Es gruust

BaZ: “Schwimmt Roger Federer im Rhein?”

Roger Federer: “Nein. Ich bin noch nie im Rhein geschwommen. Kollegen von mir gehen oft – aber ich habe Schiss. Da ist zwar schon auch der Reiz, einfach mit dem Sack runterzuschwimmen und unten wieder auszusteigen. Aber letztlich vertraue ich diesen Flüssen einfach nicht. Ich war mal in Bern, im Marzili, in der Aare schwimmen. Woah, diese Algen am Boden. Nein, das gruust mich wirklich!”

(Aus einem Interview in der Basler Zeitung)

Der Rhein – Strom der Geschichte

lautet der Titel der neuesten Rheindoku (von Florian Breier und Christian Stiefenhofer), die dieser Tage bei anlief, bis 11. Juli 2016 in der Arte-Mediathek verfügbar ist und sicher noch einige Wiederholungen erleben wird. Der knapp 90-minütige Film switcht in abgegrenzten, letztlich zusammenhanglosen Szenen zwischen Quellen und Mündungen – Leitfaden ist einmal nicht (wie bei Rheindokumentationen gängig) die Geografie, sondern die Zeitleiste, die chronologisch von der Prähistorie bis in die Gegenwart verhandelt wird.
So beginnt der Film mit Krokodilen, Tapiren und Dinotherien, die sich vor 15 Millionen Jahren am tropischen Urrhein im heutigen Rheinland-Pfalz aufgehalten haben – bevor der Fluß seinen Weg änderte, um das Mittelrheintal auszuschwemmen. Ein jüngst mit moderner Methode ausgewertetes Hirschgeweih verweise auf das lange umstrittene Stromalter, das vermutlich erst mithilfe einer nächsten, noch moderneren Methode korrigiert bzw. ganz neu ermittelt werden wird. (Vor gut einem Jahr hatten wir auf solche Überlegungen zum Flußalter auf rheinsein verwiesen.) Der Urrhein wird dargestellt als Überbleibsel eines Teile Europas bedeckenden Meeres, das von der Alpenauffaltung zurückgedrängt wurde. Die Rede ist von einem “Wachstum nach Süden” und Verschmelzen mit der Uraare, die Flußrichtung müßte mithin gegenläufig zur heutigen verlaufen sein. Der Uralpenrhein dieweil sei bis vor fünf Millionen Jahren noch in die Urdonau geflossen. Erst in einer Eiszeit vor 450.000 Jahren hätten Gletscher den Urrhein von der Urdonau abgeschnitten und nach Westen gedrängt, wo er auf die Rhein-Aareverschmelzung getroffen sei.
Es folgt ein Sprung in die Eiszeit vor rund 14.000 Jahren. In der Gegend des heutigen Bonn jagen von Schauspielern dargestellte Frühmenschen an den Ufern des amazonisch verzweigten, mehrere Kilometer breiten Rheins. Die Pfeile bei der Elchjagd sind mit Feuersteinspitzen versehen. Aus Geweih schnitzten die “Oberkasseler Menschen” wie sie nach Skelettfunden bezeichnet werden, Elchfiguren in fließenden Formen.
Vom Ausbruch eines Eifelvulkans und seinen Folgen für den Rhein erfahren wir in Computeranimationen, von der Ruinaulta, vom Verhältnis zwischen Römern und Germanen, von Deutschen und Franzosen und nicht zu knapp von Tullas Rheinbegradigung, doch gehen sämtliche Abschnitte kaum je über den Teasermodus hinaus: interessante Ansätze, die im Allgemeinen steckenbleiben und Fragen aufwerfen, die wir als Zuschauer lieber geklärt gesehen hätten: eine Dokumentation wie ein Hinweis auf zahlreiche noch zu drehende Dokumentationen!

Die Schweiz am Meer

Auch das Berner Oberland ist die Heimat des Rheins. Ein großer Teil der Schweiz ist es. Die Aare kommt in den Oberrhein nicht weniger mit ungebrochener glänzender Flut als dieser; sie ist sein Geschwister, doch das nachgereihte. Welches Welterlebnis hat bis zu diesem Zusammenfluß der weit ausgreifende und verloren gewesene Rhein schon hinter sich! Die Aare faßt in einem Fächer wie ein Leuchter mit vielen Armen die Flammen lichtglänzender Seen, die von Schattenwänden umstellten Landmeere zusammen, sie flicht in ihre Wellen, was die Wannen vor Thun und Brienz, vor Biel, vor den Vierwaldstätten und vor Zürich an fließenden Wassern, an entgleitenden, wippenden Flüßchen abgeben. Schon bei Aarau, ehe sie Reuß und Limmat in sich aufgenommen, ist sie ein starkes, eilendes und grünlichfarbenes Gewässer. Köstlich, zwischen den festungsähnlichen, weißen Quader-Toren des Brückenanfanges von der Kettenbrücke, die von Reitern, locker marschierenden Soldaten, langsam rollenden Fuhrwerken bebt, auf die enggefügten Schindeln des Flusses hinabzuschauen, der ohne Geräusch in dunkelgrünen hohen Ufern zu Tal reist. Hier ist die ländliche Allee mit sommertiefen Schatten, der eingeschlafene Arbeiter mit offenem Brustlatz auf der Ruhebank; aus der Verborgenheit eines Bergtals knattert es verschwenderisch von den Schießständen. Drüben baut sich die Stadt empor, warm besonnt, mit staubfarbenen Bürgerhäusern, schwarzbraunen Dächern, grünen Fensterläden, darin der breite alte Kirchturm übereck mit dem indigoblauen Zifferblatt und dem hohen goldstrahlenden Knauf. Diese Stadt in ihrer untersetzten Bauart, mit ihren herabgezogenen Giebelhauben, mit ihren starkfarbigen und heraldisch derben Bürgerwappen an den Wänden der Gassen, mit manchem modernen Gebäude, das die großen Aufgaben der Post und der Kantonsverwaltung, den gefestigten Reichtum der Großbanken, den welterfahrenen Geschmack villenbewohnender Herrschaften erkennen läßt, bewahrt an ihrer breitesten Straße unter schwärzlich schattenden Bäumen neben dem Standbild des vergessenen Zschokke einen Steinfindling, groß und glatt wie ein Seehundsrücken, namenlos und ohne Inschrift, nichts als ein Denkmal für die Arbeit des Wassers in den aufgerissenen Tälern der Vorschweiz. Die Brücke wirft ihr Rautenmuster als ein kurzes Gitter von Schatten auf den Fluß; ein wenig abwärts in der offenen buschigen Landschaft ist eine Kribbe wie ein Stab quer in den Fluß gelegt. An ihrer Spitze, fast in Wassersmitte, steht eine Gruppe Knaben mit nackten Beinen und weißen Aermeln, mit der ausgestreckten Angel. Der Himmel ist weit und vom hellsten Blau. Der Fluß rinnt, unendlich sanft anschwellender Schimmer, der sich gleichmäßig und unaufhaltsam einer unbekannten Ferne hingibt. Lebendiges Geschenk, an wen? An alle, die auf tausend Meilen abwärts auf dem Festland wohnen. Bis Germersheim ist der Rhein fast nichts anderes als das Seenwasser der Schweiz, dann erst beginnen die Zuströme von den deutschen Gebirgen ihn zu mischen. Und im Sommer reicht die Schweiz mit dem Wasser ihrer Schneewände fast unvermischt bis an das Meer. Von den hundert Millionen Raummeter Wasser, die täglich im riesigen Behälter an Köln vorüberströmen, kommt aus der Schweiz noch fast die Hälfte, wenn der Strom nicht übermäßig hoch und nicht niedrig ist.

(Alfons Paquet: Der Rhein, eine Reise, Frankfurt/Main 1923)

Für Paquet galt Heinrich Zschokke als vergessener Autor; für rheinsein ist er das natürlich nicht: im großen Elektromosaik, das rheinsein vorstellt, findet sich auch ein Zschokke-Baustein, eine Beschreibung des Kantons Graubünden aus dem Roman Die Rose von Disentis. Unterdessen dürfte Paquet, auf den wir über die Spezialistinnen des Arbeitskreises zur Erforschung der Moderne im Rheinland stießen, weitgehend als vergessener Autor gelten.

Die Insel der heiligen Verena

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Den Abschluß von Marianne Büttikers Serie zum Zusammenfluß von Rhein und Aare macht ein doppelter Inselblick (Foto und Gouache auf Papier). Die namenlose Rheininsel läßt sich mit der heiligen Verena in Verbindung bringen, die, nach schwankender Quellenlage, um 320 bzw um 350 n. Chr. in Zurzach gestorben sein soll, wo sich einer ihrer Arme bis heute im nach ihr benannten Verenamünster befinden soll. Die Rheininsel nahe der Aaremündung bei Koblenz, seinerzeit eine römische Siedlung, erreichte Verena, die zuvor einige Zeit als Krankenpflegerin in Solothurn tätig gewesen war, indem sie auf einem Mühlstein (oder sonstigen flachen Stein) die Aare hinabreiste. Die Insel soll damals von gefährlichen Schlangen bewohnt gewesen sein. Verena löste das Schlangenproblem, indem sie ein Segensgebet über das Eiland sprach: die Schlangen stürzten sich daraufhin in den Rhein, um sich zu ersäufen. Auf der gesäuberten Insel widmete Verena sich erneut der Krankenpflege.

Aaremündung: Es verliert sich nichts (6)

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Wo die Aare zum Rhein wird bleibt Wasser Wasser und Spiegelungen ein Schimmer Grün im silbernen Glanz begegnen sich zwei Sprachen

6_strömung
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Marianne Büttiker: Blick vom Ufer Koblenz AG Richtung Rheininsel der heiligen Verena; “Strömung”: Gouache auf Papier.

Aaremündung: Es verliert sich nichts (5)

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Einen Augenblick lang schweigt selbst das Rauschen und hält inne bevor es den Sog des anderen Wassers passiert

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Marianne Büttiker: Blick vom Ufer Koblenz AG Richtung Waldshut; “Farbpartitur Rhein-Aare-Mündung”: Gouache auf Papier.

Aaremündung: Es verliert sich nichts (4)

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Von Ufer zu Ufer ein Aufsteigen ein Abtauchen Wirbel um Wirbel bilden eine Naht im Dreieck eine stille Stelle

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Marianne Büttiker: Blick vom Ufer Koblenz AG auf den Zusammenfluß von Aare und Rhein; “Kartographie der Strömung”: Gouache auf Papier.

Aaremündung: Es verliert sich nichts (3)

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Wo zwei Flüsse Inseln umströmen ihre Wasser einem Beet zutragen Windböen kleine Wellen über die Fläche schicken das Entenvolk sich mit ihnen verbündet und dem Blick entschwindet

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Marianne Büttiker: Blick vom Ufer Koblenz AG Richtung Waldshut; “Mündung”: Gouache auf Papier.

Aaremündung: Es verliert sich nichts (2)

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Im Strom der Zeit in die Jahre gekommen eine ordnende Kraft ein Zufluss eingebettet

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Marianne Büttiker: Blick vom Ufer Felsenau Richtung Koblenz AG und Waldshut; “Im Strom”: Gouache auf Papier.

Aaremündung: Es verliert sich nichts

1_koblenz ag
Im Rauschen ein Flimmern die Spiegelung die Zeit das Ufer der Wind in den Ästen

1_gouache

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Marianne Büttikers Arbeiten zum Basler Rhein hatten wir bereits vorgestellt. Nun schickt sie uns, passend zum Übergang zwischen den Jahren, eine neu entstandene Text-Bild-Serie über die Aaremündung, oder besser gesagt: zum Zusammenfluß von Rhein und Aare. Denn die Aare gilt als der wasserreichere Fluß, in der Regel ein Indikator für den Vorrang bei der Namensgebung. Daß der Rhein hinter Koblenz AG weiterhin Rhein und nicht Aare heißt, kann als geschichtliche Fügung oder Willkür aufgefaßt werden und wird als Tatsache allgemein hingenommen. Marianne Büttiker spricht in diesem Zusammenhang lieber von “Begegnung”: ihre Beobachtungen gelten den poetischen Momenten des Ineinanderfließens beider Ströme. rheinsein freut sich, die unter dem Sammeltitel “Es verliert sich nichts” entstandenen Gouachen und Zeilen in einer kleinen Serie präsentieren zu dürfen.
Den Auftakt macht ein Blick von Felsenau auf Konstanz AG, die zugehörige Gouache ist betitelt: “Es verliert sich nicht”.

The Fall of the Aar – Handec

FROM the fierce aspect of this River throwing
His giant body o’er the steep rock’s brink,
Back in astonishment and fear we shrink:
But, gradually a calmer look bestowing,
Flowers we espy beside the torrent growing;
Flowers that peep forth from many a cleft and chink,
And, from the whirlwind of his anger, drink
Hues ever fresh, in rocky fortress blowing:
They suck, from breath that threatening to destroy,
Is more benignant than the dewy eve,
Beauty, and life, and motions as of joy:
Nor doubt but HE to whom yon Pine-trees nod
Their heads in sign of worship, Nature’s God,
These humbler adorations will receive.

(William Wordsworth, Memorials of a tour on the continent, 1820)

Presserückschau (Juli 2014)

Die Rheinmeldungen des Juli-Sommerlochs handeln von Rückständen und Schwimmern im Fluß, sowie saisontypisch von Tieren, darunter einem selten gesehenen Besucher:

1
Den Rhein auf kleinste Plastikpartikeln untersucht der Basler Student Thomas Mani: “”Es gibt Hochrechnungen, laut denen täglich mehr als vier Tonnen kleinste Plastikteile via Donau ins Schwarze Meer gelangen. Mit meiner Masterarbeit will ich prüfen, ob es dieses Problem auch im Rhein gibt.” In einer 15-tägigen (…) Reise mit einem Kleinbus wird er an zehn Stellen zwischen Basel und Rotterdam rund 4,5 Millionen Liter Rheinwasser filtern und die darin enthaltenen Schwebestoffe zurück ins Labor bringen. Dort werden die winzigen Plastikteile Stück für Stück unter dem Binokular untersucht, fotografiert und gewogen. Danach wird ein externes Forschungsinstitut mittels Infrarot-Spektroskopie ermitteln, von welchen Produkten der Mikroplastik möglicherweise stammt.” (20 minuten)

2
Noch ein Probenentnehmer kündigt sich in der Presse an: der Chemiker Andreas Fath möchte den Rhein ab Ende Juli der Länge nach durchschwimmen. “So will man erforschen, wie sauber der Rhein wirklich ist und was darin so alles schwimmt. Unter anderem erwarten die Wissenschaftler zu finden: Spuren von der Droge Crystal Meth, Psychopharmaka, Pestizide sowie einen Wirkstoff aus der Anti-Baby-Pille. Ein Fokus liege auf Mikroplastik, erläutert Fath, also mikroskopisch kleinen Plastikteilchen, etwa von PET-Flaschen. Die Ergebnisse könnten laut dem Chemiker dabei helfen, Verfahren zu entwickeln, bestimmte Stoffe aus dem Abwasser zu filtern. Der Wissenschaftler sieht es auch als sportliche Herausforderung: Vor ihm hat nur der Bonner Klaus Pechstein den Rhein bezwungen, in 30 Tagen, 1969 war das.” (Morgenweb)

3
Dieweil Andreas Fath (siehe 2) mit der Ankündigung seiner Rheindurchschwimmung die deutsche Presselandschaft des Sommerlochs im Sturm erobert, ist Ernst Bromeis bereits mit seiner “Expedition 2014″ im Rhein unterwegs. Im Mai 2012 hatte Bromeis einen ersten Versuch gestartet, den gesamten Rhein zu durchschwimmen – kurz hinter Basel gab er damals auf. Im Vorfeld hatte die Presse seinerzeit ausführlich berichtet. Dieses Mal hält sich deutsche Presse im Vorfeld und auch während der laufenden Aktion (mit Ausnahme eines längeren, lesenswerten Artikels in der FAZ) vornehm zurück, während die Schweizer Presse auch Bromeis’ zweite Expedition begleitet: “Zu Beginn der dritten Expeditionswoche erlebte das Team um Ernst Bromeis (…) eine unangenehme Überraschung: Am Stauwehr des Kraftwerks Laufenburg (Aargau) wurde ihnen mitgeteilt, dass bis auf weiteres keine Boote passieren können, weil der Hochrhein für den Schiffsverkehr teilweise gesperrt sei. Grund dafür sind die ergiebigen Niederschläge der letzten Tage und Wochen vor allem im Einzugsgebiet der Aare, die weiter oben in den Rhein mündet. «Ohne Begleitboot kann ich im Moment nicht weiterschwimmen,» fasst Bromeis die Situation zusammen. Er war mit seiner «Expedition 2014» am 7. Juli an der Rheinquelle im Lago di Dentro gestartet, um zur Rheinmündung in Holland zu schwimmen. Die ersten sieben Tage hatten ihm die sehr tiefen Wassertemperaturen zu schaffen gemacht.” (Südostschweiz)

4
Von “Teufelszeug auf dem Vormarsch” berichtet die Frankfurter Rundschau und meint das oben (siehe 2) angesprochene Crystal Meth. Ein verwandter Artikel derselben Ausgabe schildert womöglich erste Auswirkungen der Droge: “Äußerst aggressiv sollen zwei Männer in Bingen reagiert haben, als sie von Wachleuten beim Nacktbaden im Rhein gestört wurden. Die Sicherheitsleute hatten sie am Freitagabend auf dem Gelände der Landesgartenschau erwischt und zum Verlassen des Parks aufgefordert (…). Daraufhin hätten die unbekleideten Schwimmer die Wachleute wüst beschimpft und mit der Faust zugeschlagen.”

5
Am Oberrhein, wo sie entlang des Rheins am häufigsten vorkommen, heißen die Stechmücken Schnaken (Dialekt: Schnooke bzw in diversen Schreibweisen). Ihre Brutgebiete liegen in den dümpelnden Altrheinarmen. Seit 1976 werden sie Jahr für Jahr vom Menschen bekämpft, die Kriegstaktik ging dabei von anfänglich massiven Einsätzen der chemischen Keule zu biologischen Kampfstoffen über: “Monsunartige Regenfälle in Kombination mit tropischen Temperaturen: Das ist eine Wettermischung, die den Stechmückenbekämpfern am Rhein gar nicht gefällt. Vor wenigen Tagen erst sind die Hubschraubereinsätze zu Ende gegangen, bei denen der für Schnakenlarven tödliche Eiweißstoff Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) aus der Luft über einer Fläche von rund 6000 Quadratkilometern abgeworfen wurde. Da rollt schon die nächste Hochwasserwelle den Fluss hinab. So dass in den Brutgewässern links und rechts des Stroms, in denen die dort abgelegten Eier durchaus bis zu zehn Jahre auf den für sie „richtigen Moment“ warten können, abermals neue Plagegeister heranwachsen” schreibt die FAZ. Die Kampfeinsätze finden vom Kaiserstuhl bis Bingen statt, neben Helikoptern sind ganze Hundertschaften Infanterie mit Sprühgeräten im Einsatz. Veterane der Anti-Schnaken-Bewegung erinnern sich noch an die Zeit vor 1976, als viele Rheinanwohner die Sommerabende im eigenen Garten nur in Neoprenanzügen überstehen konnten.

6
Zum ersten mal habe sich ein Seeadler im niederländisch-deutschen Grenzgebiet dauerhaft niedergelassen, schreibt derwesten: “Mit einer Flügelspannweite bis 2,40 Meter gleitet der Seeadler fast geräuschlos am Himmel, elegant und immer aufmerksam auf der Suche nach Nahrung. Der Seeadler gehört zu den größten Raubvögeln in Mitteleuropa und in diesem Jahr ist er zum ersten Mal auch ein Sommergast in der deutsch-niederländischen Grenzregion. Ornithologe Bert Beekers beobachtet den Vogel seit ein paar Monaten am Kaliwaal bei Kekerdom in der Millinger Waard, im Ooijpolder, entlang der Altrheinarme in Lobith und in der deutschen Düffel.”

Le Styx des Alpes

À ma gauche coule le Rhin ; au delà c’est le canton des Grisons ; je suis entré dans celui de Saint-Gall. On a cru reconnaître que le Rhin n’a pas toujours suivi le cours actuel : les terrains d’ alluvion du pays de Wallenstadt, et en général de la vallée de la Limmat, tendent à démontrer que, il y a une vingtaine de siècles, le fleuve se jetait dans le lac de Wallenstadt, couloit ensuite dans celui de Zurich, et finalement se confondait avec l’Aar, à partir de Brugg (Suisse). Le silence des Romains à l’endroit de la cataracte de Schaffhouse est très significatif à cet égard. Suivant des sérieuses observations hydrographiques, le Rhin se serait donc frayé peu à peu un passage à travers les rochers pour prendre une direction nouvelle vers le nord. Ce serait un de ces caprices qu’il s’est déjà permis ailleurs : du temps de Philippe-Auguste, la ville de Vieux-Brisach, batie sur de haute rochers, était alsacienne ; mais le Rhin, changeant de cours au moment d’une grande inondation, rejeta la ville sur la rive droite, et depuis lors elle est badoise.
En roman le mot “Rhin” signifie eau courante : ne faudrait-il pas trouver l’origine de ce nom propre dans le verbe grec (…), qui signifie couler, et rapprocher de cette étymologie les mots Rhône et Rha (l’ancien nom du Volga)?
Le pays où je suis est vaste et large ; il est dominé par les montagnes du canton de Glaris.
À Ragatz je descendis avec mon compagnon. Il me suffira de dire que cinquant mille personnes visitent anuellement Ragatz et la Tamina, pour donner une idée de l’animation qui règne en cet endroit. Nous entendons les couchers de toute livrée nous crier: “Hôtel Ragatz, hôtel Quellenhof (hôtel des sources), hôtel Rosengarten (jardin des roses), hôtel Freieck, hôtel Schweizerhof, hôtel Tamina, etc.” Reste à savoir si les notes de consommation sont aussi poétiques que les noms des hôtels.
Nous nous dirigeons aussitôt vers le joli bourg de Ragatz (1 900 habitants) : nous approchons de l’un des passages les plus fameux et les plus terribles des Alpes. Ce n’est point de la gorge de la sauvage Tamina, un affluent du Rhin, soit dangereuse pour le touriste ; mais, par le fait même qu’il n’a point à se soucier de sa conservation, il peut mieux sonder de l’oeil le gouffre, et jouir en frissonnant d’un site peut-être sans pareil.
Déjà nous avons dépassé Ragatz ; déjà la vallée se resserre, et les rochers font place à la nature cultivée. Ça et la une petite voiture marche au pas sur la route ; mais la plupart des touristes préfèrent s’enfoncer à pied dans l’étroit passage.
Les rochers cependant se resserrent ; la portion de ciel dont on jouit devient plus étroite ; seule la nature brute et morte accompagne le voyageur vers les autres profonds. La vallée n’est plus que le cours torrentueux et effrayant de la Tamina.
La route serpente le long de la rive gauche ; à mes pieds se précipitent les caux, dont je ne suis séparé que par un talus cacarpé et toujours vertigineux ; à droite je remarque quelques traînées de maigre végétation sur un sol escarpé, halayé par chaque pluie d’orage ; mais enfin les rochers perpendieulaires font aussi leur apparition de ce côté, et occuperont désormais sans partage les deux rives du torrent. Il nous arrive donc souvent de voir les blocs énormes suspendus au-dessus de nos têtes, tandis que les eaux mugissantes exécutent leur valse éternelle sous nos pieds. La lumière devient plus rare ; le rayon de soleil, même en plein midi, est un luxe ; quelques mousses, quelques herbes souffreteuses poussent encore à des rares intervalles sur les parois humides, hautes de deux cent cinquante à trois cent mètres.
Continuons à suivre cet effroyable ravin dont l’embouchure se trouve à Ragatz, à environ quinze lieues du lac de Constance. Le chemin, encore accessible aux voitures, s’enfonce complètement dans le roc vif, comme s’il voulait fuir les abîmes inévitables. Maint touriste ne voit qu’avec terreur le fond où se précipitent les eaux, sur un lit formé de cailloux noirâtres, complètement différent des parois calcaires, veinées de quartz, qui forment le gouffre. Lorsque le torrent tombe perpendiculairement, l’écume jaillit jusqu’aux pieds du passant. La route est étroite ; si donc deux voiture s’y rencontrent, il faut que l#une d’elles approche de l’abîme, et que l’autre frise les rochers pendants ; ceux-ci se touchent, est c’est un moment d’émotion à subir. Je conseille à tout voyageur de ne passer qu’à pied en de tels lieux.

(F. A. Robischung, Un touriste alpin à travers la forêt de Bregenz et la Via Mala (1881))

Presserückschau (April 2014)

Vom uns bis dato unbekannten “Anker am Rhein”, von seinem ehemaligen Ursprung am Kaiserstuhl und seinem Kampf mit der Donau, einem neuen Museum, dem Liechtensteiner Robin Hood, dem Bienensterben, einer Brunnenidee, die uns bekannt vorkommt, und den Auswirkungen der zeitgenössischen Flußkreuzfahrt handeln die ausgewählten Meldungen des Aprils:

1
In Voerde soll “im Zuge von Voerde 2030 – Lebendige Innenstadt” der Marktplatz umgestaltet werden, berichtet die Rheinische Post und vermittelt dank ihrer mit der Planung betrauten Interviewpartner den Eindruck einer bislang toten Innenstadt: “Wichtig seien eine klare Funktionszuordnung, wie zum Beispiel ein autofreier Marktplatz, eine Identität sowie eine positiv erlebbare Atmosphäre zu schaffen. Der Platz ist groß, aber man vergesse ihn wieder.” Die Planungen befänden sich noch in der Anfangsfase. Im Ideenpool liege unter anderem “der Rheinverlauf bei Voerde als Miniatur” (ähnlich wie bereits im benachbarten Wesel zu bestaunen): “Voerde sei der “Anker” am Rhein, deshalb sei ein Wasserspiel für den Platz wichtig.”

2
Die rheinland-pfälzische Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken über Auswirkungen des geplanten Freihandelsabkommens (TTIP) im Interview mit der Rhein-Zeitung: “Beim Weinanbau ist in den USA beispielsweise der Einsatz von Wasser zur Reduktion des natürlichen Alkoholgehaltes zugelassen, in Europa nicht. Auch geografische Angaben werden in den USA anders verwendet. Bezeichnungen wie “Moselle” oder “Rhine” sind erlaubt, auch wenn sie nichts mit den Herkunftsorten zu tun haben. Das ist nicht kompatibel mit unseren Kennzeichnungen. Würde ein Mosel-Wein aus den USA hier im Handel stehen, es wäre Wettbewerbsverzerrung. Das hätte natürlich auch Auswirkungen auf die Einkommen der Winzer und auf unsere Gesetzgebung. Denn wenn es sich nicht mehr lohnt, bei den Bezeichnungen genau zu sein, wer macht es dann noch?”

3
Bei einem rätselhaften Bienensterben in Leverkusen sollen rund eine Million Bienen verendet sein: “Die Bienenvölker standen alle entlang des Rheins in Rheindorf-Süd und Hitdorf. (…) Imkermeister Konrad Kappek (…) sagt, dass die Völker in Rheindorf-Süd am stärksten betroffen seien. Schon aus dem Norden des Stadtteils gab es keine Meldungen über Vergiftungen. Auch nicht von der anderen Rheinseite. Deshalb sei eine Vergiftung des Rheinwassers, von dem die Tiere trinken, nicht sehr wahrscheinlich, sagte der Leverkusener Amtstierarzt Kurt Molitor. Auch weiter rheinabwärts und aus Wiesdorf gab es keine Meldungen. Es ist nur dieser schmale Streifen Leverkusens betroffen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

4
Frisch eröffnet wurde das Bergbaumuseum in Innerferrera und erweitert die Museumspalette am Rhein um ein weiteres Kleinod: “Zwei Dauerausstellungsräume im Obergeschoss, im Erdgeschoss eine öffentliche Toilette, einen Informationspunkt des Naturparks Beverin und einen Raum für Wechselausstellungen: Das alles beherbergt das (…) mit bergmännischen «Glückauf»-Wünschen neu eröffnete Bergbaumuseum in Innerferrera, entstanden aus einer Kooperation des Vereins Erzminen Hinterrhein mit dem Naturpark Beverin und der Gemeinde Ferrera” berichtet die Südostschweiz.

5
Womöglich im Rhein bei Ruggell ertränkt hat sich der selbsternannte Robin Hood Liechtensteins Jürgen Hermann, der seit Jahren gegen die “liechtensteinische Finanzmafia” (Zitat Hermann) kämpfte und schließlich Bank-Chef Jürgen Frick erschoß: “Die Liechtensteiner Wasserrettung war (…) damit beschäftigt, den Rheindamm bei Ruggell abzusuchen. Nahe der Kanalmündung waren eine Jacke sowie weitere Utensilien des Mörders von Bank-Frick-Chef Jürgen Frick aufgefunden worden. Darunter auch seine Identitätskarte und ein Reisepass. Auf einer Seite im Pass hatte Hermann einige handschriftliche Notizen verfasst, in denen er in einer Art Abschiedsbrief auch seine Tat gestand. Aufgrund dessen geht die Landespolizei davon aus, dass Jürgen Hermann in die Fluten des Rheins sprang und Suizid beging. Wie es an der Medienkonferenz in Vaduz hiess, könne es allerdings Tage oder Wochen dauern, bis die Suche abgeschlossen sei – sofern überhaupt jemals eine weitere Spur auftauche. Ebenfalls noch nicht aufgefunden wurde die Tatwaffe, eine 9-Millimeter-Pistole.” (Liechtensteiner Vaterland)

6
Einen interessanten Artikel über die Früh- und künftige Geschichte von Rhein und Donau bringt der Schwarzwälder Bote: “Die Donau ist der einzige Fluss Europas, der kontinuierlich nach Osten fließt. Blickt man in die Flussgeschichte, hat die Donau eine sehr bewegte Zufluss-Vergangenheit. Der geologischer Prozess ist jedoch unaufhaltsam. Er führt dazu, dass die Donau an einem fernen Tag ihre Quelle bei Tuttlingen haben wird, das wird an dem Tag sein, an dem der Rhein ihr das Wasser an der Donauversinkung über den Aach-Topf komplett nimmt. Aufgrund des Höhenunterschieds wird der Rhein diesen geologischen Kampf gegen die Donau auch immer gewinnen – so wie das in der Vergangenheit schon öfter geschah. (…) Der Kampf um das Wasser begann vor zehn Millionen Jahren. Die schweizerische Aare war in jenem Zeitalter der Quellfluss, die Geologen sprechen von der Aare-Donau. (…) Der Rhein hatte damals seine Quelle noch in der Nähe des Kaiserstuhls. Durch geologische Vorgänge vor rund zwei Millionen Jahren, wie dem Einbruch des Oberrheingrabens, kam es zu einer Verbindung von Aare und Rhein.”

7
Der Entwicklung von Schiffkreuzfahrten und ihren Auswirkungen für Breisach widmet die Badische Zeitung einen ausführlichen Artikel. Demnach werden die Kreuzfahrten fast ausschließlich von englischsprachigen Rentnern gebucht, die bei ihren Landausflügen von Begleitern in Tracht und Bollenhut bespaßt werden. Auch verät der Artikel, daß sich in Australien eine Weinbauregion namens Kaiserstuhl befinden soll: “Auf dem Rhein erleben Schiffkreuzfahrten einen Boom. Davon profitieren auch Anlegestellen wie Breisach oder Kehl. Allein in Breisach rechnet man in der kommenden Saison mit 500 Schiffen – insgesamt wären das 100.000 Fahrgäste. (…) Viking Cruises, einer der weltweit führenden Flusskreuzfahrt-Firmen, wirbt für seine Fahrten auf dem Rhein seit diesem Jahr nur noch in anglophonen Ländern – dort liegt der für das Unternehmen rentablere Markt. Die Kölner Niederlassung wurde deshalb 2013 geschlossen – offenbar ohne Folgen für das Wachstum des Unternehmens: Allein in diesem Jahr hat es in ganz Europa 18 neue Schiffe in Betrieb genommen.” (Badische Zeitung)

Jm wasser aber kein mensch mag / Natürlich wohnen einen tag.

(…) Der Mensch auff der Erd lebt und gaht,
Die Hell, wie man sagt, mitten drin staht,
Doch wil ich nicht darnach gründen,
Es wirdt sie mancher zeit gnug finden,
Gott behüt darfür all dies begerten,
Das wasser ist rings umb die erden,
Darinn Fisch, Perlen, und Meerthier,
Würm, Biber, Otter, wasser Stier,
Seehund, Walfisch, Stör, und Ballenen,
Sonst manch art Fisch, Krebs und Sirenen,
Corallen roth, weiss, andre Stein,
Gold fürt Tagus, Reuss, Aar, und Rhein,
Emma, Funtan, Etsch, und Rodan,
Jll, Vadock, Saw, Phrath, und Pisan,
Und andre Wasser, die gold treiben,
Auch Edelgestein, auswerffen, scheiben,
Und sonst von Muschlen, gwechs und schnecken,
Dies Meer und wasser voll thun stecken,
Die lufft der Erden nahet bey,
Des region reich an Himmel frey,
Darinn die geister familiar
Hoch wohnen, auch offt umb uns har
Schweben gut, böss, Jn der region
Gros heimligkeit der Natur stahn,
Von donner, blitz, reyff, hagel, schnee,
Gwülck, regen, tunst, ander farb meh,
Und nechst bey uns die vogel faren,
Fliegen, sich mehren, und tun baren.
Jm Himmel ob dem Gstirn helts wesen
Gott, mit sein Engeln ausserlesen,
Die in neun Chör teilt geordnet sind,
Patriarch, Propheten, und Gotts fründ,
Apostel, Mertrer, Heiligen all,
Fromm, Grecht, Gleubig in der zal,
Beichtiger, Witwen und Jungfrawen,
Gott geb das wir jhn auch beschawen,
Darunter sGstirn welchs steiff und stet,
Unbeweglich und nicht umbgeht,
Darnach Planet, Stern, die sich andern,
Am Himmel hin und wieder wandern,
Sind beweglich wie Sonn und Mohn,
All tag, jahr, zeit, jhr ordnung gahn,
Schwimmen am Himmel wie im Meer,
Die Fisch, doch ohn als wasser her.
Die Element han unterscheid,
Jn Natur würckung, art allbeyd.
Auff Erd der mensch geht, steht, bleibt, lebt,
Der Fisch im wasser schwimpt und schwebt,
Jm wasser aber kein mensch mag
Natürlich wohnen einen tag.
Durch Lufft der mensch lebt, und sich neert,
Fewr alle ding frist und verzehrt,
Derhalb ist es kein Element,
Sondern viel mehr ein accident. (…)

(Leonhard Thurneyssers Quinta essentia 1574: ein alchemisches Lehrbuch in Versen)

Riesbeck über den Bodensee und seine Anwohner

“(…) Beim Anblick des Bodensees war ich würklich entzückt. Ich will keine dichterische Beschreibung dieses herrlichen Anblicks versuchen. Das hieße, das größte mannigfaltige und lebhafteste Gemälde dir mit einem Gesudel von Kohlen vorzeichnen wollen. Ich will dir nur meine philosophischen politischen Beobachtungen über die Gegend und die Bewohner derselben mitteilen; denn was meine Gefühle betrifft, so weißt du, daß ich in Beschreibung derselben sehr unglücklich bin.
Auffallend ist vor allen, daß an diesem großen Gewässer, welches auf eine beträchtliche Strecke die Grenzscheidung zwischen Deutschland und der Schweiz ist, keine einzige Stadt von Bedeutung liegt. Konstanz, die beträchtlichste an den Ufern desselben, zählt kaum 6.000 Einwohner. Sie hat weder eine erhebliche Handlung noch die geringste Manufaktur, da Schaffhausen, St. Gallen, Zürich und einige andere nicht weit entlegene Städte, welche die vorteilhafte Lage nicht haben, sehr blühende Handelsstädte sind. Augenscheinlich ist der Schwabe überhaupt lebhafter und reger von Natur als der Schweizer in den angrenzenden Gegenden, und was das Landvolk betrifft, so bemerkt man sowohl in Rücksicht auf Sittlichkeit als auf Fleiß einen auffallenden Unterscheid zum Vorteil des erstern, da sich hingegen die helvetischen Städte ebenso stark zu ihrem Vorteil vor den schwäbischen in ihrer Nachbarschaft auszeichnen.
In Konstanz wird man stark versucht, den Mangel an Kunstfleiß, die Vernachlässigung der Vorteile, welche die Natur darbietet, und die herrschende Liederlichkeit der Religion zur Last zu legen. Schon im Elsaß und in dem untern Schwaben fand ich unter den Protestanten mehr Gewerbgeist als unter den Katholiken. Die Feiertäge, das häufige Kirchengehn, das Wallfahrten, die Möncherei und dergleichen mehr tragen viel, und noch viel mehr die übertriebenen Lehren von Verachtung zeitlicher Dinge und von Erwartung einer wundertätigen Unterhaltung von Gott, die Leichtigkeit, in Klöstern und der Kirche Versorgung zu finden, und die Eingeschränktheit der Begriffe, die man zum Behuf seines Glaubens bei einem Katholiken im Vergleich mit dem Protestanten voraussetzen muß, dazu bei. Unter dem großen Haufen der Bauern beider hier zusammengrenzender Völker gleicht sich das durch die natürliche Schwerfälligkeit und Wildheit des reformierten Schweizers, worüber ich dir mit der Zeit in meinen Briefen über die Schweiz Erläuterung geben werde, ziemlich zum Vorteil des Schwaben ab. Aber in den Städten machen die mehrern Kirchen und Klöster nebst obigen Ursachen auf Seite der Katholiken und die große Aufklärung auf Seite der reformierten Schweizer einigen Unterscheid, welcher aber noch außer der Religion durch eine Menge andre Ursachen unendlich vergrößert wird. (…)
Ein anderes Hindernis für den Kunstfleiß in diesen Gegenden ist der dumme, lächerliche Stolz des Adels. Während daß die Kaufleute und Fabrikanten in den benachbarten Städten Helvetiens Regenten sind, blickt der Domherr in Konstanz mit Verachtung auf den Bürger herab, der sein Vermögen nicht seiner zweifelhaften Geburt, sondern seinem Verstand und Fleiß zu verdanken hat, und bläht sich mit dem Register seiner sechzehn stiftmäßigen Ahnen, welches er beim Antritt seiner Pfründe beweisen muß, ohne zu bedenken, daß er vielleicht von einem Lakaien, Jäger oder Stallknecht in die Familie unterschoben worden. Auf den Bürger macht das einen sehr schädlichen Eindruck. Anstatt sein Kapital durch seinen Fleiß zu vergrößern, kauft er sich Titel oder Güter, sucht dem Herrn Baron ähnlich zu werden und verhöhnt dann mit noch viel erbärmlicherem Stolz seine Mitbürger.
Nebst dem trägt die sparsame Lebensart des Schweizer Bürgers sehr viel zur Aufnahme seiner Manufakturen bei. Das alltägliche Essen eines etwas bemittelten Einwohners von Konstanz wäre für einen von St. Gallen ein festlicher Schmaus. Aber freilich ist das zugleich auch die Ursache, warum der Schwabe einen bessern Humor hat als der Schweizer. (…)
Der Bischof residiert zu Meersburg, einem kleinen Städtchen an dem entgegengesetzten Ufer des Sees, und hat ohngefähr 70.000 Gulden Einkünfte. Er besitzt sehr ansehnliche Güter auf helvetischem Boden. Die übrigen nennenswürdigen Orte auf der deutschen Seite sind: Überlingen und Lindau, worin man die Spießbürgerei im größten Glanz sieht.
Die helvetische Küste dieses kleinen Meeres ist scheinbarer als die deutsche. Die schöne Mischung der nah gelegenen, zum Teil mit Weinstöcken bepflanzten Hügel, die zerstreute Lage der Bauernhöfe mit ihren vielen Fruchtbäumen umher und die kleinen Partien von all den vielen Arten des Feldbaues geben derselben ein um so lebhafteres Ansehen, da die schwäbischen Dörfer enge wie die Städte zusammengebaut sind und oft ein großes Getreidefeld oder weitläuftige Wiesengründe um sich her beherrschen. Im ganzen, glaube ich, sind beide Ufer nach dem Verhältnis gleich stark bewohnt. Das helvetische ist steinichter und von schwererem Boden als das deutsche, und obschon das Thurgau unter die besten Gegenden der Schweiz gehört, so muß es doch einen guten Teil seines ersten Bedürfnisses, des nötigen Getreides, aus Schwaben beziehen, wogegen es etwas Wein und Obst vertauscht.
In Holland denkt man wohl wenig daran, was man dem Bodensee zu verdanken hat. Kaum kann man jetzt sich daselbst des Sandes erwehren, welcher durch die Aare und verschiedene andere Flüsse aus den Alpen in den Rhein geschwemmt wird, die Mündungen dieses Stroms zu verstopfen droht und durch die großen Bänke, die er schon weit über seinem Ausfluß ansetzt, in diesem tiefen Lande mit der Zeit gewaltsame Revolutionen erwarten läßt. Wenn nicht in diesem ungeheuren Behältnis die ungleich größere Menge des Sandes aufgefangen würde, welche durch den reißenden Rheinstrom aus dem hohen Bündnerlande herabgespült wird, so läge jetzt schon Holland unter neuem Sand begraben, und die gehemmten Ausflüsse des Rheines hätten dem Lande schon lange eine ganz andere Gestalt gegeben. Es ist wahr, diese Veränderung muß ohnehin mit der Zeit notwendig erfolgen. So beträchtlich auch die Tiefe dieses Sees ist, denn an einigen Orten beträgt sie dreihundert Klafter, so muß er doch endlich und um so eher ausgefüllt werden, da der Strom von seinem Ausfluß bei Konstanz an, durch die höheren Gegenden Deutschlandes, immer sein Bette tiefer gräbt und der See also ebensoviel Wasser verliert, als er Sand gewinnt. Aber wenn man bedenkt, was ein so großer Umfang, wie der des Sees, fassen kann, wenn man seinen Inhalt, wie della Torre jenen des Vesuvs, berechnet, so haben sich die Holländer noch freilich durch viele Generationen zu trösten; und wenn der jüngste Tag so schnell kömmt, als er von den erleuchtesten unserer Theologen angekündigt wird, so ist diese Berechnung vollends überflüssig. (…)
Noch muß ich dich, ehe ich von Konstanz abgehe, eines Mannes erinnern, der vor einigen Jahren in den Zeitungen soviel Lärmen machte. In dieser Gegend fing der berüchtigte Gaßner, welcher in kurzer Zeit einige Millionen Teufel austrieb und einige hundert Gläubige heilte, sein Spiel an. Der Bischof von Konstanz verbat sich solche Wunder in seinem Sprengel, und nun flüchtete sich der Mann unter den Schutz des Prälaten von Salmannsweiler, der sich immer mit schwerem Gelde die Exemtion von der bischöflichen Gewalt vom Papst erkauft. Aus Eifersucht auf den Herrn Bischof nahm der Prälat die Partei des Flüchtlings mit aller Hitze, und nun war sein Glück durch seine Verfolgung gemacht. Der Ökonom der Prälatur fournierte ihm einige Fässer verdorbenes Öl und ähnliche Sachen, die Gaßner zur Heilung der Menschen weihte und wobei der erstere seine Rechnung fand. Ich teile dir diese Anekdote mit, weil ich sie von guter Hand habe, sie wenig bekannt ist und ich dir ein neues Beispiel geben kann, daß Mahomet und alle Propheten seiner Art ihren Ruhm der Hitze ihrer Verfolger und Patronen, die oft mit dem Prophetentum dieser Männer in gar keiner Verbindung steht, zu verdanken haben. Lebe wohl.”

Johann Kaspar Riesbeck: Briefe eines reisenden Franzosen über Deutschland an seinen Bruder in Paris (anonym verfaßt), 1783

O Beyspiel für die Welt

Albrecht von Haller kommt in seinem epochalen Gedicht Die Alpen, das für die Entdeckung der Naturschönheiten der Schweizer Berge zumindest von Seiten der Germanistik verantwortlich gemacht wird, auf die Quellregion des Vorderrheins und zieht aus deren Höhen einen weitblickenden Vergleich mit der Sahara heran, deren Sandwehen in der Tat den einen oder anderen Alpenhang erreicht haben sollen:

„Dann hier, wo Gotthards Haupt die Wolken übersteiget,
Und der erhabnen Welt die Sonne näher scheint,
Hat, was die Erde sonst an Seltenheit gezeuget,
Die spielende Natur in wenig Land vereint:
Wahr ists, das Lybien uns noch mehr neues giebet,
Und jeden Tag sein Sand ein frisches Unthier sieht:
Allein der Himmel hat dieß Land noch mehr geliebet,
Wo nichts, was nöthig, fehlt, und nur was nutzet, blüht:
Der Berge wachsend Eiß, der Felsen steile Wände,
Sind selbst zum Nutzen da, und tränken das Gelände.“

Haller hatte als 19-Jähriger, nach Abschluß seiner Studien im Ausland, im Jahre 1728 eine Reise durch die heimatliche Schweizer Bergwelt unternommen, die ursprünglich botanischen Forschungen zugedacht war. Er schrieb dann allerdings keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern besagtes Langgedicht, dem er voranstellt, daß es sein schwierigstes gewesen sei: „(…) ich wählte eine beschwerliche Art von Gedichten, die mir die Arbeit unnöthig vergrösserte. Die zehensilbigen Strophen, die ich brauchte, zwangen mich so viel besondre Gemählde zu machen, als ihrer selber waren, und allemahl einen ganzen Vorwurf mit zehen Linien zu schliessen. Die Gewohnheit neuerer Zeiten, daß die Stärcke der Gedanken in der Strophe allemahl gegen das Ende steigen muß, machte mir die Ausführung noch schwerer. Ich wandte die Nebenstunden vieler Monate zu diesen wenigen Reimen an, und da alles fertig war, gefiel mir sehr vieles nicht. Man sieht auch ohne mein warnen noch viele Spuren des Lohensteinischen Geschmaks darinn.“ Ganz so wenige Reime sind es dann doch nicht geworden. Ein paar exemplarische, die sich dem Aarelauf widmen, seien an den Schluß gestellt. Der komplette Text ist bei Google Books verfügbar.

„Aus Furkens kaltem Haupt, wo sich in beyde Seen
Europens Wasser=Schatz mit starken Strömen theilt,
Stürzt Nüchtlands Aare sich, die durch beschäumte Höhen,
Mit schreckendem Geräusch und schnellen Fällen eilt;
Der Berge reicher Schacht vergüldet ihre Hörner,
Und färbt die weisse Flut mit Königlichem Erzt,
Der Strom fließt schwer von Gold, und wirft gediegne Körner,
Wie sonst nur grauer Sand gemeines Ufer schwärzt:
Der Hirt sieht diesen Schatz, er rollt zu seinen Füssen,
O Beyspiel für die Welt, er siehts, und läßt ihn fliessen.“

Der Donnerstein von Ensisheim

meteorit von ensisheim
“S wundert sich mancher frömder geschicht
Der merck vnnd leß auch diß bericht
Es seind gesehen wunder vil
Im lufft. comet. vnnd feuerm spyl
Brennend fackeln. flammen. vnd kron
Wild kreyß. vnd zyrckel vmb den mon
Am hymel. bluot. vnd feuerm schilt
Regen nach form der thier gebildt
Stöß. brych. des hymels vnd der erd
Unnd ander vil selczam gebärd
Trotzlich zerstiessendt sich zwen berg
Grueßlich tromet. vnd harnsch werck
Ysen. milch. regen. stahel. korn
Zyegel. fleysch. woll von hymels zorn
Und vil ander der wunder glich
Dann bey dem ersten friderich
Nach erdpydem. vnd fynsternuoß
Sach man treyg sunn vnd mon gewiß
Unnd vnter keyser Friderich
Dem andern. Fyel ein stein greueßlich.
Sein form was groß ein kreuetz var jnn
Ein ander geschrifft vnd heimlich synn
Bey weyle des dritten Friderich
Geborn herr von österreych
Fyel ab jns Sundgaw. sein eigen land
Der stein der hye leyt an der wand
Da man zalt vierzehenhundert jar
Uff sant Florentzen tag ist war
Neuntzig vnd zwey vmb mittentag
Geschach ein grawsam donnerschlag
Dreyg zentner schwär fyel diser stein
Hye jnn dem feld vor Ensißheim
Dreygk egk hat er verschwerczet gar.
Wye ercz gestalt vnd erdes far
Ouch ist gesehen jnn dem lufft
Schleymmes fyel in erdes clufft
Clein stuck seind kommen (?) vnd har.
Und weyt zerfuort. sunst sichst jn gar
Tonaw. Necker. Arh. Jll. vnnd Reyn.
Schweicz Ury hort den klapff darein
Ouch dönt er den Burgundern verr
Jn forchtend die Frantzosen seer
Rechtlich sprich ich das es bedeuet
Ein besunder plag der selben leuet
(…)”
(Sebastian Brant, von dem donnerstein gefalle jm xcij. iar vor Ensisheim)

“ALs hieuor an manchen enden von vil vnd mancherlay seltsamen dingen die sich amm himel ereuegt haben gemeldt worden ist vnd sunderlich dz ein stayn mit eim creuetz gezaichnet zu den zeiten kaiser Friderichs des andern von oben herab gefallen sey also ist zu den zeiten kaiser Friderichs des dritten in dem iar cristi. M.cccc.xcij. am. vij: tag des monats nouembris in mytten tag ein großer stayn bey eim zentner schwer. ein wenig kleiner dann ein saltzscheyb. gestalt wie ein kriechisch D. vnd dreyegket von oben herab auß den lueften bey Ensißheim in dem Suntgew nider gefallen vnnd zu anzaigung seltsamer geschihten noch vorhanden.” (Schedel`sche Weltchronik)

“Am 7. November 1492 schlug der ”Meteorit Ensisheim” in einem Acker vor den Toren der Stadt ein. Er gilt als der älteste gesicherte und ausführlich dokumentierte Meteoritenfall Europas, von dem bis heute Material erhalten geblieben ist. Die erste Beschreibung dieses Naturschauspiels durch Sebastian Brant Ende des Jahres 1492 erlangte große Verbreitung. Sein „Donnerstein von Ensisheim“ gilt als eines der ersten Flugblätter im heutigen Sinne, das kurz nach dem Ereignis in größerer Stückzahl und sogar in mehreren Auflagen gedruckt wurde.” (Wikipedia)

Presserückschau (August 2012)

Nachdem noch im Juli die DLRG verschiedentlich gemeldet hatte, daß Schwimmen im Rhein nirgendwo sicher sei, veranstaltete sie im August wieder ihre traditionellen Rheinschwimmen zwischen Heidenfahrt und Ingelheim (136 Teilnehmer, Erbsensuppe), in Rheinfelden (44 Naturfreaks, ein Biber), und in Kooperation mit den Schweizer Kollegen zwischen Mumpf und Bad Säckingen (327 Schwimmbegeisterte, Fischessen): Hasardeure! Die weiteren Meldungen des Augusts:

1
Die Dreiländerbrücke (zwischen den Partnerstädten Huningue und Weil; Anm.: rheinsein) ist mit 248 Metern die längste Radfahrer- und Fußgängerbrücke der Welt“, konstatiert die Badische Zeitung und befragt Passanten zu ihren Nachbarschaftsgefühlen. Nicole Kebel (79) aus Saint Louis: “Ich (mache) fast jeden Tag einen Spaziergang auf der Brücke und trinke dann in Weil einen Kaffee. Ich habe den Krieg erlebt, diese Partnerschaft hat eine sehr starke Bedeutung für mich. Sogar wenn ich auf der Brücke gehe, bin ich sehr gerührt.” Hingegen Audrey Allgeyer (31) aus Village-Neuf: “Wir mögen die Stadt Weil am Rhein und die Läden dort nicht, deshalb ist es uns egal, wenn es Veranstaltungen gibt und dass Weil am Rhein und Huningue Partnerstädte sind.”

2
Die ortsansässige Schildkröte Rheini wurde von einem Mann aus dem Konstanzer Rheinstrandbad gestohlen, berichtet der Südkurier: „Der Unbekannte sei bei seiner Tat beobachtet worden. Trotz Protests der Badegäste habe er sich von seinem Vorhaben nicht abbringen lassen. Die Rheini-Fans bitten ihn darum, das Tier wieder zurückzubringen, sonst werde Strafanzeige gestellt. Schließlich sei es nicht erlaubt, einfach ein wildes Tier nach Hause zu nehmen.“ Die Hintergründe dürften in einem Streit um artgerechte Tierhaltung liegen, wie die Kommentarspalte vermuten läßt.

3
Am Gotthardpass ist der Vier-Quellen-Weg, eine Wanderroute, welche die Quellen von Rhein, Reuss, Rhône und Ticino berührt/verbindet, eröffnet, meldet der Tagesanzeiger. Zur Einweihung sprach Ueli Maurer. „Der Gotthard, das zentrale Massiv der Strecke, stehe für Freiheit, den Gründungsgedanken der Eidgenossenschaft und die direkte Demokratie. Der Bundesrat hofft, dass Wanderer entsprechende Emotionen durchleben werden.“ (Aber hallo, das muß unbedingt ausprobiert werden! Gilt das auch für Ausländer?)

4
Bizarre Tiernachricht aus den Tiefen des Sommerlochs: Weil er seine Mischlingshündin mit Paketschnur an den Vorderfüßen gefesselt in den Rhein geworfen habe, wurde ein Kölner wegen Tierquälerei zu einer Geldstrafe verurteilt, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger. Das Tier indes überlebte. „Winselnd, das Fell völlig durchnäßt“ wurde Bonnie von einer Passantin am Stammheimer Ufer entdeckt. (Wir fühlten uns umgehend an die (durchaus noch ein Quentchen bizarrere) Hundeszene in Guy Helmingers Etwas fehlt immer erinnert und gedachten für einen weiteren Moment der so oder so zustandegekommenen Gequältheit diverser Gottesgeschöpfe.)

5
Es war wohl wenig los im August. Bei Lorch lief das 105 Meter lange Schiff Karola auf Grund. Der Frachter hatte Eisenplatten geladen (SWR). Beim U-Bahn-Bau in der Düsseldorfer Innenstadt trat ein Mammut-Stoßzahn zutage – bei weitem nicht der erste in der Gegend (Rheinische Post). Weil also wenig passierte, verlegte sich die Presse stärker auf Ankündigungen: „178-Millionen-Euro-Projekt: Die neue Schiersteiner Brücke soll in zwei Abschnitten bis 2018 entstehen. Sie wird fast 1,3 Kilometer lang und 44 Meter breit sein.“ (FAZ) Ab 9. September wird das große Binger Weinfest unter dem Motto “Schon Hildegard von Bingen lobte den Wein – drum lasst beim Winzerfest am Wein uns erfreun” eröffnet (business-on). Und nicht zuletzt: „Gedichte sollen den Rheinuferweg bei Basel säumen“ – was für Gedichte genau, werde sich noch herausstellen (Tageswoche).

6
Schließlich erregte noch eine Meldung von einer jungen Schweizerin größeres Aufsehen, die von der Karlsruher Wasserschutzpolizei aus der Iffezheimer Schleuse gefischt wurde (ka-news, Focus): in ihrem Schlauchboot, das sie mit Schwimmflossen an den Beinen manövrierte. Besondere Erwähnung gewährte die Presse ihrer Kopfbedeckung, einer Kapitänsmütze. Seit Biel (Aare) hatte die 26jährige innert 14 Tagen bereits über 200 km in dieser Fortbewegungsart absolviert, gab das Schlauchbootflosseln nach einer polizeilichen Gefahrenaufklärung jedoch auf und will nun versuchen, per Schiffsanhalterin an ihr Ziel, die Nordsee, zu gelangen.