Duisburg-Ruhrort

ruhrort_matroseAm Hafeneingang posiert ein Matrose, die Pullifarben korrespondieren mit denen der Pöller, der Pfeifenrauch mit dem der Industrieschornsteine. Seit die Rheinschifffahrtslogistik in den 80ern effizienter gestaltet wurde, schwanden die Übernachtungszahlen in Ruhrort, von mehr als hundert Hafenpinten sind heute ungefähr zehn übriggeblieben, die, wie wir hören, zu kämpfen haben.

ruhrort_karl lehr brückeDer Brückenbogen der Karl-Lehr-Brücke über die Ruhr von Kasslerfeld nach Ruhrort stammt von der 1945 zerstörten Kölner Hohenzollernbrücke. 2018 soll die Brücke saniert werden, der unter seinem pinkblauen Anstrich schrottreife Bogen verschwinden.

ruhrort_hafen25000 Menschen kommen und gehen täglich in den Betrieben des größten Binnenhafens Europas. Beim Überqueren der Hafenbecken erwischt uns eine seeische Schneeregenfront. Humorlose Zugwinde patrouillieren und scheuchen uns überall, wo wir fotografieren wollen, schnell vom Fleck.

ruhrort_hafenDaß der Hafen seinen 300sten Geburtstag feiert, ist ihm an diesem Tag definitiv nicht anzumerken. Die Duisburger Tristesse, die am Hauptbahnhof beginnt, sich über die Einkaufsmeile Königstraße erstreckt und auf der Ruhrorter Straße fortsetzt, deren ersten (und neben Brückenbogenanstrich und Containermosaiken einzigen) Farbtupfer der in grellem Gelb gerahmte Goldene Hähnchen-Grill abgibt, packt den Fremden in Hafenarbeiter-Manier: Entrinnen schwierig.


Stichworte:
 
 
 

Kommentar abgeben: