Welkom pierewaaiers

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antw_kaaigedicht_revolution

antw_kaaigedicht_papier

antw_kaaigedicht_keine mauer

Nicht nur wurde die Schelde jüngst episch von Maarten Inghels bedichtet (s. vorangegangener Eintrag), sondern es säumt auch ihr Antwerpener Ufer ein über drei Kilometer sich entlang der innerstädtischen Scheldemauer streckendes Poem. Organisiert hat es der ehemalige Stadtdichter Peter Hoelvoet-Hanssen. Über die Zeitung waren alle Antwerpener aufgerufen, Sätze zum geplanten Mauergedicht beizusteuern. Aus den Eingängen und eigenen Passagen komponierte Hoelvoet-Hanssen den Text Welkom pierewaaiers (Willkommen, Freunde des Piers), der mittels Schablonen von einem Trupp Anstreicher in zweiwöchiger Arbeit angebracht wurde. Der Scheldekaai ist aktuell eines von mehreren Antwerpener Großbauprojekten. Am innerstädtischen Ufer soll eine großzügige Promenade mit Sport- und Freizeitmöglichkeiten entstehen. Das Piergedicht, dessen voller Wortlaut auch als städtische Broschüre erhältlich ist, die außerdem über die architektonischen Pläne informiert und sämtliche Beiträger listet, verbindet den Antwerpener Norden mit dem Süden, nimmt Elemente eines vorangegangenen Ufergedichts von Herman J. Claeys auf, das 1991 an der Mauer angebracht war und kann auch als poetische Antwort auf das Gedicht mijn stad von Adriaan de Roover gesehen werden, das auf dem gegenüberliegenden Ufer zu finden ist. Wie lange das Werk Bestand haben wird, ist u.a. von Wind und Wetter abhängig. Die Stadt hat bereits beschlossen, es für eine geraume Zeit zu pflegen. Nicht nur wegen dieses monumentalen, nicht zu übersehenden Textes, sondern auch wegen weiterer und teils wechselnder literarischer Interventionen im öffentlichen Raum lässt sich Antwerpens Innenstadt mit Fug und Recht die poetischste nennen, die rheinsein bisher besucht hat.


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