Waljagd im Duisburger Hafen

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Dramatische Jagdszene: im Mai diesen Jahres reinszenierte Michael Nowottny Vorkommnisse um den Beluga, der 1966 den Rhein besuchte, im Duisburger Hafen. Am Bug eines modernen Walfängers positioniert: ein antiquiert wirkender Bogenschütze, der an Harpunier Queequeg und Captain Ahab von der Pequod erinnert. Das Beiboot ähnelt dem Motorboot, auf dem Dr. Gewalt in James Bond-Manier mit Pistole posierte, bis er aus einem von Naturschützern eigens gemieteten Luftschiff mit Apfelsinen torpediert wurde. Der Luftangriff bleibt auf dem Foto ausgespart, die verfilmte und mit Soundtrack versehene Jagd wurde in der zweiten Maihälfte ab Sonnenuntergang auf dem Steuerhaus des Kohle-Schleppkahns Fendel 147 im Duisburger Schimanski-Viertel Ruhrort als Videoinstallation projiziert.

Käptn Ahab am Rheinfall

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“Modi Bick” hat Horst Taug diese archaische Szene vor Rheinfallkulisse betitelt. Ob der Sprachdreher in Anlehnung an Modigliani, das französische “maudit” oder (wie offenbar das Bild selbst) im Rausch entstanden ist, bleibt unklar.

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Der deutlich gesittetere Strich dieses Werkes (“Ahab am Rheinfall”) weist gleichermaßen auf die sprichwörtliche Stille im Augenblick des Triumfes wie auf den nüchternen Zustand des Schöpfers.

Beide Skizzen des historischen Zweikampfes zwischen Käptn Ahab und Moby Dick, verlegt an den Rheinfall, wurden uns zugesandt von Michael Taug, Anwalt in der Rechtsabteilung eines rheinischen Konzerns. Auf die üblichen redaktionellen Rückfragen, wann und aus welcher Motivation er die Werke geschaffen und ob er jemals persönlich den Rheinfall besucht habe, kam eine verstörende Antwort, die wir nur auf Herrn Taugs ausdrücklichen Wunsch weitergeben: “So etwas mache ich nicht. Der Künstler hieß Horst Taug. Aus dem Horst hätte etwas werden können, hätte er sich nicht zu Tode gesoffen. Am Ende sah er sogar Walfische in Waschbecken schwimmen. Die Zeichnungen müssen wohl damit zu tun haben. Am Rheinfall waren wir, ja, als Kinder. Da hatte er nur Saft getrunken, glaube ich. Ob Sie dieses Zeug ins Netz stellen oder nicht, ist mir egal. Der Horst hätte es gut gefunden.”