Schwimmende Dörfer

schwimmendes dorf
“Schwimmenden Dörfern glichen die bis 300 Meter langen und 50 breiten Floßriesen, die um 1800 auf dem Rhein nach Holland gesteuert wurden. Rund 500 Mann Besatzung arbeiteten wochenlang auf diesen gewaltigen Holzinseln: Ruder- und Ankerknechte, Kopfständer- und Steuerleute, Metzger und Köche, Floß- und Proviantmeister, Schiffer und Fahrgäste. Zu siebt gruppiert, bedienten 280 Ruderknechte die 40 je 15 Meter langen Ruderstreiche vorn und hinten am Floß. Mit Ruderkraft allein konnten die Holzungetüme nicht durch die Rheinschleifen gesteuert werden. Erst der Einsatz einer aufwendigen Ankersteuerung machte dies möglich. Ca. 30 Ankernachen mit je acht Mann Besatzung und mehr als 100 Ankern waren nötig, um die Strömungskräfte des Rheines für die Steuerung auszunutzen. Im Holzhandelszentrum Dordrecht wurde der Floßkoloss von der Stammmannschaft ausgepoltert. Es dauerte oft Jahre, ehe die ca. 12.000 Festmeter Holz in Kapital zurückverwandelt waren.” (Schautafel am Wolfacher Kinzigufer; in Wolfach soll einst ein 750 Meter langes Floß zusammengestellt worden und die Kinzig hinab geflößt worden sein. Die Kinzigflöße waren allerdings nicht rheintauglich, sondern mußten im Kehler Floßhafen für die Tiefwasserfahrt umgerüstet werden.)


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