“alles ist Karlsruhe und wunderschön”

beschließt Ronja von Rönne ihren Text, mit dem sie vor wenigen Tagen im Wettbewerb um den diesjährigen Bachmannpreis las. Begonnen hatte sie ihn so:

“Wir können ja nach Karlsruhe fahren”, sagte er, und weil seine Frau sehr verliebt war, sagte sie, “Nach Karlsruhe! Ich liebe Bayern!”, und weil ihr Mann sehr verliebt war, sagte er nicht: “Karlsruhe liegt aber in Baden-Württemberg.”

Zwar bleibt die badische Residenzstadt in Rönnes Text so unscharf, daß es sich genausogut um jede andere Stadt handeln könnte, auch eine bayerische, die Hotels, Bars und einen dm-Markt aufweist, doch nennt Rönne die Stadt in ihrem Text nunmal explizit Karlsruhe, dem unser titelgebendes Halbzitat (den kompletten Satz verschweigen wir an dieser Stelle wie auch den Rest des Textes, der just als in Karlsruhe eine innerstädtisch-öffentliche Partynacht bei 32 Grad in den frühen Morgenstunden stattfand, nämlich am 04 Juli in der Welt abgedruckt wurde) als City-Claim sicher besser zu Gesicht stünde als vorangegangene tatsächliche, eher dröge-technokratisch klingende.


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