Kölner Rheinhochwasser 1784

Bergmüller_Rheinhochwasser Köln 1784
Nicht Venedig ist auf diesem Stich zu sehen, sondern Köln, beim großen Rheinhochwasser des Jahres 1784, in Szene gesetzt von Johann Baptist Bergmüller, der, so steht es auf Wikipedia, für die bessere Wirkung auch ein paar Augsburger Bauwerke ins Bild verpflanzte.
In den Aufzeichnungen gilt das Hochwasser als das heftigste, das Köln je heimgesucht hat. Es hat eine Vorgeschichte, die bis Island reicht. Seit dem Sommer 1783 hatten monatewährende Ausbrüche der isländischen Laki-Krater weite Teile Europas mit einer giftigen Aerosolwolke überzogen, Arbeit im Freien führte zu Atemnot, die Landwirtschaft konnte nur eingeschränkt aufrechterhalten bleiben, auf Island und den britischen Inseln starben Zigtausende an Hunger und Vergiftungsfolgen.
Die Ausbrüche zogen einen vulkanischen Winter mit extremer Kälte nach sich. Im Dezember 1783 froren die meisten mitteleuropäischen Gewässer zu. Ein von heftigen Niederschlägen begleiteter Warmlufteinbruch in den letzten Februartagen 1784 sorgte für die Hochwasserkatastrofe: “Die Fluten, auf denen schwere Eisschollen trieben, verwüsteten weite Teile der Uferbebauung und alle Schiffe. Einzelne Gebäude, darunter auch Befestigungsbauten, stürzten aufgrund des Schollengangs ein. 65 Tote waren zu beklagen. Die rechtsrheinisch gelegene alte bergische Stadt Mülheim am Rhein, heute ein Kölner Stadtteil, wurde vollständig zerstört.”


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