aller ersten überkamen sie das ober theil an dem Bodensee / darnach das Sunggöw vmb Bisantz / darnach den Straßburger strich vnnd das ober Germaniam / mit der reuier vmb Metz vnd Trier / darnach das ander Germania / vnd dar zwischen brachten sie auch vnder jren gewalt beide Rhetiam vnd Noricum vn Pannoniam / das ist das Allgöw / Lechgöw / Baierland / Oestereich / Steiermarck biß in Ungern / aber von dem rechten Teütschen land / zwischen dem Rhein vnd der Tonaw begriffen / hetten sie nichts. Sie strebte aber lange zeit mit allem vermögen darnach / vnd hetten es gerings vmb an disen wässern vmblägert mit kriegern vnd hauptleüten / vnder wölche der keyser Julius der erst was der sie anfieng zu kriegen. (Aus Sebastian Münsters Cosmographia)

Wie die Römer vor zeiten so hart vnd lang wider das Teütsch land gestritten haben.

MJt was grosser müh vnd arbeit / ia kosten vnd verlust die Römer vorzeiten haben gestritten wider das Teütsch land / ist niemand on wissen der echter gelesen hat die alte historien. Es ist jnen gering gewesen vnder jren gewalt zubringen Hispaniam / Galliam / Britanniam / Greciam / Asiam / Egypten / Macedoniam vn ander villänder / aber Teütsch land wolt sich nit also liederlich ergeben / besunder das Teütsch land das der Rhein von occident / vnnd die Tonaw gegen mittag als starcke rinckmauren beschleüßt. Es hat manch tausent man müssen darüber zu grund ghan zu beiden seiten / wie du hören wirst. Dan die Teütschen theten solichen gewaltigen widerstand den Römern vnd allen jren fyenden / das vnder jren nachbauren ein solich sprichwort auß gieng. Will einer übel streiten / so reib er sich an die. Teütschen. Vnd wil einer streich lösen / so fahe er an ein zäck mit den Teütschen. Es habe die grausamme vnnd stäte überfäl der Teütsche gegen jren nachbauren den Römern so vil zu schaffen geben / das sie an eroberug Germanien offtermals verzweifflet / allein understünden jre prouintzen gegen den Teütschen vor überfal zu beschirmen / deshalb sie beide flüß Rhein vnd Tonaw auff jrer seiten mit vil trefflichen stetten vnd befestigungen verwaretend / als dan seind am Rhein / Bingen / Bopparten / Jngelheim / Mentz / Wormß / Speier / Rheinzabern / Seltz / Straßburg / Augst ob Basel / Keyserstul / Costentz / Arbon / vnd an der Tonaw / Augspurg / Regenspurg / Passaw / etc. Durch dies stett habe die Römer verhütet / das die Teütschen mit den jren / noch sie hinwider mit den Teütschen kein gemeinschafft dorffte haben. Der starck vnd namhafftig held Julius der erst keyser / legt sich zum ersten wider die Teütschen / vnd nam jnen die stett so an dem Rhein gelegen waren / die vor zeiten vnder den Galliern waren gewesen / aber durch die Teütsche erobert vnnd den Galliern ab getrungen / alsdann fürhin gemeldet ist / wie die Teütschen mit grossen scharen über den Rhein gefaren / die besten länder yngenommen vnd besessen haben. Do nun die Römer begerten des Rheinstroms vn den mit gewalt jnen zuziehen wolten / haben sich die Teütsche nit gesaumpt / sunder jnen fräuenlichen widerstand gethan. Doch mochte sie den Rheinstrom vo Basel an biß ghen Mentz nit behalten / sunder die Römer brachte jn zeitlich vnder jren gewalt / vnd besetzten alle stett vnd vn wärhafftige flecken mit haupleüten vnd kriegern. Die machten prouintzen darauß vnd vogteien / vnnd gaben den eroberten Teütschen ländern herzliche tittel vnd setzten grauen vnd hertzogen daryn. Die erst vnd gröst prouintz begreifft in jr Heluetiam / Sequanos vnd Rauracos/ das ist / Schweytzerland gegen Burgud / das Sunggöw biß ghen Bisantz vnd Baßler ladschafft biß ghen Colmar. Der hauptman diser prouintz hielt sich zu Bisantz / vnnd der vnder jm ander hauptleüt / vnder welchen einer sich hielt / bey Basel im Hole / der wartet das die Teütschen nitt über Rhein kämen / vnd den Römern in das land fielen. Nach diser prouintz kam Tractus Argentoratensis / das ist der Straßburger strich / vnd fieng an ob Schletstatt vnd gieng biß vnder Straßburg / wölche landschafft wir ietz zumal das vnder Elsaß nennen. Jr vorweser hieß der Straßburger graue / vnd was dem hertzogen zu Mentz vnderworffen. Do gieng an das erst Germania vnd begriff vnder jm das Straßburger land / Speirer land / Wormsser land vn Mentzer land. Die andern nennen es das ober Germaniam / vnd strecket sich biß in Lothringen. Ptolemäus streckt es biß an die Mosel / die er Obrincam nent. Sein oberster vorweser oder hauptman saß zu Mentz / vn her vnder jm eylff vögt / die hatten jre sitz / einer zu Salerion / das ist Seltz / einer zu Zabern / einer zu Vico Julio / jch acht es sey Weyssenburg oder Landaw / einer zu Speier / einer zu Alta ripa vnder Speier / das jetz heißt Altrip / einer zu Worms / einer zu Mentz / einer zu Bingen / einer zu Bodobriga / jetzunt Boppart / einer zu Confluentz oder Cobolentz / vn einer zu Antonaco / jetzunt Andernach. (Aus Sebastian Münsters Cosmographia)

Von den fliessenden wässern Teütsches lands.

ES ist kein land in dem gantzen Europa / darin man so vil vnd so gros wässer findt als in Germania oder Teütschland. Under denen ist das erst vn das gröst die Tonaw / die im Schwabeland oder im Schwartzwald im dorff Doneschingen entspringt / vnnd laufft gegen Orient in das Pontisch möre / vnd schöpfft in sich sechtzig andere große vn schiffreiche wässer / ehe sie in das mör lanfft. Die alten nennen den berg darauß sie entspringt Abnobam / wie wol mer dan auff ein halbe meyl kein berg bey jrem vrsprug ist / sunder sie quelt mit einem grossen fluß auß einem bühel / der über zwo oder drey closster hoch nit ist / wie jch das eigentliche vnd wol besehen hab / vnd ein besunder tafel darüber gemacht. Es ist bey den alten gelerten männern ein gros begird gewesen den vrsprung dises wassers zu sehen / darumb auch ettlich von Rom härauß zogen / domit sie gesehen möchten seinen vrsprüngliche brunnen. Wir lesen auch von Tiberio / do er ein mal komme was zu dem Bodensee / nam er für sich ein tagreiß zu besichtigen den anfang der Tonaw.
Das ander groß wasser ist der Rhein / vnnd der entspringt hinder Chur im höchsten Schweytzer gebirg / Strabo nent den selbigen berg Adulam / vnd hat der Rhein daselbst zwen vrsprüng / vnd werden auch beide der Rhein genant / lauffen zusammen ein Teütsch meil ob Chur. Einer heißt der vorder vn der ander der hinder Rhein. Von vrsprung des vordern Rheins ist es ongeferlich drei stund fußgangs biß an vrsprung des Rhodans rechter distantz vnd nit weiter / wo es vor den obersten bergspitzen der richte nach zu wandlen möglich were. Do entzwischen in gerader lini ligt der berg Gotthart / vor zeite Sume Alpes / das ist das höchst Alp gebirg genant / darin entspringt Ticinus / laufft gegen mittag in Italiam. An der gegen seite die Rüß / laufft durch Vry in Lucerner see / vnd darauß gegen mitternacht in Rhein. Aber der obgenant Rhodan laufft anfangs gegen vndergag / vnd der vorder Rhein von seinem vrsprug biß ghen Chur gegen auffgang. Vnd also geben dies flüß alle vier bey jrem vrsprung auß fliessende / ein creütz / deß halb nit onbillich die höhe des gebirgs doselbst / Summe alpes genant werden. Der Rhein laufft anfangs biß ghen Chur / demnach wendt er sich gegen mitnacht / vn macht zwen grosse seen / der erst heißt der Brigantzer oder Costentzer oder Bodensee. Etlich meinen das er vorzeite Lemannus hab geheissen / aber mögen das nit gnügsam probieren. Diser see geüßt wider auß jm bey der statt Costentz den Rhein / vn nit fern von der statt theilt sich der Rhein in ein andern see / den die alten haben genent lacum Venetum / aber ietzundt nent man jn den Undersee oder den Cellersee / vnd do krümpt sich der Rhein gegen vndergang / vnd behalt auch den lauff biß ghen Basel / do kert er sich gegen mitnacht / etc. Das dritt wasser ist der Necker vn des vrsprung ist nit über drey oder vier stund fußgangs von dem anfang der Tonaw. Er wirt auch zimlich gros / ehe er in den Rhein kompt / durch andere vil wässer / die allenthalben von dem Schwartzwald daryn rinen / vnder wölchen die fürnempste seind die Entzg / die von Pfortzen härab kompt / der Cochar vnd die Jagt / die von Elbangen durch Schwaben vnd durch den Otenwald fliessen / vnd bey Wimpffen in Necker fallen. Das vierd schiffreich wasser ist der Mayn / der hinder Bamberg in Voitland entspringt / vnd darnach mit grossen krümmen durch das Francken land dem Rhein zu laufft. Das fünfft ist Amasus die Emß / die druch Frießland laufft / die Weser / die aus Hessen läd durch Brunschweigerland dem mör zu laufft. Das siebend ist Albis die Elb / von die kompt auß Behmer land und laufft durch Meyßen und Sachsen dem mör zu. Das acht Suenus / die Spre. Das neündt Viadus / die Oder. Das zehend Vistula die Wixel. Vnd über dem Rhein Obrinca / das ist die Mosel. On dise schiffreiche wässer / seind sunst onzelich andere wässer im Teütsch land / die jre beywonern nit zu kleinem nutz dienen / als die Nahe bey Creütznach / die Brüsch vnd Jll zu Sraßburg / die Murg in der Marggraueschafft / die Kintzig zu Offenburg / die Ar / die Limmat / vnd Rüsch im Schweytzerland / der Lech bey Augspurg / der vor zeiten die Baiern hat gescheiden von den Alemannern / die Vindelici hiessen. Die Jser bey München vnd Landshut / der Jn von Jnspruck gegen Passaw / item Anisus der Ens / der vor zeiten die Hunen hat gescheide von den Baiern. Gang jch über die Thonaw in das Mortgöw zu dem Fichtelberg / so find ich ein gantzen hauffen wasser die daraus fliessen vn do sein vrsprung nemen / als nemlich die Nab / die Sal / der Eger / vnd die Pegnitz.

(Soweit Sebastian Münster in seiner Cosmographia, hier zitiert nach der Ausgabe von 1550. Die Cosmographia liegt nun digitalisiert vor, in zwei deutschen (davon der hier zitierten, recht lesefreundlichen, der Uni Köln) und einer lateinischen Version.)

Capitaine Lorelei – die französische Marine auf dem Rhein

Auf den ersten Blick durchaus erstaunlich das bloße (historische) Vorhandensein französischer Kriegsmarine auf rheinischem Süßwasser. Auf den zweiten erscheint es völlig logisch, die Erinnerung an selbst (wenngleich selten) zu Friedenszeiten auf diversen Flüssen gesichtete Marine macht das Bild rund. Die Straßburger Marine-Website bietet Informationen zur Verteidigung der Stadt im Jahre 1870 und zu weiteren Marineeinsätzen auf dem Rhein in den Kriegsjahren 1918 und 1945 (und in der Folgezeit). Einige Ausschnitte:

1870: „A la déclaration de guerre, le contre-amiral Exelmans (…) a pour mission de créer une flottille sur le Rhin constituée de canonnières démontables dénommées «batteries flottantes» armées d’un canon de calibre 150 mm. Chaque canonnière et son équipage est transportée en train. La faible vitesse de ces bateaux, 7 nœuds à comparer au courant du fleuve qui atteint parfois 6 nœuds, et surtout la précipitation des évènements (bataille de Froeschwiller) conduisent l’Amiral à participer à la défense de Strasbourg à terre. Il se voit confier 3000 hommes peu aguerris. (…) Leur ténacité et leur combativité sont unanimement reconnues y compris par les Allemands.“

1918: „Le 8 décembre 1918 la Flottille du Rhin est constituée. Elle comprend 15 officiers et 352 marins placés sous les ordres du Capitaine de corvette Darlan (…). Ils arment 26 bateaux basés à Strasbourg, Ludwigshafen et Coblence. La flottille reçoit la mission de participer aux opérations militaires éventuelles et au contrôle fixe et mobile du trafic commercial (…). De plus, les difficultés de navigation nécessitent la création d’une école de pilotage. (…) A partir de 1923, l’occupation de la Ruhr par les troupes franco-belges conduit à augmenter les effectifs qui atteignent plus de huit cents marins. La résistance passive des bateliers et des cheminots allemands laisse à l’abandon dans les ports des quantités considérables de vivres et de charbon destinées à la France. Alors, les marins arment les remorqueurs et les chalands, ils rétablissent progressivement le trafic sur le Rhein-Herne-Kanal (…). Entre Saint-Goar et Bingen, les pilotes militaires français remplacent les pilotes allemands et assurent la traversée délicate du Gebirge. (…) L’officier principal des équipages L’Hotellier gagne son surnom de «capitaine Lorelei». Ce navigateur hors pair a dressé les cartes du fleuve, il a rédigé un «Manuel du batelier du Rhin». Son successeur, Léon Merlin, complète l’œuvre entreprise en rédigeant en 1930, en langues française et allemande, le «Guide du batelier du Rhin». (…)

1945: „A partir du 3 avril 1945, les Forces Maritimes Françaises du Rhin ont pour attributions la surveillance, le contrôle et la police de la navigation. L’officier des équipages Léon Merlin est rappelé en activité pour former les pilotes de la deuxième génération. La marine compte alors près de 500 marins sur le Rhin et ses affluents armant une cinquantaine de bateaux divers. Leur domaine s’étend de Bâle à Lauterbourg. L’état-major est basé à Strasbourg, la flottille est installée à Bingen, l’école de pilotage reprend ses quartiers à Saint-Goar. (…) De 1952 à 1955, un programme d’aménagement de deux flottilles est réalisé. La flottille nord a pour port base Coblentz-Lutzel, elle dispose de 38 bateaux. La flottille sud demeure à Kehl, elle compte 42 bateaux. L’effectif des FMR atteint 312 marins français et 238 ouvriers, employés et mariniers allemands.(…) La flottille nord est ainsi transférée en 1957 à la Fluss pionier de la Bundeswehr. La «Royale» entretient sa capacité à naviguer et à franchir le Rhin jusqu’en 1966, année où des choix budgétaires imposent la dissolution des FMR (…)

Dreiländeroper

Im oberrheinischen Dreiländereck Basel – Elsaß – Baden entsteht gerade eine multimediale Oper, geleitet von Bruno de Chénerilles, schreibt die Badische Zeitung vom 28. Mai, aus der Bdolf einen Ausriß schickt. Um Klänge und kulturelle Hintergründe der Region zu erforschen, befragte ein Beteiligungskampagnen-Team Passanten auf den Marktplätzen der Region zu Lieblingsklängen und -landschaften. Hierzu ein kurzer Auszug aus dem Interview:

BZ: Was haben Ihnen die Menschen geantwortet?
De Chénerilles: In vielen Antworten ging es um den Rhein oder um den Schwarzwald – und um den Flughafen. Niemand hat den Euro-Airport als Lärmbelästigung abqualifiziert, obwohl er für die Menschen Lärm und Schmutz bedeutet. Wenn sich jemand über den Flughafen äußerte, hatte man den Eindruck, der Flughafen ist seine Tür zur Welt.

BZ: Haben Sie eine Art Heimatkunde betrieben?
De Chénerilles: In gewisser Weise ja. Es gehört zu den Eigentümlichkeiten dieser Gegend, dass sich die Menschen stark mit ihr identifizieren. Sie müssen sich vorstellen, da erzählte uns jemand, wie sehr er es liebe, von sich zu Hause aus das Starten und Landen der Flugzeuge zu sehen. Es gibt da eine gewisse Enge durch die Nähe der Grenzen und dann ist das dieser Flughafen, der die Enge durchbricht. Ich selbst habe das gespürt. Aber die Tatsache, dass jemand, der dort lebt, es aussprach, gab der Tatsache eine besondere Qualität.

(Im Hinterhof geht seit vier Stunden mit unbeschreiblichem Lärm der Rasenmäher, ganz bestimmt ein am TÜV vorbei aufgemotztes Fabrikat im Besitz der hiesigen Hausmeisterdynastie, um mit völlig unkölnischer Hartnäckigkeit jeden Ansatz von Wildwuchs zu vernichten. Ich kann diese Flughafenanwohner nicht bis ins Detail verstehen. Aber der Rasenmäher führt ja auch nicht aus Köln hinaus, sondern verwirft, wie in Köln üblich, lediglich den Hof und seine Anwohner auf ihr bedröhntes Selbst.)

Neue Rheinmetropole, neue Rheinlänge

Das Monatsende bringt essentielle Meldungen zur rheinischen Existenz: nicht nur, daß die Länge des Rheins wegen eines Zahlendrehers bisher öffentlich meist falsch mit 1320 statt mit richtig 1230 Kilometern angegeben wird, wie der Kölner Biologie-Professor Bruno Kremer laut gestrigen Zeitungsmeldungen per eigenen Vermessungen herausgefunden haben will, nein, es existiert sogar recht unvermittelt eine neue Rheinmetropole, wenn auch zunächst nur für einen Monat, wie der folgenden Ankündigung (merci erneut an Roland Bergère) entnommen werden kann:

Ecole Regionale des Beaux-Arts in Besançon: Copacabana doesn’t exist! About the existence of the Rhin Rhône territory

If there is a place where human utopia has been achieved, that place is Copacabana. It is decadence in the poetic sense. The decadence in Copacabana works as a curtain, a protection for everything which happens within. Copacabana doesn’t have a centre, nor links with golden youth… It is a sort of oasis for all kinds of… Copacabana is wonderful. It is a wonderful town. Copacabana doesn’t exist!

This exhibition is the result of work carried out in a workshop of research at the ERBA. It was initiated by Philippe Terrier-Hermann and carried out jointly by students and two artists in residence, Ariane Bosshard, graphic artist, and Maxime Brygo, photographer. The question of creating a Rhône-Rhine agglomeration, utopian conurbation of two million inhabitants, stretching in an arc from Le Creusot to Bâle, including especially Dijon, Besançon and Mulhouse, has been the driving force of this workshop based on the question of how the territory can be represented. Indeed, isn’t this territory for now a mere mental representation? Will not this new entity measuring more than 300 Km in length, with an efficient high speed train network as backbone, exist only for an elite or a limited circle of informed civil servants and elected officials? Does the development scheme take into account all the essential aspirations of the inhabitants in all their diversity? Is grouping of competences in order to establish centres of excellence to exist on an international level compatible with the necessity to preserve social benefits and access to culture. Where are the centre and the boundaries of an agglomeration? How do we represent a new metropolis made up of diverse cities, each having their own specific identity, equally historically as mythically? We have tried to reply to these questions both together and individually and present our diverse research here. Maxime Brygo, in his photographic work attempting to represent this agglomeration has searched for images meaningfully illustrating history and symbols. He questions the subject of identification with a territory, its history and its potential monuments. Two notes, one official, the other descriptive are given to each of these pictures. In this way, Maxime Brygo offers us the chance to dare to assume the position of judge between the image and its potential interpretations; he leaves the images to float in an undefined status. With this body of work, Maxime Brygo asserts that this territory exists in its capacity to link these stories and their representations. As an accompaniment to this research, Ariane Bosshard has reflected on the traceability of this mental territory and on the good way of realizing a book about such a myth. So, she has conceived a black book, a book to elaborate mentally only from what is given to us: the oral description of the pictures. Thus she also plays with the zones of mental construction existing between words and images.

Artists’ representation of a territory stimulates possibilities and their perception of these possibilities is potentially utopian. Though attempting to activate a deliberately real territory, artists, through their visions have potentialities for turning them into Utopia (Nicolas Moulin, Bernard Voïta, Edwin Zwakman…). Either by the use of shifting, altering shapes, framing, darkening, … or any odd vision, the works shown here transform our perception of the world and lead us to look at it in another way. Gabor Osz shows a photograph of a beach, normally a place for leisure, in a warlike vision, having converted a bunker into a camera obscura. The virgin Namibian landscape by Balthasar Burkhard offers possibilities. David Renaud and Philippe Terrier-Hermann present maps which, though realistic, are made unusual by their own point of views. Ayako Yoshimura depicts a new territory, between utopia and heterotopy : a hyper megalopolis combining Tokyo, Shanghai, São Paulo, Chicago, New York and Yokohama; Marie-José Burki presents a scan of the Genevan suburbs. A manure heap by Philippe Gronon plays as a counterpoint to three cliché-like landscape paintings by Lisa Milroy. Sébastian Diaz-Morales’ movie takes us into unknown and unidentified areas, though real. Simon Faithfull’s video showing an abandoned fishing station in the Falkland Islands inhabited again by the native population as well as Neal Beggs’ performance about appropriating public spaces suggest an opportunity for hope. Delphine Bedel has travelled the mythical Route 66 from Chicago to Los Angeles, Gérard Collin-Thiébaud has wandered through Corsica and Valérie Jouve has approached Munster by river, rail and road. With ‘Celebration’, Quirine Racké and Helena Muskens present a town built in 1996 by Disney, which is how a capitalistic firm has seized the concept of Utopia…

Innovation may bring some practical applications contributing to activate some concepts of utopia in its desire of a better ‘living together’ but it ought to be done in respect of community ideals specific to its genesis. Should utopia be applied thanks to innovations only available for an elite, it would result again in a dead end, in the same way as the one which led to the dismantling of the housing schemes buildings of the 60’s and 70’s.

Putting in place utopias based on innovation should benefit to everybody, far from the law-and-order drifts of gated communities or other barrio cerrados. These walled residential areas started in the USA, are developing from Buenos Aires to Cape Town and show a worrying rise in Europe. This fantasized Rhine-Rhône metropolis, in which it would take 20 minutes for a Besançon resident to attend an opera in Dijon or for a Belfort inhabitant to be in Mulhouse thanks to high speed trains is surely a pleasing idea, but on the condition that access to the trains should not be challenged by an elitist commercial policy which would again result in a new failure for Utopia. At least, this is the message which seems to be expressed by the artists and their ‘territorial’ visions!

«Today, the world is too dangerous for anything less than utopia» Richard Buckminster Fuller

Opening: Jan 28th from 8pm to midnight
From 28th January to 26th February 2010: Open from Monday to Friday from 2pm to 7pm (closed from 6th to 23rd February)

De Rynstroom (5)

O suivre en blancke Rynmeermin,
Die my tot stervens toe kunt kittlen,
Ghy helpt veel sielen aen gewin,
En menigh Graef aen eeretittlen,
En landen aen een` hoogen naem.
Hoe menigh heeft u overtogen,
En met uw rand bepaelt syn faem?
Hoe dickwils saeght ghy met uw oogen
Het hooghgeboren Hollandsch bloed,
En voelde in `t water synen gloed?

Het sy ick dan mijn ooghen sla
Op uw bisschoppelijcke torens:
Of met een lent van vaersen ga
Bevlechten uwe silvre horens:
Of volgh uw` wuften ommeswaey:
Of sing op `t ruisschen van uw baeren:
Of huppel op mijn Keulsche kaey:
Of koom door Bazel afgevaeren,
Daer ghy Erasmus grafste kust,
En wenscht het wijs gebeente rust.

Het sy ghy `s Keysers vierschaer schaeft
Te Spier, dat swart van pleiters grimmelt,
Daer Themis, grijs en afgeslaeft,
Bekommert sit, en `t pleit beschimmelt:
Het zy ghy brult in `t Binger loch:
Of Neerland drenckt met volle vaten,
En groeien doet van wijngersogh,
En ydle en sotte sorgen haeten:
Uw vocht bestelt mijn veder inckt,
Tot datse in zee met u verdrinckt.

Kaiserswerth

Über den Gründer der Diakonie, Theodor Fliedner, schreibt Rev. William Fleming Stevenson in seinem Buch „Praying and Working“ (London 1862), das von Lebenswegen berühmter Christen erzählt, und nimmt dabei mit Thomas Hood (dessen Stil er mäßig kopiert) und Lord Byron einen langen rheinischen Anlauf, bevor er „The blue flag of Kaiserswerth“ sichtet: „Up the Rhine, has no more the meaning it bore in Thomas Hood`s exquisitely droll itinerary, – not so long ago, but for this railway and now telegraph speed at which the world is flying past us, – when it meant leisurely sailing for days together from the very Rhine mouth up to Basel, with nightly bivouacs at the villages on either side, and endless opportunity of observing the vicissitudes of social life from the crowded quarter-deck. For the first point of departure from Rotterdam is now the pretty station of the Dutch-Rhenish Railway, and along this railway you are whirled at a steady, comfortable pace, without so much as a peep at the rejoicing river, or at anything else, save a deep, full ditch, close to the rails, an occasional sand-hill, or flat colourless fields where the hard soil is bleached by the sun, until you see the towers of the great cathedral at Cologne, and there take the water for Coblenz and Bingen. But should any one be simple, quiet, and old-fashioned enough to embark at the Boompjes, in one of the fast Rhine steamers, and be content to look, for two days, at a row of bulrushes on the one side and poplar trees upon the other, or at poplar trees upon the one side and a row of bulrushes on the other, he will not only come upon the exquisite scenery higher up with all the advantage of contrast and relief, but will probably see, about an hour before reaching Düsseldorf, a strange flag floating from a tower upon the left. It is not time for the „Fruit, foliage, crags, wood, cornfield, mountain, vine / And chiefless castles breathing stern farewells, / From green, but leafy walls, where rain greenly dwells;“ the only rising ground in sight is on the horizon, and the tower is only the relic of a windmill. Neither does the flag suggest anything of battles passed below, but is simply a large blue flag, bearing in the centre a white dove with an olive branch. It is the signal that you are passing Kaiserswerth, a paltry, ordinary village, as you would presently say, looking at the houses that straggle down to the river; and is nothing more, notwithstanding its ruins of the eleventh century, and that St Suibert, the first evangelist of the district, is buried in the Pfarrkirche. Moreover, on nearer inspection it turns out to be dirty, as most Roman Catholic towns unfortunately are. And yet it is better worth stopping at than St Goar or Ehrenbreitstein. It is the seat of a movement which is exercising a profound influence on the German Church, and drawing no little attention from England, as well; where an unpretending German clergyman has been working out in his own way a problem which deeply concerns us all – the right relation of womanly gifts and service to the kingdom of God. (…)“