Stille Rijn

Die südholländische Universitätsstadt Leiden wird durchflossen vom Oude Rijn (Alter Rhein), der sich auf dem Stadtgebiet in den Nieuwe Rijn (Neuer Rhein) abspaltet, ein Teilstück des Leidener Rheins wird als Stille Rijn (Stiller Rhein) bezeichnet. Was an Rheinwasser die Stadt verläßt, um wenige Kilometer westlich bei Katwijk in die Nordsee zu münden, wird erneut Oude Rijn genannt, wenngleich dessen letzte Meter wiederum technische Bezeichnungen wie Uitwateringskanaal, Berghaven, Binnenwatering und Buitenwatering tragen.

So verwirrend das niederländische Gewässersystem erscheint, soviel Schönheit strahlt es aus. Neben den Rheinabspaltungen dominieren Leidens Stadtbild zahlreiche Grachten, Singels und Kanäle, auf denen Hausboote und Gastronomieschiffe ankern. Selbst im diesig-vernieselten Novemberwetter wirken die wasserdurchzogenen Straßen einladend und geben der Stadt ein freundliches, entspanntes Gesicht. Das Bild entstand auf der Kippenbrug (Hühnerbrücke) und zeigt den Stille Rijn wie er seinem Namen zur Ehre gereicht.


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Ein Kommentar zu “Stille Rijn”

  1. :Ludwig
    20. November 2015 um 10:51

    Das ist wirklich sehr schön geschrieben und gestaltet, zeigt es doch mir, gebürtiger Niederrheiner im Bayerischen Wald, ein Stück romantischen Rhein fern der alten Heimat.

    Es rührt mich an, den breiten, mächtigen Strom so zu sehen, verlaufen, gealtert, ein wenig hat es von Demenz, denn nichts erinnert an sein tosendes Springen über Granit und Grauwacke(?), sein mächtiges Strömen noch vor der Grenze zwischen Spyck (D) und Spijk (NL).
    Er wartet sich selbst zu Ufer, Unbekannte flanieren vorüber, weder Brüstung noch Geländer wehren deutscher Wahrscheinlichkeit eines P…luUumps – fremdartige Sprache dümpelt mit hinein gewehtem Abfall …

    Und alles zieht doch unaufhaltsam dem Meer entgegen, dort, wo das Vergessen zu Hause ist und Zuhause allen Flüssen, jedem Ur-Sprung.

    Inspirierend, danke schön!

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