Rhein vs Mekong vs Menam

Im Vergleich zum Mekong oder Menam mit ihren quälend braunen Fluten wirkt unser Rhein, der deutsche, wunderbar klar, wenn ihm auch ein gewisser, teils volksgeschichtlich bedingter Braunstich innewohnt, von dem er sich kaum jemals reinwaschen wird – obschon ein Fluß sich zeitlich in ganz anderen Dimension selbst erfaßt, als der Mensch ihn bei bestem Mühen greifen kann. Im Vergleich zum Mekong oder Menam wirkt der Rhein zugleich lächerlich schmal und zahm, trotz Binger Loch und Loreley-Fels, und die Schubverbände auf seinem Rücken ziemlich winzig im Gegensatz zu den fast vollständig unter der Wasserhaut dümpelnden asiatischen Großverbänden, die zumindest dem Laien bedeuten, sie könnten jeden Augenblick absaufen. Der Rhein, die deutsche Lebensader, viel besungen und heute immerhin noch Synonym für einerseits original fröhliche Urständ, andererseits Schwartenkitsch und Blendromantik, wirkt jedenfalls im Vergleich zu seinen asiatischen Brüdern mehr wie so ein Würstchen – und die sind bei uns meist vom Schwein, dem edlen Wappentier der deutschen Metzgerzunft. So sinniere ich vor mich hin, während ich meine einmaligen Schritte (auch Heine lief hier lang, auch Goethe) als bedeutsame Zeichen in den Ufersand setze, das isotrope Lachen der Steine im Ohr, die meinen Anstalten höhnen, Raum und Zeit im Geiste zu einen; eine Aufgabe, von der sie meinen, sie sei alleine ihnen vorbehalten, auf dem Flußgrund, als dumpfes Geröll, oder eben als geschliffener Auswurf, in tausend Grautönen, als höflicher Kiesel, den Farben des Himmels angepaßt wie er über unserem Lande waltet, dem schönen, mit seinen Kraftwerken und Schweinepferchen: Die Kraftwerke, die den Himmel färben und die Mastbetriebe, die die gute Wurst herstellen – und zwischen Himmel und Wurst bewegen wir uns durch die Tage, starren, bettelnd um Bewußtsein, auf den überforderten Fluß, der uns dennoch beruhigt, weil er so elegant, so hoffnungsfroh, so trostspendend den Zyklus der Zellalterung umschreibt, wir hocken am Fluß und unsre Bedeutung fließt davon, küttste hück nit, küttste morje, Laoten, Thais und Vietnamesen mögen gewaltigere Ströme ihre Lehrmeister nennen, aber ob sie deshalb tiefere Weisheiten als der Kölner schürfen konnten, ist bis heute, zumindest am Rhein, unerforscht.

(Ein Gastbeitrag von Gerhard Preißner. rheinsein dankt!)

Rotterdam (3)

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Am Rotterdamer Autobahnring sind die Häfen 100 – 1000, sowie 1200 – 9900 beschildert, Ziffern, die weniger der realen Hafenbeckenanzahl entprechen dürften, als vielmehr dem Plan, die Becken systematisch zu numerieren. Die Hafenanlagen strecken sich (grob fahrlässig geschätzt) über 30 Kilometer von Rotterdam bis zur Nordsee, ein superlativisches Ausmaß für Europa, dieweil in Asien, vor allem in China, mittlerweile noch größere Häfen existieren.

rdam_containerrobotAchtung, Roboter! Vom Wegrand grüßt ein unbemannter Container-Ladekran. Die Container werden auf ebenfalls unbemannte Fahrzeugautomaten gehievt, die mithilfe von Magnetgittern im Bodenbelag durch die Geisterterminals zockeln.

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Überwuchert von Pfeilern und Gestängen verlieren wir die Orientierung und folgen doch strikt unserer Spur.

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Ein gute Orientierungsmarke: der Riesen-Hühnerkräuter-Gewürzstreuer des Verstegen-Gebäudes an der Ringautobahn.

Tacitus über den Rhein und seine Anwohner

Vom Rhein als zentralem Grenzfluß (dessen Goldvorkommen er übersieht), vom widerwärtigen, unermeßliche Inseln umfassenden “nördlichen Ozean” und der Genealogie, dem Wesen wie den Sitten der Ureinwohner der waldstrotzenden Deutschländer, die einst auch Herkules und Odysseus gesehen haben sollen, berichtet Tacitus in seinen Neulandbeschreibungen Germania, die heute meist auf das Jahr 98 n. Chr. datiert werden:

“Germania omnis a Gallis Raetisque et Pannoniis Rheno et Danuvio fluminibus, a Sarmatis Dacisque mutuo metu aut montibus separatur: cetera Oceanus ambit, latos sinus et insularum immensa spatia complectens, nuper cognitis quibusdam gentibus ac regibus, quos bellum aperuit.
Rhenus, Raeticarum Alpium inaccesso ac praecipiti vertice ortus, modico flexu in occidentem versus septentrionali Oceano miscetur.
Danuvius molli et clementer edito montis Abnobae iugo effusus plures populos adit, donec in Ponticum mare sex meatibus erumpat; septimum os paludibus hauritur.

Ipsos Germanos indigenas crediderim minimeque aliarum gentium adventibus et hospitiis mixtos, quia nec terra olim sed classibus advehebantur, qui mutare sedes quaerebant, et immensus ultra utque sic dixerim adversus Oceanus raris ab orbe nostro navibus aditur.
Quis porro, praeter periculum horridi et ignoti maris, Asia aut Africa aut Italia relicta Germaniam peteret, informem terris, asperam caelo, tristem cultu aspectuque, nisi si patria sit?
Celebrant carminibus antiquis, quod unum apud illos memoriae et annalium genus est, Tuistonem deum terra editum. Ei filium Mannum originem gentis conditoresque Manno tres filios adsignant, e quorum nominibus proximi Oceano Ingaevones, medii Herminones, ceteri Istaevones vocentur.
Quidam, ut in licentia vetustatis, plures deo ortos pluresque gentis appellationes, Marsos, Gambrivios, Suebos, Vandilios adfirmant, eaque vera et antiqua nomina.
Ceterum Germaniae vocabulum recens et nuper additum, quoniam, qui primi Rhenum transgressi Gallos expulerint ac nunc Tungri, tunc Germani vocati sint: ita nationis nomen, non gentis, evaluisse paulatim, ut omnes primum a victore ob metum, mox et a se ipsis invento nomine Germani vocarentur.

Fuisse et apud eos Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium ituri in proelia canunt. Sunt illis haec quoque carmina quorum relatu, quem baritum vocant, accendunt animos futuraeque pugnae fortunam ipso cantu augurantur; terrent enim trepidantve, prout sonuit acies, nec tam vocis ille quam virtutis concentus videtur.
Adfectatur praecipue asperitas soni et fractum murmur, obiectis ad os scutis, quo plenior et gravior vox repercussu intumescat.
Ceterum et Ulixen quidam opinantur longo illo et fabuloso errore in hunc Oceanum delatum adisse Germaniae terras, Asciburgiumque, quod in ripa Rheni situm hodieque incolitur, ab illo constitutum nominatumque; aram quin etiam Ulixi consecratam, adiecto Laertae patris nomine, eodem loco olim repertam, monumentaque et tumulos quosdam Graecis litteris inscriptos in confinio Germaniae Raetiaeque adhuc extare.
Quae neque confirmare argumentis neque refellere in animo est: ex ingenio suo quisque demat vel addat fidem.

Ipse eorum opinionibus accedo, qui Germaniae populos nullis aliis aliarum nationum conubiis infectos propriam et sinceram et tantum sui similem gentem extitisse arbitrantur.
Unde habitus quoque corporum, tamquam in tanto hominum numero, idem omnibus: truces et caerulei oculi, rutilae comae, magna corpora et tantum ad impetum valida.
Laboris atque operum non eadem patientia, minimeque sitim aestumque tolerare, frigora atque inediam caelo solove adsueverunt. (…)”

Berliner Rhein (3)

Solange sie nicht unter offiziellem Humta und Fähnchenschwenken von US-Präsidenten besucht wird, müssen wir der Rheinstraße in Berlin, immerhin eine gediegene Einkaufs-, Wohn- und Ausgehstraße von sicher einem Kilometer Länge und guter Berliner Breite (inkl begrüntem Mittelstreifen), eine gewisse Gesichtslosigkeit und Öde attestieren. Das Rheinische an der Rheinstraße ist dem

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Augenschein nach nonexistent. Lediglich die Rhein-Apotheke identifiziert sich mit dem Straßennamen, womöglich aber nur deshalb, um auf einer veritablen Apothekenmeile ein sicheres Unterscheidungsmerkmal anzubieten. In der ansonsten stark von Normfreaks jeglicher Konvenienz  bevölkerten Hauptstadt mit ihren provinzbürgerlich-flippigen Ladennamen (“Schuhtanten”, “SchubLaden”, “Saftschubser”, um nur kurz aus der Schu-Sparte zu zitieren) zeigt die Rheinstraße eine angenehm zurückhaltende, höchst durchschnittliche, ihrem Angebot angemessene, metropol-über den Dingen stehende  Nomenklatur: nicht ein einziger bescheuerter Friseurladenname (in Kreuzberg hingegen: “Verlockung”), am gewagtesten noch der “Asia-Nudel-King” (selbsterschließend) und “die heiße Wahre” (eine Currywurstbude). Vermutlich unbewußt bis ungewollt rheinische Anklänge bieten “bad & baden”, in dessen Auslage wir die erst jüngst hier besungenen Raum-Zeit-Quietscheentchen

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in artgerechter Massentierhaltung erblicken und “vom Fass”, das Bodensee-Apfelsaft im Fünfliterpack offeriert. Das wars denn aber auch an rheinischen Zugeständnissen. Wohl zeigt die Straßenführung grob in Richtung Rheinland, was einst Anlaß zur Namensgebung gewesen sein mag. Wir können uns allerdings nicht erinnern, jemals über die Rheinstraße in Berlin eingefallen zu sein. Auf der nun flaniert wird von Aldi zu Lidl und retour. Berlinerisch herrscht auf halber Straßenhöhe die Kaisereiche. Wir stellen uns, eine leichte Übung, die Straße als

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Kanal vor. (Bald dümpelte er stahlgrau-stahlblau dahin mit benzinösen Ausblühungen und zögen zweiundzwanzig zuckerwatteweiße Schwäne schwanhalsig-attraktiv an seiner schlierig-schmuddeligen Oberfläche in Richtung ihnen hingeworfner Dönerbröckchen.) Fazit: einen Rhein bzw enklaviert-integrierte Rheinischkeit gibt in dieser Stadt scheints rein garnichts ab und das ist, wie so vieles in Berlin, gut so. (Die Ständige Vertretung mit ihrem geradezu überrheinisch formulierten Kult-Anspruch lassen wir an dieser Stelle höchstwillkürlich außen vor.)

Nicolas Boileau: Le passage du Rhin (2)

Ce discours d’un guerrier que la colère enflamme
Ressuscite l’honneur déjà mort en leur âme;
Et, leurs cœurs s’allumant d’un reste de chaleur,
La honte fait en eux l’effet de la valeur.
Ils marchent droit au fleuve, où Louis en personne,
Déjà prêt à passer, instruit, dispose, ordonne.
Par son ordre Grammont le premier dans les flots
S’avance soutenu des regards du héros:
Son coursier écumant sous son maître intrépide,
Nage tout orgueilleux de la main qui le guide.
Revel le suit de près: sous ce chef redouté
Marche des cuirassiers l’escadron indompté.
Mais déjà devant eux une chaleur guerrière
Emporte loin du bord le bouillant Lesdiguière,
Vivonne, Nantouillet, et Coislin, et Salart;
Chacun d’eux au péril veut la première part:
Vendôme, que soutient l’orgueil de sa naissance,
Au même instant dans l’onde impatient s’élance:
La Salle, Béringhen, Nogent, d’Ambre, Cavois,
Fendent les flots tremblants sous un si noble poids.
Louis, les animant du feu de son courage,
Se plaint de sa grandeur qui l’attache au rivage.
Par ses soins cependant trente légers vaisseaux
D’un tranchant aviron déja coupent les eaux:
Cent guerriers s’y jetant signalent leur audace.
Le Rhin les voit d’un œil qui porte la menace;
Il s’avance en courroux. Le plomb vole à l’instant,
Et pleut de toutes parts sur l’escadron flottant.
Du salpêtre en fureur l’air s’échauffe et s’allume,
Et des coups redoublés tout le rivage fume.
Déjà du plomb mortel plus d’un brave est atteint:
Sous les fougueux coursiers l’onde écume et se plaint.
De tant de coups affreux la tempête orageuse
Tient un temps sur les eaux la fortune douteuse;
Mais Louis d’un regard sait bientôt la fixer:
Le destin à ses yeux n’oserait balancer.
Bientôt avec Grammont courent Mars et Bellone;
Le Rhin à leur aspect d’épouvante frissonne:
Quand, pour nouvelle alarme à ses esprits glacés,
Un bruit s’épand qu’Enguien et Condé sont passés:
Condé, dont le seul nom fait tomber les murailles,
Force les escadrons, et gagne les batailles;
Enguien, de son hymen le seul et digne fruit,
Par lui dès son enfance à la victoire instruit.
L’ennemi renversé fuit et gagne la plaine;
Le dieu lui-même cède au torrent qui l’entraîne;
Et seul, désespéré, pleurant ses vains efforts,
Abandonne à Louis la victoire et ses bords.

Du fleuve ainsi dompté la déroute éclatante
A Wurts jusqu’en son camp va porter l’épouvante.
Wurts, l’espoir du pays, et l’appui de ses murs;
Wurts… Ah! quel nom, grand roi, quel Hector que ce Wurts!
Sans ce terrible nom, mal né pour les oreilles,
Que j’allais à tes yeux étaler de merveilles!
Bientôt on eût vu Skink dans mes vers emporté
De ses fameux remparts démentir la fierté;
Bientôt… Mais Wurts s’oppose à l’ardeur qui m’anime.
Finissons, il est temps: aussi bien si la rime
Allait mal à propos m’engager dans Arnheim,
Je ne sais pour sortir de porte qu’Hildesheim.

Oh! que le ciel, soigneux de notre poésie,
Grand roi, ne nous fit-il plus voisins de l’Asie!
Bientôt victorieux de cent peuples altiers,
Tu nous aurais fourni des rimes à milliers.
Il n’est plaine en ces lieux si sèche et si stérile
Qui ne soit en beaux mots par-tout riche et fertile
Là, plus d’un bourg fameux par son antique nom
Vient offrir à l’oreille un agréable son.
Quel plaisir de te suivre aux rives du Scamandre;
D’y trouver d’Ilion la poétique cendre;
De juger si les Grecs, qui brisèrent ses tours,
Firent plus en dix ans que Louis en dix jours!
Mais pourquoi sans raison désespérer ma veine?
Est-il dans l’univers de plage si lointaine
Où ta valeur, grand roi, ne te puisse porter,
Et ne m’offre bientôt des exploits à chanter?
Non, non, ne faisons plus de plaintes inutiles:
Puisqu’ainsi dans deux mois tu prends quarante villes,
Assuré des bons vers dont ton bras me répond,
Je t’attends dans deux ans aux bords de l’Hellespont.

Nicolas Boileau (1636-1711)
Le passage du Rhin, Teil 2

Le Rhin réunit tout

“Saint-Goar, 17 août.

Vous savez, je vous l’ai dit souvent, j’aime les fleuves. Les fleuves charrient les idées aussi bien que les marchandises. Tout a son rôle magnifique dans la création. Les fleuves, comme d’immenses clairons, chantent à l’océan la beauté de la terre, la culture des champs, la splendeur des villes et la gloire des hommes.

Et, je vous l’ai dit aussi, entre tous les fleuves, j’aime le Rhin. La première fois que j’ai vu le Rhin, c’était il y a un an, à Kehl, en passant le pont de bateaux. La nuit tombait, la voiture allait au pas. Je me souviens que j’éprouvai alors un certain respect en traversant le vieux fleuve…

…Ce soir-là… je contemplai longtemps ce fier et noble fleuve, violent, mais sans fureur, sauvage, mais majestueux. Il était enflé et magnifique au moment où je le traversais. Il essuyait aux bateaux du pont sa crinière fauve, sa barbe limoneuse, comme dit Boileau. Ses deux rives se perdaient dans le crépuscule. Son bruit était un rugissement puissant et paisible. Je lui trouvais quelque chose de la grande mer.

Oui, mon ami, c’est un noble fleuve, féodal, républicain, impérial, digne d’être à la fois français et allemand. Il y a toute l’histoire de l’Europe considérée sous ses deux grands aspects, dans ce fleuve des guerriers et des penseurs, dans cette vague superbe qui fait bondir la France, dans ce murmure profond qui fait rêver l’Allemagne.

Le Rhin réunit tout. Le Rhin est rapide comme le Rhône, large comme la Loire, encaissé comme la Meuse, tortueux comme la Seine, limpide et vert comme la Somme, historique comme le Tibre, royal comme le Danube, mystérieux comme le Nil, pailleté d’or comme un fleuve d’Amérique, couvert de fables et de fantômes comme un fleuve d’Asie.

Avant que l’histoire écrivait, avant que l’homme existait peut-être, où est le Rhin aujourd’hui fumait et flamboyait une double chaîne de volcans qui se sont éteints en laissant sur le sol deux tas de laves et de basaltes disposés parallèlement comme deux longues murailles. À la même époque, les cristallisations gigantesques qui sont les montagnes primitives s’achevaient, les alluvions énormes qui sont les montagnes secondaires se desséchaient, l’effrayant monceau que nous appelons aujourd’hui les Alpes se refroidissait lentement, les neiges s’y accumulaient; deux grands écoulements de ces neiges se répandirent sur la terre: l’un, l’écoulement du versant septentrional, traversa les plaines, rencontra la double tranchée des volcans éteints et s’en alla par là à l’Océan; l’autre, l’écoulement du versant occidental, tomba de montagne en montagne, côtoya cet autre bloc de volcans expirés que nous nommons l’Ardèche et se perdit dans la Méditerranée. Le premier de ces écoulements, c’est le Rhin; le second, c’est le Rhône…

…Le Rhin, dans les destinées de l’Europe, a une sorte de signification providentielle. C’est le grand fossé transversal qui sépare le Sud du Nord. La providence en a fait le fleuve-frontière; les forteresses en ont fait le fleuve-muraille. Le Rhin a vu la figure et a reflété l’ombre de presque tous les grands hommes de guerre qui, depuis trente siècles, ont labouré le vieux continent avec ce soc qu’on appelle pépée. César a traversé le Rhin en montant du midi; Attila a traversé le Rhin en descendant du septentrion. Clovis y a gagné sa bataille de Tolbiac. Charlemagne et Bonaparte y ont régné. L’empereur Frédéric-Barberousse, l’empereur Rodolphe de Hapsbourg et le palatin Frédéric Ier y ont été grands, victorieux et formidables. Gustave-Adolphe y a commandé ses armées du haut de la guérite de Caub. Louis XIV a vu le Rhin. Enguien et Condé l’ont passé. Hélas! Turenne aussi. Drusus y a sa pierre à Mayence comme Marceau à Coblenz et Hoche à Andernach. Pour l’œil du penseur qui voit vivre l’histoire, deux grands aigles planent perpétuellement sur le Rhin, l’aigle des légions romaines et l’aigle des régiments français.

…Ce noble Rhin que les Romains nommaient Rhenus superbus, tantôt porte les ponts de bateaux hérissés de lances, de pertuisanes ou de baïonnettes qui versent sur l’Allemagne les armées d’Italie, d’Espagne et de France, ou reversent sur l’ancien monde romain, toujours géographiquement adhérent, les anciennes hordes barbares, toujours les mêmes aussi; tantôt charrie pacifiquement les sapins de la Murg et de Saint-Gall, les porphyres et les serpentines de Bâle, la potasse de Bingen, le sel de Karlshall, les cuirs de Stromberg, le vif-argent de Lansberg, les vins de Johannisberg et de Bacharach, les ardoises de Caub, les saumons d’Oberwesel, les cerises de Salzig, le charbon de bois de Boppart, la vaisselle de fer blanc de Coblenz, la verrerie de la Moselle, les fers forgés de Bendorf, les tufs et les meules d’Andernach, les tôles de Neuwied, les eaux minérales d’Antoniustein, les draps et les poteries de Wallendar, les vins rouges de Taar, le cuivre et le plomb de Linz, la pierre de taille de Kœnigswinter, les laines et les soieries de Cologne; et il accomplit majestueusement à travers l’Europe, selon la volonté de Dieu, sa double fonction de fleuve de la paix, ayant sans interruption sur la double rangée de collines qui encaisse la plus notable partie de son cours, d’un côté des chênes, de l’autre des vignes, c’est-à-dire d’un côté le nord, de l’autre le midi; d’un côté la force, de l’autre la joie…”

(aus: Victor Hugo: Le Rhin, lettre XIV; Hugos Rheinbriefe sind komplett zu finden auf Google Books)

Türkischer Rhein: Schäl Sick

Wie sich wasserlaufdurchzogene Städte (in den Augen der Literaten) gleichen, zumindest ähneln: rheinerfahren erwähnt Théophile Gautier in seinem 1853 erschienenen Reisebuch Constantinople das Kölner Panorama, um dasjenige Kadiköys ins rechte Licht zu setzen:

“Une promenade à Kadi-Keuï est un plaisir que les habitants de Péra se refusent rarement les jour de fête, surtout ceux qui ne sont pas encore assez riches pour posséder une maison de campagne sur le Bosphore, entre les palais d`été des beys et des pachas.
Kadi-Keuï (village des juges) est un petit bourg de la rive d`Asie qui fait face au Sérail, dans l`endroit où la mer de Marmara commence à s`étrangler pour former l`embouchure du Bosphore. Sur l`emplacement de Kadi-Keuï s`élevait autrefois la ville de Chalcédon ou Chalcédoine, bâtie par Archias, sous les Mégariens, vers la vingt-troisième olympiade, six cent quatre-vingt-cinq ans avant Jésus-Christ; voilà déjà une antiquité respectable. Cependant, quelques auteurs attribuent la fondation de Chalcédoine à un fils du devin Chalchas, au retour de la guerre de Troie; d`autres a des colons de Chalcis, en Eubée, qui valurent à la nouvelle cité le surnom de ville des Aveugles, pour avoir choisi cette place lorsqu`ils pouvaient prendre celle où s`étala plus tard Byzance. Ce reproche ne nous semble aujourd`hui guère mérité, car de Kadi-Keuï on a la plus admirable perspective du monde, et Constantinople déploie sur l`autre rive, à travers la gaze argentée de sa légère brume, la magnificence de ses dômes, de ses coupoles, de ses minarets, de ses masses de maisons peintes, entrecoupées de touffes d`arbres. – Quand on veut jouir du panorama de Cologne, il faut aller se loger à Deutz, de l`autre côté du Rhin; pour bien voir Stamboul, il n`y a pas de meilleur moyen que de prendre une tasse de café sur le port de Kadi-Keuï.”

Rhybadi

In Schaffhausen steht, im Rhein, nach Rheinseins frisch aktualisiertem Kenntnisstand, die wunderbarste Badeanstalt Europas, wenn nicht der ganzen Welt. Die Rhybadi, von echten Urgroßvätern mit Bedacht und Verstand aus echten Holzplanken zusammengezimmert, verweilt schiffförmig im Zentrum der geschichtsträchtigen Stadt, und bietet, in ihrer bescheidenen Art “Usschwümmete mit Metzgete” für kleinen Eintritt. Die Rhybadi wird betreten durch ein mit allerlei Trödel ausstaffiertes Portal, das Kassenkabuff findet sich nach einer Weile in einer Zeile, die nicht zuletzt wegen ihrer Adoptiventenzucht an ostasiatische Marktgassen erinnert. Das sympathische Betreiberpaar leiht nebst Büchern gegen geringe Gebühr sogar Badehose/Badeanzug aus eigenen Beständen, mit solcher Beute geht es in die von rotweißgestreiften Vorhängen beschirmten Umkleiden, es herrscht eine für heutige Badeanstalten geradezu sagenhaft zu nennende: entspannte Atmosfäre, frei von Gekreische und Posertum, vielmehr scheint unausgesprochener, praktizierter Respekt zu herrschen, vor dem Badeort, seinen kommenden und gehenden Wassern, und zwar von allen Personen, ganz gleich ob in der Schwimmärmel-, der Langstreckencrawl- oder der aquajogging-Periode. Der Rhein unterdessen strömt unablässig durch die Becken: das Nichtschwimmerbecken mit Einlegeplanken im “Spitz”, dem als Bug dienenden “Schiffs”heck der Anstalt, das alte Männerschwimmbecken, drei Kleinkindersenken und das alte Frauenschwimmbecken, und mit dem Rhein strömen Wasservögel, Schlingpflanzen und Fische, das Eintauchen in die klaren, kühlen, flaschengrünen Hochrheinfluten läßt ganze Jahrtausende durch die Hirnwindungen treiben, ein frisches, auffrischendes, belebendes Treiben, von der Strömung getrieben gleiten wir durch die Becken, an deren Ende Auffanggitter ein Abdriften in rheinische Ewigkeiten (knapp) verhindern. Bespinxt von Haubentauchern, Bläßhühnern, Enten, Alanden und Barben geht es unter die Wasseroberfläche, Schwimmhäute wachsen aus unsern Seiten, einsetzende Fischisierung, die Umwelt gerät zu Strudeln und Sprudeln, die Bedeutung des Fließens nimmt zu, gewinnt Überhand, die Dinge sind, indem sie fließen, nichts ist, außer Fließen, den richtigen Fluß zu finden, ist das Problem, das keines darstellt, da wir uns mitten drin befinden.

Wie die Römer vor zeiten so hart vnd lang wider das Teütsch land gestritten haben.

MJt was grosser müh vnd arbeit / ia kosten vnd verlust die Römer vorzeiten haben gestritten wider das Teütsch land / ist niemand on wissen der echter gelesen hat die alte historien. Es ist jnen gering gewesen vnder jren gewalt zubringen Hispaniam / Galliam / Britanniam / Greciam / Asiam / Egypten / Macedoniam vn ander villänder / aber Teütsch land wolt sich nit also liederlich ergeben / besunder das Teütsch land das der Rhein von occident / vnnd die Tonaw gegen mittag als starcke rinckmauren beschleüßt. Es hat manch tausent man müssen darüber zu grund ghan zu beiden seiten / wie du hören wirst. Dan die Teütschen theten solichen gewaltigen widerstand den Römern vnd allen jren fyenden / das vnder jren nachbauren ein solich sprichwort auß gieng. Will einer übel streiten / so reib er sich an die. Teütschen. Vnd wil einer streich lösen / so fahe er an ein zäck mit den Teütschen. Es habe die grausamme vnnd stäte überfäl der Teütsche gegen jren nachbauren den Römern so vil zu schaffen geben / das sie an eroberug Germanien offtermals verzweifflet / allein understünden jre prouintzen gegen den Teütschen vor überfal zu beschirmen / deshalb sie beide flüß Rhein vnd Tonaw auff jrer seiten mit vil trefflichen stetten vnd befestigungen verwaretend / als dan seind am Rhein / Bingen / Bopparten / Jngelheim / Mentz / Wormß / Speier / Rheinzabern / Seltz / Straßburg / Augst ob Basel / Keyserstul / Costentz / Arbon / vnd an der Tonaw / Augspurg / Regenspurg / Passaw / etc. Durch dies stett habe die Römer verhütet / das die Teütschen mit den jren / noch sie hinwider mit den Teütschen kein gemeinschafft dorffte haben. Der starck vnd namhafftig held Julius der erst keyser / legt sich zum ersten wider die Teütschen / vnd nam jnen die stett so an dem Rhein gelegen waren / die vor zeiten vnder den Galliern waren gewesen / aber durch die Teütsche erobert vnnd den Galliern ab getrungen / alsdann fürhin gemeldet ist / wie die Teütschen mit grossen scharen über den Rhein gefaren / die besten länder yngenommen vnd besessen haben. Do nun die Römer begerten des Rheinstroms vn den mit gewalt jnen zuziehen wolten / haben sich die Teütsche nit gesaumpt / sunder jnen fräuenlichen widerstand gethan. Doch mochte sie den Rheinstrom vo Basel an biß ghen Mentz nit behalten / sunder die Römer brachte jn zeitlich vnder jren gewalt / vnd besetzten alle stett vnd vn wärhafftige flecken mit haupleüten vnd kriegern. Die machten prouintzen darauß vnd vogteien / vnnd gaben den eroberten Teütschen ländern herzliche tittel vnd setzten grauen vnd hertzogen daryn. Die erst vnd gröst prouintz begreifft in jr Heluetiam / Sequanos vnd Rauracos/ das ist / Schweytzerland gegen Burgud / das Sunggöw biß ghen Bisantz vnd Baßler ladschafft biß ghen Colmar. Der hauptman diser prouintz hielt sich zu Bisantz / vnnd der vnder jm ander hauptleüt / vnder welchen einer sich hielt / bey Basel im Hole / der wartet das die Teütschen nitt über Rhein kämen / vnd den Römern in das land fielen. Nach diser prouintz kam Tractus Argentoratensis / das ist der Straßburger strich / vnd fieng an ob Schletstatt vnd gieng biß vnder Straßburg / wölche landschafft wir ietz zumal das vnder Elsaß nennen. Jr vorweser hieß der Straßburger graue / vnd was dem hertzogen zu Mentz vnderworffen. Do gieng an das erst Germania vnd begriff vnder jm das Straßburger land / Speirer land / Wormsser land vn Mentzer land. Die andern nennen es das ober Germaniam / vnd strecket sich biß in Lothringen. Ptolemäus streckt es biß an die Mosel / die er Obrincam nent. Sein oberster vorweser oder hauptman saß zu Mentz / vn her vnder jm eylff vögt / die hatten jre sitz / einer zu Salerion / das ist Seltz / einer zu Zabern / einer zu Vico Julio / jch acht es sey Weyssenburg oder Landaw / einer zu Speier / einer zu Alta ripa vnder Speier / das jetz heißt Altrip / einer zu Worms / einer zu Mentz / einer zu Bingen / einer zu Bodobriga / jetzunt Boppart / einer zu Confluentz oder Cobolentz / vn einer zu Antonaco / jetzunt Andernach. (Aus Sebastian Münsters Cosmographia)