archiveresonance: Kunstprojekt zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs

Heute jährt sich der Einsturz des Kölner Stadtarchivs zum sechsten Mal. Die Ursachen für den Einsturz, der zwei Todesopfer forderte, sind weiterhin nicht aufgeklärt. Nachdem sich damals die Unglücksnachricht verbreitet hatte, lag über der Stadt ein ähnliches Schweigen wie am 11. September 2001, als in New York die Türme des World Trade Centers fielen. In das Schweigen mischten sich neben Trauer um die jungen Opfer bald Wut und Verständnislosigkeit, weil der Einsturz von vielen Bürgern als Folge von Versäumnissen und Verantwortungsdefiziten in den Spitzen von Politik und Verwaltung, sowie der kommunalen Betriebe betrachtet wurde. Auf den Trümmern des Archives bildeten sich Initiativen, darunter die für Aufklärung und Transparenz eintretende Bürgerplattform Köln kann auch anders.

Um 13.58 Uhr startet heute im Internet archiveresonance, ein Projekt der Rotterdamer Künstlerin Eva Olthof, das sich mit dem Widerhall befaßt, den der Einsturz des Kölner Archivs hervorrief:

“Archiveresonance.net ist ein Projekt, das aus dem abrupten Moment entstand, in dem ein Gebäude, das das Gedächtnis der Stadt Köln beherbergte, einstürzte und dadurch selbst in die Geschichte einging.
Der Widerhall („resonance“) in Form der Erinnerungen von Kölner Bürgern, den das Unglück auslöste, wird hier festgehalten ˗ leicht zugänglich für jeden, der an der Entstehung von Geschichtsschreibung generell und an dem Einsturz dieses Archivs im Besonderen interessiert ist.”


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