Leuchttürme des Rheins: Skyppy, der Furtwächter zu Waldshut

Aus dem Bodensee, Richtung Nordsee, vorbei am Rheinfall zu Schaffhausen, bald die arge Furt zu Waldshut.
Wohl tuet dem Schiffer, so er rechtzeitig gewarnt, vor den Untiefen der Furt.
Warnen tut das Leuchtfeuer des anmutigen Leuchtturmes „Skyppy“, Hüter der Furt.
„Skyppy“, weil auf dem Halbinselchen vor dem Bauwerke sich der Künstler Kippenberger dermaleinst selbst in eine gewaltige Wanne mit Alabaster-Gips gestürzet und solange er noch der Regung mächtig war, aus sich selber eine Staue geformet: Skyppy, das Buschkänguru.
So steht er nun im Angesicht der Furt für alle Zeit, des Nachts geisterhaft angestrahlt vom Leuchtwerke des Leuchtturmes. Der alte, eigentliche Name ist längst vergessen, der Volksmund, den Schönen Künsten nicht sehr aufgeschlossen, verfolgte mit Hohn und Spott die Handlungen des Künstlers, so der Martin Kippenberger eingegipset ward und langsam am Erstarren, in seiner Gestalt als Skyppy, das Buschkänguru, so wollt niemand Hilfestellung leisten, so man der Meinung ward, ein Künstler weniger, oh, wie das spart Steuergelder und man müsse sich nun nicht mehr streiten mit dem Maestro um kühlen Trunk, suchte dieser doch gerne die Spelunken, Ausschänke und Volksbelustigungen auf und genehmigte sich dort manchen Schoppen auf ander Leuts Kosten -
so schnell ward denn der Name des Leuchtturmes vergessen, auch wenn er noch stehen soll auf einem Pergament aus unvordenklicher Zeit, was schlummern soll, vergessen, in irgeneinem Winkel des Schultheiss-Amts zu Waldshut, mag so sein, oder auch nicht.
Weiß gischtet das Schnellwasser in der Furt und der Schiffer und Fahrensmann ist wohlberaten, dem Fingerzeig des Leucht-Gebäudes zu folgen, sagen doch manche, das Licht wäre ein Fingerzeig des Wahren Seins-Gottes geheiligt und gepriesen sein Name.

(Ein Gastbeitrag von Bdolf. rheinsein dankt!)


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