Monatsarchiv für August 2016

 
 

Presserückschau (August 2016)

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“Riesiger Pokémon stürzt in den Rhein: Ein 23-jähriger Mann in einem gelben Pokémon-Kostüm ist (…) in Mainz in den Rhein gestürzt. Ein 33-Jähriger sprang hinterher, um ihn zu retten, wurde aber von der Strömung abgetrieben, wie die Feuerwehr mitteilte. Rettungskräfte holten den Mann in dem Kostüm aus dem Wasser. (…) Der zweite Mann kletterte aus eigener Kraft aus dem Fluss. Beide wurden am Ufer von Sanitätern versorgt.” (SWR)

2
Bewußtlos im Rhein: “In der Nacht erreichte die Feuerwehrleitstelle ein Notruf über eine im Rhein treibende Person in Höhe des Feldbergplatzes. Boote der Feuerwehren Mainz und Wiesbaden bildeten unterhalb der Kaiserbrücke eine Suchkette. Nach kurzer Zeit entdeckten die Einsatzkräfte eine kopfüber im Wasser treibende bewusstlosen Mann. Ein Taucher zog den Verunglückten an Land. Im Rettungswagen kam der Mann langsam wieder zu Bewusstsein. Er konnte sich aber nicht mehr daran erinnern, wie er in den Rhein kam.” (Hit Radio FFH)

3
“Katzenalarm auf dem Rhein: Mehrere Anrufer aus Düsseldorf haben (…) die Feuerwehr alarmiert. Eine Katze treibe auf einem Stück Treibholz auf dem Fluss (…). Umgehend rückte das Rettungsboot der Feuerlöschstation aus (…). Doch die Retter erwartete eine Überraschung: Denn auf dem Rhein trieb nicht eine Katze in Seenot, sondern ein ausgestopftes Raubtier – möglicherweise ein Marder, der auf einem Holzbrett befestigt war. Um die Konstruktion zu stabilisieren, hatte der unbekannte Erbauer unter dem Brett noch eine Unterkonstruktion mit vier Kunststoffflaschen als Schwimmkörper befestigt. Wer das Tier auf die Reise geschickt hat und wie lange es schon unterwegs war, sei unbekannt, betonte die Feuerwehr. Doch fand das ausgestopfte Tier vorläufig in der Löschbootstation eine neue Heimat.” (General-Anzeiger)

4
Rheintote
“Nach einem Badeunfall ist ein 39-Jähriger tot aus dem Rhein geborgen worden. Passanten hatten die Leiche des Mannes (…) in Urmitz (…) im Wasser treiben sehen, teilte die Polizei mit. (…) Er war mit einem Freund nahe Kaltenengers baden gegangen, plötzlich unter Wasser gezogen worden und nicht mehr aufgetaucht. Bei dem 39-Jährigen handelte es sich nach Angaben der Polizei um einen Urlauber aus Norddeutschland.” (General-Anzeiger)

“Ein Toter (ist) aus dem Rhein bei Duisburg geborgen worden. Nach einem Foto-Vergleich geht die Polizei davon aus, dass es sich um einen (…) vermissten Flüchtling aus Afghanistan handelt. Der 18-Jährige war beim Schwimmen im Rhein bei Meerbusch abgetrieben und seitdem vermisst worden. Die Ermittlungen zur zweifelsfreien Identifizierung des Mannes dauern an.” (WDR)

“Rettungskräfte haben in Ludwigshafen einen toten Schwimmer geborgen. Zunächst war der Polizei ein leblos im Rhein treibender Mensch gemeldet worden. Dann wurden die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen, der Rettungsdienst, die Wasserschutzpolizei und die Polizei in Mannheim und Ludwigshafen alarmiert. Die Helfer konnten den Mann dann im Bereich der Konrad-Adenauer-Brücke in Ludwigshafen sichten. Die Feuerwehr zog den Mann aus dem Rhein. Versuche, den Mann wieder zu beleben, blieben erfolglos: Er starb kurze Zeit später in einem Krankenhaus. Die Identität des Mannes stand zunächst nicht fest. Er soll etwa 75 Jahre alt und etwa 1,70 Meter groß sein. Er war mit einer Badehose bekleidet und dürfte nach ersten Ermittlungen der Polizei im Bereich der Ludwigshafener Parkinsel in den Rhein gestiegen sein.” (Hit Radio FFH)

“Bonn – Tragischer Einsatz nahe der Nordbrücke. Zeugen (meldeten) einen leblosen Körper, der im Rhein trieb. Kurz darauf zogen Einsatzkräfte den Mann an Land. Mehr als 30 Minuten lang versuchten die Retter, den Mann zu reanimieren. Doch es war zu spät. Kurz darauf konnte im Krankenhaus nur noch sein Tod festgestellt werden. Der Verstorbene wurde als ein 48-Jährige aus dem Großraum Bonn identifiziert.” (Express)

“In Duisburg-Wanheim hat es (…) einen größeren Feuerwehreinsatz am Rhein gegeben. Die Rettungskräfte bargen einen toten 82-jährigen Mann aus dem Wasser. (…) Ein Arbeiter der Hüttenwerke Krupp Mannesmann hatte eine treibende Person im Rhein gemeldet. Es wurde eine Vielzahl an Einsatz- und Rettungskräften mobilisiert. Unter anderem Taucher, Rettungsboote sowie ein Rettungshubschrauber. Die Besatzung des Hubschraubers entdeckte die leblose Person im Rhein stromabwärts treiben. Die Feuerwehr barg den Leichnam. Die Ermittlungen der Polizei laufen.” (Rheinische Post)

“Nach seiner Rettung aus dem Rhein in Düsseldorf ist ein 27-Jähriger gestorben. Nach Angaben der Polizei konnte der Mann (…) zunächst reanimiert werden, doch er erlag später seinen Verletzungen. Zuvor war bei der Feuerwehr Düsseldorf ein Notruf eingegangen, dass eine Person im Rhein auf Höhe des Stadtteils Volmerswerth verschwunden sei. Rettungskräfte suchten an Land und im Wasser nach dem Mann, unterstützt wurden sie von zwei Hubschraubern der Polizei. Taucher fanden den Mann nach zwei Stunden, anschließend wurde er unter Reanimationsbedingungen in die Uni-Klinik gebracht (…). Wann genau er starb, wurde nicht bekannt. Die Feuerwehr sprach von einem Unglück.” (Rheinische Post)

“Nach dem Badeunfall (…) in Rodenkirchen hat die Polizei in Rheinberg am Niederrhein (…) eine Leiche aus dem Rhein geborgen. Ob es sich um den in Köln vermissten 22-Jährigen handelt, ist unklar. Wie die örtliche Polizei am Abend mitteilte, konnte die Person noch nicht identifiziert werden. Der Ort im Kreis Wesel ist mehr als 100 Flusskilometer von Köln entfernt. Der 22-Jährige wurde (…) das letzte Mal gesehen, als Zeugen beobachteten, wie er unterging. Trotz intensiver Such- und Rettungsbemühungen der Feuerwehr und des Rettungsdienstes blieb der Mann vermisst.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

Venlo (4)

venlo_wandgemäldeFortgesetzte Stadt: Wandgemälde in Venlo.

venlo_wandgemälde_2Kirche mit Barbetrieb.

venlo_blendeSichtblende mit einigem Potential, Betrachter in den Wahnsinn zu treiben.

Venlo (3)

venlo_maasDas limburgische Venlo als rheinisch zu bezeichnen ist zum Mindesten gewagt, auch wenn es direkt an der Landesgrenze ins niederrheinische Kaldenkirchen übergeht und zahlreiche Ecken der Fußgängerzone direkt der Düsseldorfer Altstadt entnommen wirken. Rheinisch mag an Venlo zudem der Karneval sein, die Stadt ist katholisch geprägt und gilt als Hochburg des niederländischen Karnevals. Rheinisch wirkt an Venlo vor allem die Maas, deren Anblick an die niederländischen Rheinarme, mit deren südlicheren sie sich verbinden wird, erinnert. In Venlo heißt sie Mooder Maas (Mutter Maas), der Rhein kommt in Miniaturgestalt als Rijnbeek (Rheinbach), im Venloer Dialekt auch t Rienke (das Rheinchen) vor.

venlo_2 brüderFür rheinische Stimmung sorgen in Venlo desweiteren Touristenhorden aus dem Grenzland. Der Tourismus teilt sich in zwei Gruppen mit geringen Schnittmengen: die Senioren zielen vornehmlich auf Die 2 Brüder von Venlo, einen weithin berühmten, etwas unorthodox sortierten Supermarkt mit ungeheurer Kaffeeabteilung, die Junioren streben eher diverse Coffeeshops an. Insbesondere an Samstagen entwickeln sich der grenzüberschreitende Regionalzug sowie der Supermarkt zu Kampfzonen: Hackenporsches überfrachten Gepäckablagen und Korridore, generalstabsmäßig werden über Sitzreihen hinweg Fluchtwege ausbaldowert, Veteraninnen des Wochenendeinkaufs erzählen unter Gelächter Anekdoten früherer Schlachten, die kurz darauf im Supermarkt nachgestellt und neuinterpretiert werden.

venlo_jan klaassensHinter dem Schaufenster eines ehemaligen Tabakladens in der Fußgängerzone verbirgt sich “das wahrscheinlich kleinste Museum der Niederlande” (Selbstbeschreibung) bzw. “een piepklein museum” (Wikipedia). Gewidmet ist es dem Venloer Fußballer und niederländischen Nationalspieler Jan Klaassens (1931-1981), “der nicht rauchte und kein Glas Alkohol trank, dieweil er selbst Tabakwaren verkaufte und sein Vater eine Kneipe betrieb”.

Venlo (2)

venlo_rot_martinikerkVenlorot: die katholische Martinikirche. Das Repertoire ihres mittäglichen Glockenspiels enthält Klassiker der Populärmusik mit Bezug zu christlichen Vorstellungswelten wie Led Zeppelins Stairway to Heaven oder Louis Armstrongs What a Wonderful World. venlo_rot_mauerVenlorot: Mauern
venlo_rot_tanzVenlorot: Tänzerin im Hinterhof

Venlo

venlo_tritsmansvenlo_lucebertWandgedichte sind in den Niederlanden eine Spezialität der Universitätsstadt Leiden. Doch auch in anderen niederländischen Städten längs der Rheinarme fanden wir Gedichtzeilen an exponierten oder geschmackvoll verborgenen Stellen in die Stadtbilder integriert. Sin poesía no hay ciudad, ohne Poesie keine Stadt, lautete jüngst ein bedenkenswerter Slogan auf Werbebildschirmen im spanischen Cádiz. Das limburgische Venlo hat in dieser Hinsicht wohlweislich vorgesorgt. Bereits im Bahnhof prangt ein Wandgedicht von Marc Tritsmans. Und unweit des Bahnhofs ist Luceberts (1924-1994) uiterst klein rond deel am Eingang zur Innenstadt auf der Betonumfassung eines Baums angebracht.

venlo_paul snoekVon unten nach oben zu lesen, also in umgekehrter Versfolge auf die Hauswand appliziert, ist dieses titellose Gedicht von Paul Snoek (1933-1981), einem belgischen Dichter.

venlo_jac van hattumZeilen von Jac. van Hattum (1900-1981) an der Stadtbibliothek setzen die augenscheinliche Venloer Vorliebe für nicht allzu lang verstorbene Dichtergenerationen fort.

Mooder Maas

Pariês det haet zien Seine
In Kölle is de Rien
D’n alde blauwe Donau.
Löp altiêd nog door Wien
Maar waat `t schoënste is
Det weite wéj beslis

Refrein:
Det is ôs Mooder
Jao det is Mooder Maas
Die schoëne Majjem
Die schoëne Mooder Maas
Wie bôks béj liefke
Wie greun béj graas
Zoë huërt béj Venlo
Os Mooder Maas

Merieke hilt van wandele
Maar noëts ens nao de hei
En nao ôs Floddergetske
Krieg ik um auk neet mei
Het zaet: det wetste bes
Ik heb maar ein adres

Mestreech haet ziene Vriethaof
Remund ‘ne “kaoie zit”
In Tegele prônk d’n oêles
En Venlo haet “de Pit”
Maar ein dingk gans allein
Det hebbe wéj gemein

(Als Gegenbild zu Vater Rhein dient Mutter Maas in einem Karnevalslied im Venloer Dialekt aus dem Jahr 1966, der Text stammt von Ad Pollux, die Musik von Fr. Wetjens)

Neusser Heimatlied

Als ich noch ein kleiner Junge war,
sagte Mutti einst zu mir:
schau dir uns’re schöne Stadt mal an
und dann merke dir,
schöner kann’s woanders auch nicht sein,
zieht es dich ins fremde Land,
einmal treibt das Heimweh dich doch heim
und du hast erkannt:

Refrain:
Dort, wo die Erft den Rhein begrüßt
einst meine Wiege stand.
Wo stolz Quirin den Himmel mißt,
da ist mein Heimatland.
Ich grüße dich Novesia
mit Herz und frohem Sinn
und singe dir ein Gloria,
weil ich ein Neusser bin
und singe dir ein Gloria,
weil ich ein Neusser bin.

Römer zogen einst durch unser Land,
bauten eine schöne Stadt,
die auch heute noch in junger Zeit
einen Namen hat.
Stolz und groß ist die Vergangenheit,
die aus deinen Mauern spricht,
Gott beschütze dich für alle Zeit,
Dich vergeß’ ich nicht.

Heimatstadt, Du mein Novesia,
Du liegst mir doch nur im Sinn.
Treu sein will ich Dir ein Leben lang,
wo ich immer bin.
Grüßt von weitem dann das Obertor
und ich seh’ mein Elternhaus,
sing vor Freude ich ein Lied Dir vor
in die Welt hinaus.

Text und Musik: Hubert Derrez (1922-1996)