Von der Schwanenjagd

Singschwan Höckerschwan_kl“Ach du lieber Schwan!”

Am Weihnachtstag anno 1829 wurde in Steinenstadt am Oberrhein ein Schwan getötet. Dieses im süddeutschen Raum eher seltene Geschehen, war einer Münchner und Regensburger Zeitung eine Schlagzeile wert.
Was war geschehen?
Mehrere Singschwäne zogen zum Überwintern bis zu uns an den südlichen Oberrhein. Diese Schwanenart ist etwas kleiner als die hier heimischen Höckerschwäne, ein Alter von bis zu 20 Jahren können aber auch sie erreichen. Ihnen fehlt der unseren Schwänen namensgebende Nasenhöcker, ihre Schnäbel sind schwarz-gelb und sie haben einen fast geraden Hals. Zuhause sind sie in der osteuropäischen und sibirischen Taiga. Auffällig ist ihr ausdauernder Gesang, ein tiefes Posaunen. Ein damaliger Jäger kannte wohl diese Unterschiede, wusste auch, dass das Fleisch von Singschwänen genießbar ist, sogar bei einigen Nordeuropäern als Delikatesse gilt. Im Gegensatz dazu soll das Fleisch von Höckerschwänen ungenießbar sein.

Im Folgenden ist der Artikel aus der „Regensburger Zeitung“ vom Mittwoch, den 6.Januar 1830 abgedruckt:

Nachrichten aus dem In- und Ausland
„In Steinenstadt, Amt Müllheim, wurde den 24.12.1829 in einem Altwasser zunächst beim Ort, ein Schwan (Singschwan, Anas Cygnus) erlegt. Er war in Gesellschaft von noch sieben. Sein Gewicht beträgt 18 Pfund und seine Länge von der Schnabel- bis Schwanzspitze 57 französische Zoll. Dieser schöne Vogel mit seinem schwarzen Schnabel, schwarzen Füßen und blendend weißen Federn, ist bei uns ein seltener Gast und ein Zeichen großer Kälte im Norden. Ohne Zweifel wird es den Übrigen bei gegenwärtiger Witterung auf unserem in viele Arme geteilten Oberrhein, auf dem sie ausreichende Nahrung finden, wohl noch einige Zeit gefallen und dürfte es darum dem aufmerksamen Jäger gelingen, des einen oder des andern noch habhaft zu werden.“

(Ein Gastbeitrag von Bruno Haase aus Neuenburg am Rhein. rheinsein dankt!)


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