Landscape, beefsteak

Von einer Rheinfahrtsbeschreibung, dessen Autorschaft trotz intensiver Recherchen nicht ausfindig zu machen gewesen sei, berichtet einer unserer Korrespondenten:

“Irgendwann erzählt der Text von einem Engländer, der gute zwei Wochen am Stück die Fahrt Köln-Mainz-Köln wiederholte. Der Kapitän habe angenommen, die landschaftliche Schönheit sei der Anlaß für die außergewöhnliche Beharrlichkeit des Mannes, doch bemerkte er zugleich, wie wenig der Engländer die Landschaft beachtete. Eines Tages gab der Kapitän seiner Neugier nach und fragte den Reisenden, ob der an der Gegend besonderen Gefallen finden würde, woraufhin der Engländer antwortete: so oft habe er die Landschaft bereits gesehen, daß sie ihn mittlerweile anekele. Aber die Beefsteaks, die man an Bord serviere, seien überaus schmackhaft und das gestalte den Aufenthalt an Bord angenehm. Am folgenden Tag sei der Engländer verschwunden gewesen und nie wieder an Bord erblickt worden. “Se non è vero, è ben trovato”, hat dieser Text mit einer italienischen Spruchweisheit im Original geendet, was auf einen italienischen Verfasser deuten könnte, von denen, was Rheinfahrtsbeschreibungen anbelangt, wie wir wissen, nicht allzuviele bekannte existieren.”


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