Die letzten Rheinmeter

An der Quelle des Vorderrheins steht inmitten erhabener Gipfel am Oberalppaß ein Nachbau des Leuchtturms von Hoek van Holland in verkleinertem Maßstab. An der Mündung des Nieuwe Waterweg bei Hoek van Holland wird der begehbare Pier von alpenähnlichen Gesteinsformationen (hier zwei Gipfel des Gizeh Massief) en miniature ins Meer fortgesetzt. Beides Bauwerke von Menschenhand weisen sie auf die Weltenschlange der germanischen Mythologie, deren Kopf- und Schwanzende sich in Vervollkommung aufheben. Aus dem Nichts hinter der sich selbst umschlingenden, genügenden, erfüllenden Rheinwelt dringt indes ein futuristisches Vehikel ein, beladen vielleicht mit unvorstellbaren Mengen brasilianischen Orangensaftkonzentrats oder mit Zigtausenden chinesischer TV-Geräte, die, sobald sie in unsere Breiten gelangt sind, die immergleichen Rheindokumentationen empfangen, damit wir uns nach Feierabend bei vollster tropisch basierter Gesundheit unserer selbst und unserer einzigartigen Heimat vergewissern zu können.


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