Elektronische Postkarte aus Koblenz

mammut_koblenz
Liebes Rheinsein,

“Coblence est jolie, vue de l’extérieur je ne puis parler de l’intérieur, car nous n’y sommes pas entrés… (*)”. Das gleiche könnte ich Ihnen berichten, denn es fehlte mir die Zeit um die Stadt genauer anzuschauen. Aus meiner Schulzeit erinnere ich mich gelesen zu haben wie Chateaubriand (**) dorthin fuhr, um sich der “Armee der Prinzen” anzuschließen und bei der Gelegenheit große Taten vollbringen zu können. Als er jedoch eintraf, war die Armee weg. Meinerseits landete ich in der Festung Ehrenbreitstein, wo ich auf Mammute stieß. Es fiel mir schwer, mein Staunen zu verbergen. Ein alter Mann näherte sich mir an und wies mich darauf hin, daß die Elephantidae selbstverständlich unecht waren, doch keineswegs fehl am Platz, denn wie ich vielleicht wüßte (was nicht der Fall war), liefen Gerüchte, welche aufgrund einer von Astronomen festgestellten verminderten Sonnenaktivität das Eintreten des Maunderminimum als so gut wie sicher prognostizierten und damit eine unvermeidliche Eiszeit, klein aber kalt.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Marcel Crépon

(*) Antonio De Beatis, Voyage du cardinal d’Aragon en Allemagne, Hollande, Belgique, France et Italie (1517-1518) – (Paris 1913)
(**) Châteaubriand, Mémoires d’Outre-Tombe, Tome II (Paris, 1975)


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