Heiliges Land, heiliger Fluß

Im Mai diesen Jahres wäre Louis Thomas Hardin, besser bekannt als Moondog, 100 Jahre alt geworden. Der in seiner Jugend bei einem Unfall erblindete und im Laufe seiner Karriere häufig obdachlose Komponist, Musiker, Dichter und Erfinder mehrerer Musikinstrumente, der jahrelang als Wikinger verkleidet auf der 6th Avenue in New York seine Gedichte verkaufte und auf diese Weise zum berühmten Inventar des Stadtbilds von Manhattan wurde, verkörperte den Inbegriff des genialen, verschrobenen, wenig gesellschaftsfähigen Künstlers. Sein Werk umfaßt mehr als 50 Symfonien und unzählige weitere Stücke (auf Youtube ist eine Auswahl präsent). Bei einer Konzertreise nach Deutschland blieb er, weil er “die Freundlichkeit der Deutschen” schätzte, und galt seither in den USA als verschollen. Tatsächlich landete Moondog als Stadtstreicher in Oer-Erkenschwick, womöglich das genaue Gegenteil von New York. Wikipedia schreibt dazu: “Moondog had an idealised view of Germany (“The Holy Land with the Holy River”—the Rhine), where he settled in 1974.” Belege dafür, daß Moondog tatsächlich einmal an seinen heiligen Rhein gelangte, konnten wir indes bisher nicht auftreiben.


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