→ in unkel am rhein

auch lag eine große Schlaflosigkeit im Flattern der Tauben
Christine Kappe

»Also hier«, dacht ich.
Adelbert von Chamisso

kein schwafeln ∙ kein wenndann ∙ kein witz
→ in unkel am rhein

tänzelt ein schatten
knapp heut nach mittag
durch schwer gestreßte gassen
wir sehn ihn ∙ er blutet ∙ abwegig weit
letzte braunglassplitter greifen
massenweis besetzte plastikstühl (rings ums
café haas) stehn blitzlings zack all leer

leut ( die eben noch zu tafeln hatten )
sind stillunauffällig weggegangen — — —
schwülwind um die eck – jetzt lacht das gewitter :
ungeheuer ∙ dunkel ∙ graulich
ein backfisch schwänzelt mit gymnastikreifen
schreit einmal knallschrillaut
sehr unvermutet : feuer

doch nun ( wann sonst ) zum rest vom fest :
denn – hinter vierfachfensterstreifen
ruhn stumm
wutbürgerlich    unmenschlich
viele fraun
und
schaun

(Das Gedicht aus dem postwillybrandtschen Unkel ist ein Gastbeitrag von Theo Breuer. rheinsein dankt!)


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