Niers

niers_5Nur zu kleinen Teilen fließt die Niers über die Maas in den Rhein; zuvor schleicht sie auf niederrheinischem Territorium in gemessenem Abstand zur deutsch-niederländischen Grenze möglichst unauffällig durch die Gegend.

niers in gochIn Goch findet sich ihr Ufer jäh mit geometrischem Schwung eingefaßt, umpflastert und mit Betontribünen versehen. Auf der Flußbühne üben die Möwen gerade eines ihrer kaum beachteten Revolutionsstücke. (Fotos: Rainer Vogel)


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4 Kommentare zu “Niers”

  1. :Ludwig
    21. November 2016 um 10:28

    Dabei ist die Niers mehr Rhein als man ihr zutrauen mag, ist eine Art Zeitlandschaft. So fanden die während der vorletzten Eiszeit (Saale-Eiszeit) sich von Norden her voran schiebenden Eismassen den Rhein als ca. 10 Kilometer breites, vor sich dahin mäanderndes Geschlängel vor, den kiesigen Untergrund wegen des darüber hinweg eilenden Wassers nicht so hart gefroren wie das Land ringsum. Diesen Untergrund schoben die Eismassen nun zu einer Endmoräne auf, schufen sich ihre eigene Barriere. Und der Rhein? Den drängte es auf die andere Seite der heutigen Hügelkette, wo er im Bett der heutigen Niers dahinströmte, bis die Eismassen zurückgewichen waren und er sich auf den Weg gen Norden machte. Selbst heute noch schmiegt sich an einigen Stellen die Niers an die ehemalige Endmoräne. In Zeitlandschaften gedacht also könnte man sagen: Wanderer, standest du an der Niers, erzähle, dass du den Rhein hast fließen sehen, wie einst das Eis es befahl … :)

  2. Stan Lafleur
    21. November 2016 um 12:22

    Die Niers als Urrhein: das ist mir neu! Von der Endmoräne erzählte mir Ron Schmidt, als ich vor gut einem Jahrzehnt mit dem Fahrrad durch die niederrheinischen Felder cruiste, sie deutete sich auch an, da und dort, unter großzügig aufgezogenen Himmeln: eine Getreide- und Schweinelandschaft: so verbraucht der Rhein-Wein-Reim in der deutschen Lyrik daherkommt, so sehr scheint der Rhein-Schwein-Reim und überhaupt der Niederrhein als lyrische Landschaft erst noch zu entdecken.

  3. :Ludwig
    21. November 2016 um 12:42

    Der Niederrhein als lyrische Landschaft?
    Hier:

    Nachträgliche Skizze

    Uedemer -, Laar- und Greven-,
    Bruch, bruch, broich im Nebel
    Niers, Kendel, Weeze, Kevelaer
    Altrhein, Schenkenschanz

    Veen, Issum, Pont und Winternam
    Knotwillich, Kettingspöll
    het sinn de Menze dökkers raar
    ‘t smerges noar denn Danz

    Rees, Grieth, Warbeyen, Spyck en Spijk
    gelassen strömt der Rhein
    schiebt sich zur Waal in Nederland
    riviertjes blijfen Ijssel, Rijn

    Fietsen surren Deiche lang
    Leuite, Häuiser, watt en datt
    proate, praten, küren, segg ens
    und jedem Schwätzer meine Stadt

    Ludwig Janssen © 4.2.2007

  4. Rainer Vogel
    21. November 2016 um 13:35

    von der niers ein paar bilder schlichte
    und der stan schreibt dazu gedichte
    von der möwen revolution
    was ist für die möwen
    schon revolution
    stück brot dann schon…
    die möwen machen dazu gekreisch
    die döwen…
    nich grad wie löwen
    und das für umsoos
    hält der gürtel
    noch die hos…
    sonst wird dir kalt umd die niers
    dank dirs!

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