Leuchttürme des Rheins: die Wacht zu Bregenz – Hüterin des Deltas

Erhaben stürzt der Strom von den Ausläufern des Alpengebirges – kurz verlässt er die Gefilde der Eidgenossenschaft und quert die Bezirke der Ostmark.
„Brigantium“ nannten die Söhne Roms die Ansiedlung, wo der Rhein sich vielfältigst verzweigend in den Bodensee – auch gerne schelmisch „das schwäbische Meer“ genannt – ergießt.
Heute benennt man sie „Bregenz“.
Aber schon der weise und weltgewandte Römer wusste, viel halblebiges Gelichter nutzt das Gebirg für seine Zwecke – Versteck und Hinterhalt – zu schweigen von weglosem Sumpf und trügerischem Morast, wo nur Tier und Pflanz ihr Auskommen finden – aber keines Menschen Fuß zu setzen ist, respektive ist selbiger verloren, so er es wider allen Sinn und Verstand versucht -
Vom Berg her kommt der Zwerg. Klein an Gestalt, grenzenlos in seinem Hass wider die Sterblichen. Hass und Verblendung. Vom Sumpf herauf steigt der seelenlose Untote nebst dem Wiedergänger. Und ungezählt und namenlos ist alles Gelichter dazwischen – Blutsauger, Wechselbalg, Höllenbrut und überhaupt alle Kostgänger des Leibhaftigen -
Schon vor der Ankunft der Söhne der Wölfin hielt man am Alpenabgang Wacht gegen die Geschöpfe der Nacht. Manch Zeichen ward geschlagen, manch zaubermächtiger Spruch gesagt und und nicht wenige Jünglinge und Jungfrauen zur Abwehr des Bösen im Sumpf versenkt…
Der Römer als solcher war stets auf der Hut gegen alles, was sich gegen sterbliche Menschen und die ewigen Götter verschworen – mancher Turm und Mauer ward errichtet -
Als das Reich der Mittelmeerkinder im Westen fiel, blieb den Hintersassen nichts, als die Füße in die Hand zu nehmen – vor der Mitternacht noch geweihten Boden zu gewinnen …
Erst als wieder Recht und Ordnung Einzug gehalten – unter dem zu lobenden Landesherren Freimut Ritter zu Bürzelpracht – belehnt vom seinerzeitigen Kaiser Otto dem Schleimnasigen – wurde ein mächtiger Turm mit einem großen Licht errichtet – die Kleinhirnigen tönten voll des Spottes, man wollten den Flößen, Schaluppen und Kähnen einen gar zu großen Leuchtturm errichten – da, wo der noch jugendliche Strom vom Gebirg herabströmt, seinen Verzweigungen im Dickicht der Niederungen zum Schwäbischen Meere hin – aber die, mit den großen Gehirnen Gesegneten, wissen – es geht nicht darum, dem Fahrensmann und Schiffer den Weg zu weisen, sondern das Gelichter des Derherrseibeiuns in seine Schranken…

(Ein Gastbeitrag von Bdolf. rheinsein dankt!)


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