Schiffsmühle

„Bei Neuenburg am Rhein, im Großherzogtum Baden ist eine dort im Strom angebrachte, erst am Rhein Anno 1829 ganz neu erbaute, auf zwei authentischen Fahrzeugen stehende, 80 französische Schuh lange und 36 breite, Schiffmühle, welche sich im besten Gange befindet, aus freier Hand zu verkaufen. Dieselbe besteht aus zwei Mahlgängen und einer Rennlen, ist mit extra guten Steinen, so wie allem Zubehöre, alles in brauchbarem Zustande, aufs Zweckmäßigste eingerichtet und könnte bis Ende nächsten Märzmonat, oder je nachdem sich Liebhaber zeigten, noch früher abgetreten werden. Ihre dermaligen Eigentümer würden solche ohne anders behalten, wenn sie nicht durch die Unbeständigkeit des Flussbetts im Neuenburger Bann, gar zu öftern kostspielige Veränderungen damit ausgesetzt und die anfänglich benutzte feste Stelle durchaus verloren gegangen wäre. Damit aber ein künftiger Inhaber diesem enthoben sein möge, wollten die jetzigen Besitzer gerne um die Erlaubnis von der resp. Landesobrigkeit anhalten, dieses Werk, welches stromauf- und stromabwärts bewegt werden kann, an jeden wünschbaren andern und bessern Uferplatz der Großherzoglich-Badischen Staaten verlegen zu dürfen, wo man dann versichert ist, daß es weit mehr als jede Landmühle mahlen würde, auch machen sie sich verbindlich die Mühe bei geeigneter Wasserhöhe auf eigene Kosten dahin zu befördern. Der Anschlagpreis sowohl als die übrigen Bedingnisse werden möglichst billig sein und ist sich für die Beaugenscheinung sowohl als das Weitere hierüber in besagtem Neuenburg an Schiffermeister Ignaz Studer, oder auch in Nr. 111 in Kleinbasel anzumelden.“ (Aus einem Inserat in der Baseler Zeitung vom 11. Februar 1832, zitiert nach dem Amtsblatt der Stadt Neuenburg am Rhein vom 05. April 2013)

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Kölner Schiffmühlen

Die in Holz geschnittenen Kölner Schiffsmühlen von Anton Woensam aus dem Jahre 1531 entnehmen wir dem (Stand: heute:) knappen, aber lesenswerten Wikipedia-Artikel über die Kölner Rheinmühlen, der Betriebstechnik sowie Vorkommen dieser speziellen Mühlenart erläutert und weitere Schiffsmühlendarstellungen bietet. Die Bilder der aneinandergekoppelten Mühleneinheiten vermitteln einen kräftigen Eindruck von den Unterschieden menschlicher Nutzung des Rheins im Laufe der Jahrhunderte. Eine reine gewaltsame Naturszene wie von anno Null, als der Rhein gebrannt hat, ist hingegen heuer praktisch kaum mehr vorstellbar.