Rheintöchter

Ryder_The-Siegfried

Die Erinnerung, diese Rheinstelle einst, wenngleich nicht zu Pferd, sondern mit in den Labors der Firma Sandoz entwickelten Raum-Zeit-Durchdringungshilfen, passiert zu haben, löst sich in dunklen Nebeln: wo genau war das nochmal? Das gelbliche Wetter, das unbefestigte Ufer, die hochlebendige Flora. Unterschwelliges Nixengezwitscher. Auch sprechendes Pappellaub. Genau: im Zeitalter der Radiorekorder wars, als uns zuletzt kaum definierbar süße Musike (ein wenig im Stile von Dead Can Dance) aus dem Unterholz quoll, die Landschaft außenrum visuell püriert von den passenden Pillen. In Öl auf Leinwand fixiert hat die Szene rund hundert Jahre zuvor bereits Albert Pinkham Ryder, prunkvoll ausstaffiert nach Wagner mit Geisterreiter und nackigen Nixen: The Siegfried and the Rhine Maidens (1888-91).