Rheinancke

„Rheinancke, Albula, Laveret, ist ein schöner Fisch, mit gläntzenden silberweissen Schupen, etwas blaulich mit unterspielend, um die Augen hat er eine röthliche Farbe, einen weissen Bauch, auf dem Rücken zwo und unten drey Floßfedern. Er wird über zwey Spannen lang, streichet im Mertz, hält sich im Bodensee, auch im Atter- und etlichen andern grossen Seen, und wird vom Februar an bis in den May mit grossen Wathen, aber sehr sparsam gefangen. Frisch gekocht, wird er für ein gutes Essen gehalten, die meisten aber werden gedörret und also verführet. Die gedörrten Rheinancker dürfen nicht länger als ein weiches Ey sieden, sonst werden sie harte und spießig. Viele lassen sie nur eine halbe Viertelstunde in heissem Wasser weichen, da sie denn hernach mit allerhand guten Brühen zugerichtet, und auf die Tafel gegeben werden.“

(aus: Johann Heinrich Zedler, Grosses vollständiges Universal-Lexicon… Band 31, Halle, Leipzig 1742)