Dürrer Sommer des Jahres 1540.

Im Jahre 1540 war es so dürre, und der Wassermangel so groß, daß zu Bayreuth das Maas Wein 3 Pfennige, das Maas Wasser aber 4 Pfennige kostete. Das Heu und Getreide stand wie versengt da. Ueber den Rhein konnte man zu Pferde ohne Gefahr setzen. Um das Vieh zu tränken, mußten die Bauersleute oft einige Stunden weit gehen. Im Breisgau mußte der Wein, bey Reinigung der Fässer und andern Geschirre, die Stelle des Wassers vertreten. Die ausserordentliche Hitze, die vom Februar bis zu Anfang des Decembers dauerte, verursachte mehrere schreckbare Waldbrände, unter denen keiner furchtbarer war, als der, so sich bey Inspruk am 20sten Juli ereignete, und von dem uns Hundius (…) Nachricht ertheilt. In dieser unausstehlichen Dürre fiel zum Glücke für die Baumfrüchte und den Weinstock immer ein erquickender nächtlicher Thau.

(Johann Chrysostomus Cantor, Geschichte der merkwürdigsten Naturbegebenheiten auf unserer Erde von Christi Geburt bis auf gegenwärtige Zeiten, Coburg/Leipzig 1804)


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