Duisburg-Ruhrort (2)

ruhrort_alienRuhrort, eine Art Insel zwischen den Hafenbecken, verbindet dörfliche Elemente mit denen eines heruntergekommenen, sich gerade wieder berappelnden urbanen Kiezes. Reichlich Leerstand trifft auf skurrile Schaufenstergestaltungen, Büdchen weisen halbleere Regale auf, über denen diverse Schnapsflaschen thronen. Ein Alien assimiliert, ein wenig unbeholfen, ein typisches Ruhrgebiets-Bild: den Arbeiter, der die Sinnlichkeit des Produktionshelferstandes symbolisiert, indem er mit einer Pulle Bier im Wohnzimmerfenster lehnt und auf die Straße schaut.

ruhrort_schimanskiBis heute ist Tatort-Kommissar Horst Schimanski das Gesicht, das mit Ruhrort verbunden wird. Auf einem Spucki wirbt er für solidarisches Miteinander, während aus verhangenen Fenstern lautstarkes Geschimpfe gegen Türken, die “nicht hierher” gehörten, auf die Straße dringt. Dieweil Schimanski seine Currywurst gerne teilt, behauptet das amerikanische Celebrity Blog Gawker, es sei gerade die ungenießbare Currywurst (“ein fürchterliches Gericht, so abstoßend, daß nichtmal Tiere damit gefüttert werden sollten”), welche viele Flüchtlinge zurück in die Kriegsgebiete treibe: “Death before Currywurst!”

ruhrort_lichtinstallationAm Tausendfensterhaus (eigentlich Haus Ruhrort) wird, sobald es dunkelt, die Lichtinstallation “Resonanzraum” von Sigrid Sandmann gezeigt. Sie besteht aus zu Schrift/sätzen gefügten Erinnerungen an das alte Ruhrort, persönliche Geschichten und Vorstellungen der Anwohner, die mit Schlagworten zur Entwicklung des Ortes verschnitten und teilweise in Wellenlinien auf die Fassade projiziert werden: ein Teil der Duisburger Akzente, bei denen wir mit Rhein-Meditation zu Gast waren.


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