Doch leichter wird der Rhein verbrennen

Den Neid der Dichter untereinander berührt Daniel Trillers kräftiges Sinnbild, das nach seinem Eingang ins Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm mit etwas Verspätung nun über den am Ende abrupt verschlungenen Umweg eines fast schon abgestandenen Artikels von Michael Lentz über den 1. FC Köln in der Welt, welchen die Lyrikzeitung heute anteaserte, zu rheinsein, wo es jedenfalls hingehört, fand:

(…)
Ob ich ein großer Dichter wär,
Ob keiner, dieser eitlen Ehr
Wollt ich mich gern verlustig schätzen.
Ich suchte noch, so viel an mir,
Dem edlen Brockes nachzuahmen,
Und zöge seinen großen Namen
Noch ferner andern Dichtern für.
Wer könnte mich daran verhindern?
Die Armen geben sich zu bloß!
Sie wären gern alleine groß,
Und wollten andrer Ruhm vermindern.
Doch leichter wird der Rhein verbrennen,
Als ihr verwünschter Wunsch geschehn:
Sie werden die Erfüllung sehen,
Wenn sich die Elementen trennen.
(…)

(aus: Daniel Triller – Poetische Betrachtungen über verschiedene aus der Natur- und Sittenlehre hergenommene Materien, Band 2, Seite 26, Hamburg 1746)