Gewitter-Idiot

gewitteridiot
Beim allsonntäglich-gemütlichen Scrollen durch die unter der Woche angefallenen Rheinmeldungen schreckte uns heute mit einmal die drastische Schlagzeilensprache der Boulevardpresse auf. Im zugehörigen Artikel, der kaum mehr Zeichen als die Überschrift besitzt, bleibt dann allerdings ungeklärt, ob der offenbar nicht gänzlich nackte, sondern mit Shorts bekleidete Mann von der Brücke gesprungen war (was die Wortwahl “Stunt” nahelegt) oder in Höhe der Brücke  ein Bad genommen hatte. Wie auch immer: “Gewitter-Idiot” könnte als Wortneuschöpfung in den Mythenschatz eingehen, eine Verbindungslinie zur germanischen Gottheit Thor läßt sich ebenso denken wie zur griechisch-römischen Linie (Zeus und Jupiter), worauf letztere der Idiotenbegriff (ἰδιώτης) besonders gut passen würde, der im antiken Griechenland den Menschen schlechthin bezeichnete (wie unser Lateinlehrer zu sagen pflegte), bzw. etwas spezifischer: der in der altgriechischen Polis Personen bezeichnete “die sich aus öffentlichen-politischen Angelegenheiten heraushielten und keine Ämter wahrnahmen, auch wenn ihnen das möglich war” (wie Wikipedia ausführt), mithin ein schöner Kontrast zur Götterwelt: der dauerbreite Donner-Depp in Gummistiefeln, der Bikini-Blitzbaddel in der Hochwasser-Pfütze, der sockentragende Starkregen-Schwachkopf auf dem Schiffsanleger wären denkbare Brudergestalten des Gewitter-Idioten, den kölschen Mythos fortzuschreiben.


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