Die Loreley in Rossini

rossini_meretbeckerloreleyMeret Becker als Zille Watussnik als Loreley

rossini_loreleymaldreiDrei Beinahe-Loreleyen

“Der Mondschein verwirrte die Täler weit und breit, über die glatten Fluten des Rheins warf die samtene Nacht den zitternden Flügelschlag ihres Schattens…” Mit diesem grausam poetischen Satz beginnt Jakob Windischs (“nur die Bibel hat eine höhere Auflage”) Weltbestseller Die Loreley. Weitere Sätze des fänomenalen Erfolgsromans sind nicht bekannt, denn Windisch ist kein realer Autor, sondern eine Filmfigur in Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief (von Helmut Dietl), ein deutschhumoriges Starvehikel von 1997, das die dramatische Welt der Münchner Schickeria als oberflächliche in Szene setzt. Im Rahmen einer geplanten Verfilmung des Loreley-Stoffes (“diese Wagalaweia-Schmonzette”: Wolf Wondratschek-Imitat Bodo Kriegnitz, gespielt von Jan Josef Liefers) wird die Bedeutung der mythischen Figur mehrfach künstlich-künstlerisch diskutiert. Schauspielerinnen prügeln sich um die Rolle, drei als Loreleyen aufgetakelte Prostituierte vertreten noch die differenziertesten Ansichten hinsichtlich einer zeitgenössischen Interpretation der mythischen Felsenhockerin. Den Zuschlag erhält nach harten Auseinandersetzungen (“Verpiß dich, Watussnik, sonst schlag ich dich mitter Schampanjerflasche tot!”) schließlich das blonde Wunder Schneewittchen (gespielt von Veronica Ferres). Mit dem rheinisch-historischen Vorbild besitzt die Dietl’sche Loreley nur geringe Schnittmengen, eingängige Kinodialoge gehen um die Jahrtausendwende folgendermaßen:

“Hurenloreley, verbrunzte!”
“Wer die Loreley beleidigt, beleidigt Deutschland.”


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