Mit dem Motorwagen an den Rhein


Das Bild hängt im Fahrzeugmuseum Marxzell. Mit Karl Drais, dem Erfinder der Holzdraisine (einem Laufrad und Vorgängermodell des Fahrrads) sowie Carl Benz (in der Bildmitte mit kapitalem Schnäuzer), der 1886 seinen ersten Motorwagen patentieren ließ, stammen zwei Pioniere der modernen Fortbewegung aus Karlsruhe. Das Museum in Marxzell, unweit Karlsruhes im Albtal gelegen, ist das kurioseste unserer Kindheit: bis unter die Decke vollgestopft mit gerümpelartig geordneten Exponaten (Lauf-, Fahr-, Hoch- und Motorräder, Motorfahrzeug-Raritäten aller Art, Musikautomaten, Schaufensterpuppen und ausgestopfte Tiere, darunter ein siamesisches Kalb, auf einem Autodach plaziert u.v.m.) versorgt sich das schon seit Jahrzehnten angestaubt wirkende Museum selbst mit Strom aus dem Maisenbach. Während der Besuchszeiten (geöffnet ist jeden (!) Tag von 14 bis ungefähr 17 Uhr) erklingen Walzenharmonien, bisweilen lassen sich Besucher beobachten, die wie Mechaniker unter die Oldtimer kriechen, um einen Blick auf versteckte Bauteile zu erhaschen, und ein kleines Kino zeigt in Dauerschleife Kurzfilme zur Automobilgeschichte. Bei unserem Besuch vor einigen Tagen sahen wir einen zehnminütigen Actionstreifen, einen Autostunt vermutlich aus den 30ern, der die berühmte Verfolgungsjagd in Bullitt bei weitem in den Schatten stellt. Der genaue Aufnahmeort des Benz’schen Familienausflugs ließ sich nicht feststellen. (Hinweise sind willkommen.)


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