Presserückschau (Juni 2015)

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Fischüberwachung: “Viele Jahre gab es im Fluss Rhein gar keine Lachse mehr. Es wurde zu viel gefischt und das Wasser war verschmutzt, deswegen ist der ursprüngliche Rheinlachs sogar ausgestorben. Mittlerweile gibt es aber wieder ein paar Lachse im Rhein. Sie schwimmen aus dem Atlantik den Rhein hoch, um in ruhigeren Nebenflüssen ihre Eier abzulegen. Seit Anfang des Jahres sind 142 Stück gezählt worden, das ist neuer Rekord. Gezählt werden sie an der Fischtreppe bei Iffezheim. Dort wird jeder Fisch von einer Videokamera erfasst und aufgezeichnet. Im vergangenen Jahr sind über 50.000 Fische gezählt worden, von insgesamt 25 Arten.” (Kiraka)

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Zu schnell um gerettet zu werden: in denunziatorischer Boulevarddiktion berichtet der Express von einem “irren Schwimmer” im Kölner Rhein, der “die Polizei genarrt” habe: “Um 12.34 Uhr ging der erste Notruf einer Frau bei der Feuerwehr ein. Sie meldete einen Schwimmer, der gerade am Niehler Damm ins Wasser steigen und zum rechtsrheinischen Ufer schwimmen würde. Sofort machten sich Polizei und Feuerwehr mit einem Großaufgebot auf den Weg. Zu Wasser, zu Lande und in der Luft suchten sie nach dem Mann – ohne Erfolg. Kurz darauf der nächste Anruf in der Leitstelle. Ein Spaziergänger berichtete, dass ein Mann in Stammheim an Land gegangen und kurz darauf wieder ins Wasser gesprungen sei. Wieder suchten die Retter alles ab. Wieder war der Schwimmer einfach schneller. Zeugen berichteten um 13.25 Uhr den Rettungskräften, dass eine Person am Niehler Damm aus dem Wasser gekommen sei und sich zügig entfernt habe – Einsatzabbruch!”

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Stadion auf dem Rhein: Die Bild interviewt Fußballtrainer Christoph Daum zur möglichen Fusion der Klubs Bayer 04 Leverkusen und 1. FC Köln im Jahr 2050. Daum erklärt ein solches Kölnkusen für international wettbewerbsfähig: „Die Tradition vom FC in Verbindung mit der Organisations- und Investment-Struktur von Leverkusen würde sich ideal ergänzen. Es wäre schon sehr interessant, was bei diesem Projekt rauskommen würde…“ Auf die Frage, wo das passende Stadion für ein solches Projekt zu stehen hätte, antwortet Daum schmunzelnd: „Auf dem Rhein! Das wäre doch ein Ding, vielleicht ist so eine Konstruktion möglich. Ein Stadion, das beide Städte verbindet – was willst du mehr…?!“

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Mehr Geld aus Berlin in den Rhein investieren: “Die Verkehrsminister der Rheinanlieger-Länder fordern vom Bund mehr Geld, um den Rhein für den Gütertransport attraktiver zu machen. Straße und Schiene allein könnten die zu erwartenden Zuwächse beim Gütertransport nicht bewältigen, sagte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Montag bei einem Treffen in Mannheim. Sein rheinland-pfälzischer Amtskollege Roger Lewentz (SPD) zeigte sich überzeugt, dass eine Verdoppelung des Transportvolumens auf dem Rhein möglich sei. Dafür müssten aber Brücken angehoben, Schleusen erneuert und die Fahrrinne durchgehend auf mindestens 2,10 Meter vertieft werden.” (SWR)

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Rheingetauft: “Die etwa 180 Gottesdienstbesucher der Freien evangelischen Gemeinde Wiesbaden sitzen auf Bierbänken im Schatten einer Trauerweide. Zwei Kinder sitzen auf einer Picknickdecke und naschen Erdbeeren, andere buddeln im Sand. Der Taufgottesdienst findet an diesem Sonntag an einem ungewöhnlichen Ort statt: unter freiem Himmel auf der Rheininsel Rettbergsaue. Statt ins Taufbecken werden die Täuflinge in den Rhein getaucht.” Anknüpfend an die Flußtaufe Jesu im Jordan seien in Wiesbaden fünf Täuflinge neu in die Christenheit aufgenommen worden, berichtet der Wiesbadener Kurier.

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Goldrausch: von einem angeblichen gold rush in Disentis am Vorderrhein berichtet das Schweizer Boulevardblatt Blick, gefolgt von weiteren Blättern. Im Zentrum der Artikel steht der lokale Goldgräber August “Gold-Gusti” Brändle, der von erstaunlichen Nuggetfunden, darunter einem knapp 50 Gramm schweren Rekordstück mit Namen “Desertina” berichtet. Der Ansturm der Rheingoldwäscher in Disentis indes scheint einige Zeilen unterhalb der reißerischen Überschrift noch halbwegs übersichtlich: “Der Ort ist bei Goldfreunden beliebt. Schatzsucher aus ganz Europa kommen zur Lukmanierschlucht im Bündner Oberland. Gegen 2000 sind es im Jahr.”