Der Rhein als Handwerker

artefakteMögliche Steinzeitfunde und prähistorische Werkzeuge aus dem Rhein, sprich: “Steinmesser, Steinbeile, Pfeilspitzen, einen versteinerten Wirbel und einen Reißzahn, einen kleinen Kiesel aus Flintstein mit Blautönen, vielleicht Kupfer in mineralischer Form”, präsentiert unser Korrespondent Rainer Vogel.

Wie sollten die Werkzeuge in den Rhein gelangt sein, oder anders gefragt: ist der Rhein selber als Werkzeugmacher tätig?

Unser Korrespondent beschreibt die Fundstücke ausführlich: “Unterschiedlich abgerundet durch Gebrauch oder das Wasser, verschiedene Gesteinsarten, sich häufend an bestimmten Stellen, auch unfertige Rohlinge von Beilen oder Klingen. Ein Stück aus einer Kristall-Druse, das man hätte als Reibe für Wurzeln, Knollen, Getreide oder auch färbendes Gestein nutzen können. Nebenher hat man Kalkstein in den Rhein aufgeschüttet als Wellenbrecher, vielleicht von den Kalksteinwerken aus Mettmann. Also entweder daher oder von hier am und im Rhein wie eine Art Kiesgrube der Steinzeit. Längliche versteinerte Schulpe von Tintenfischen hart wie Granit bilden ein gutes Ausgangsmaterial für Steinbeile. (Lang, schmal, liegt gut in der Hand, unten wird die Schneidkante nur von zwei bis drei Seiten an der Schmalseite geschliffen, man kann damit mit Wucht zuschlagen, mit Kraftwirkung.) Sie sind oben an der gleichen Stelle gekerbt, da hat man vielleicht mit Bast oder Lederriemen einen Stock darum gebunden, Messer und Faustkeile aus Stein liegen ergonomisch in der Hand. Basaltstücke, bearbeitet und poliert, rotes und graues Gestein, Quarze, Feuerstein, spröder Kalk, Koralle oder Knochen, frisch aufgeschlagen, jedoch scharfkantig.”

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Einer später eingeholten Expertise des Neandertal-Museums halten die Vermutungen unseres Korrespondenten nicht stand: “Die Steinsammlung bestand wohl überwiegend aus Flussgeröllen. Nur wenn die Steine direkt in einer von Steinzeitmenschen bewohnten Höhle sich aufgefunden hätten, wären es Artefakte gewesen.”

Doch offenbar nehmen sich Stenzeitmensch und Rhein als Werkzeugmacher nicht sonderlich viel. Daß der Rhein mit seinen schöpferischen Fähigkeiten u.a. als Kartograf (seiner selbst) und Künstler fungiert, haben wir zuvor bereits in unserer hauptsächlich am Alpenrhein angesiedelten Kiesel-Serie (hier ein Beispiel unter vielen) gezeigt.


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