Creatures

Stefan Zöllner alias fatagaga wirkt als Bildender Künstler und Musiker. Für seine aus Vorfindseln hergestellten, bisweilen in Jäger- und Präparatormanier als Trofäen annoncierten Objekte durchstreift er nach den Frühjahrshochwassern alljährlich die wilden Rheinauen zwischen Stammheim und Flittard. Reichlich Sinistres wird über kurze oder lange Winter dort angespült, defekte Insekten, halbe Hechte und haarige Haushaltswaren. Flehmende, fickrige, fliehende Fantome huschen und wuscheln durchs liederlich sich kaprizierende, von kränkelnden Krokuskraken und hustenden Krusten durchforstete Raschel-Büschelgras, dem traurigen Schicksal eines Objet trouvé zu entkommen. Haha, als wenn es gelänge! Das Frühlingsgeflitze, mithilfe fieser visueller Fallen verfilmt, wirkt exakt so verhängnisvoll wie es für die angespülte Kreatur auch in Wirklichkeit ist. In fatagagas Fängen werden einkassierte Wesen zu Klang, bevor er sie als Stefan Zöllner in Schubladen aufbahrt und posthum auf der Werkbank mit anderen Wesen kombiniert, um sie hinter Vitrinen herzuzeigen oder an dünnen Fäden von der Decke baumeln zu lassen. Eine Kunstform, die tief in der menschlichen Seele wurzelt.
(Falls das Video nicht auf Anhieb erscheinen sollte, empfehlen wir ein Neuladen der Seite bzw diesen Youtube-Direktlink.)


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