Leuchttürme des Rheins: Aggregat XZ – am Rheinauslass Konstanz westwärts

Manche wissen es: der Rhein kommt vom Berg, mündet in den Bodensee, durchfließt diesen und begibt sich bei Konstanz wieder in seine eigenes Bett -
Der Volksmund ist – wie so oft – schlauer: die Obrigkeit errichtete den Leuchtturm am westwärtigen Auslass des Bodensees – auf dass der wackere Schiffer und Binnenfahrensmann unbehindert wieder den Weg in Richtung West – Nord, also den Niederungen am Unterlauf, schließlich in die Nordsee und weiter finden möge – und man gab dem stolzen Turm eine nüchtern-technische Bezeichnung – „Aggregat XZ“ gemäß den terminologischen Usancen im Deutschen Wasser-; Forst-; Luft- und Bahnsignalbau – da das „Konzil“ nicht fern liegt – also das Gebäude, wo das Konzil zu Konstanz dermaleinst tagte – bekanntlich wurde da aus drei Päpsten einer gemacht – so benamt man in Kreisen des einfachen, aber schöpferischen Volkes, den Leuchtturm oft einfach „das leuchtende Konzil“, manche sprechen auch vom „strahlenden Sphincter“, weil es sich ja gewissermaßen um den Anus des Bodensees handelt.
Niemand in der See- und Hafenmetropole spricht das Bauwerk mit seiner technischen Bezeichnung an.
Für jeden Seemann, der beim Eintritt in den Rheinstrom durch Sandbänke, Stromschnellen und beutegieriges Wassergetier sein Leben lassen muss – und dass sind nicht wenige – errichtet man im Vorgärtlein des Leuchtturmes ein Kreuz aus Treibholz.
Der kleine Wald aus Totenkreuzen ist unüberschaubar.

(Ein Gastbeitrag von Bdolf. rheinsein dankt!)


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