Xanten. Heimat des Helden

Eh es versinkt, hebt noch einmal das Land
Zu allen Heiligen sich läutend auf,
Vor unerbittbar bleiernem Firmament
Sind einmal noch die Türme adelgrün.

Eh sichs zum Fisch und feisten Fischer neigt,
Entsendet es aus grau gewordner Stadt
Den kindlichsten der Helden, drin die Welt
Abscheidend von sich selber Abschied nimmt.

Stadt aller Heiligen und Eines Helden:
Du sahst des Starken klare Kinderstirn,
Die schöne Glut des Jünglings, aufgeflammt
Im Drachensieg des männlich ersten Kampfs,

Und sahst den Auszug, muttertränenlos
Unstillbar wissend, in die Königswelt,
Ahntest das klarste Haupt, dem Todfeind gläubig,
Am Untreuquell verröcheln in den Blumen.

(Der Rhein. Ein Gedenkbuch von Ernst Bertram. München: Georg-Verlag 1922.)


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