Monatsarchiv für Januar 2014

 
 

Presserückschau (Januar 2014)

Die erste Meldung des neuen Jahres stammt aus dem alten. Doch nicht nur an Silvester, auch zu Neujahr finden im Rhein organisierte Schwimmveranstaltungen statt. Ein Schiffsunfall fordert bei den Bergungsarbeiten zwei Todesopfer und eine Brücke zwischen Baden und dem Elsaß wird der lokalen Schwanenwelt zum Verhängnis. Die Rhein-Nachrichten des Januars:

1
“Mit dickem Neoprenanzug, Flossen und einer Thermoskanne mit heißem Kaffee: So haben sich rund 150 unerschrockene Schwimmer beim Silvester-”Abschwimmen” der Mainzer Feuerwehr in den Rhein gestürzt”, schreibt das Hamburger Abendblatt unter der Überschriften-Einordnung “Verrückte Mainzer”. Das Schwimmen fand bereits zum 43. Mal statt: “Mit dabei auf der rund zwei Kilometer langen Strecke vom Fischtor zum Feldbergtor waren neben der Tauchergruppe der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk (THW), der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und der Polizei auch viele Bürger.”

2
“Trotz sieben Grad Wassertemperatur sind (…) gut 300 Menschen beim Düsseldorfer Neujahrsschwimmen in den Rhein gestiegen” schreibt die Rheinische Post. Das Neujahrsschwimmen fand zehn Tage nach dem Neujahrstag statt und trug bereits karnevalistische Züge: “Für die teilnehmenden Taucher und Rettungsschwimmer ging es von der (…) Rheinkniebrücke 5,5 Kilometer stromabwärts. Viele von ihnen waren in bunten Kostümen angetreten. Durchschnittlich 45 Minuten brauchten die Schwimmer für die Strecke, teilte die DLRG mit.”

3
Gleich zwei Todesopfer forderte die Bergung eines Frachters, der bei Lorchhausen auf Grund gelaufen war und zwei Tage lang die Rheinschifffahrt blockierte. Nachdem zunächst ein Helfer in einer Arbeitspause eine Herzattacke erlitten hatte, starb kurz darauf ein zweiter Helfer, wie der Spiegel berichtet: “Ein armdickes Stahltau hatte den 50-Jährigen am Kopf verletzt, als es bei der Bergung riss und zurückschlug. (…) Der unter niederländischer Flagge fahrende Kohlefrachter war am Montag – wohl wegen eines Fahrfehlers – aus der Fahrrinne geraten und hängengeblieben. (…) Für die Bergung waren die rund 5300 Tonnen Kohle an Bord entladen worden.”

4
Auf umgekehrtem Wege wäre das wohl kaum passiert: “Einen Geldschmuggel in ungewohnter Höhe haben deutsche Zollbeamte am Autobahn-Grenzübergang Basel/Weil am Rhein vereitelt: Sie erwischten einen 79 Jahre alten Mann, der Euro im Wert von rund einer Million Schweizer Franken ohne Anmeldung nach Deutschland einführen wollte. Gegen den Rentner wurde ein Bussgeldverfahren eingeleitet (…). Weil der Mann nicht in Deutschland wohnt, nahmen ihm die Beamten als Sicherheit 220 000 Euro ab. Bei der Einreise in die Europäische Union muss Bargeld ab 10 000 Euro schriftlich angemeldet werden. Der 79-Jährige war (…) als Beifahrer aus der Schweiz nach Deutschland unterwegs. Die Geldbündel befanden sich in einer Tasche im Fussraum. Bei der Kontrolle seien beide Fahrzeuginsassen “sehr nervös” gewesen (…)”, berichtet die NZZ.

5
Von einem heftigen Schwanenunfall berichtet die Weiler Zeitung: “Passanten hatten gesehen, wie das ausgewachsene Tier vom Hüninger Maissilo auf der französischen Seite über den Rhein geflogen kam, gegen die Seile der Brücke rauschte und auf die Brücke stürzte. Die Fußgänger riefen daraufhin den Weiler Tierschutzverein an, der mit den Frauen des Schwanenschutz-Komitees Kontakt aufnahm.”

Vater Rhein (4)

Digital StillCameraVater Rhein ist viele Väter. In ihren Darstellungen ähneln sie sich stark. Wallendes Haar und Vollbart weisen auf nahe Verwandtschaft des “Rhenus pater” mit Neptun, dem römischen Wassergott. In römischen Quellen wird Vater Rhein als zwiegehörnt (“Rhenus bicornis” bei Vergil) bzw. mit zerbrochenen Hörnern (“Rhenus cornibus fractis” bei Ovid) beschrieben. Zwei Deutungen der Behörnung sind uns bekannt: sie sollen einen Stieranteil der Gottheit bzw. das Mündungsdelta des Rheins repräsentieren. Das Motiv des zerbrochenen Horns weist auf Roms Unterwerfung Germaniens. Die Hörner fehlen den vermutlichen Flußgöttern aus Köln. Auch dieser Kopf ist ausgestellt im Römisch-Germanischen Museum.

Vater Rhein (3)

Ein weiterer vermutlicher Flußgott, diesmal mit geschlossenem oder ganz ohne Mund, dauerausgestellt im Römisch-Germanischen Museum zu Köln.

Vater Rhein (2)

vater rhein_2_kl

Digital StillCamera

“Darstellung eines Flußgotts” (Fundort: Köln). Dauerausgestellt im Römisch-Germanischen Museum, Köln.

Das römische Köln

Mit dem Hauptstadtwechsel von 1990 ging auch für Köln ein kräftiger Bedeutungsverlust einher. So fiel infolge der Abwanderung großer Teile der Kunstszene nach Berlin mit dem Status der “Welthauptstadt der Kunst” die letzte Spitzenposition im internationalen Vergleich. In seiner 2000-jährigen Geschichte hat Köln bereits viele Aufs und Abs zwischen Prunk und Bräsigkeit, Ambition und Fahrlässigkeit, Wahn und Witz gesehen. Die aktuellen Lokalkatastrofen werden selbst innnerhalb der Stadt häufig als “typisch kölsch” bewertet, ordnen sich jedoch, läßt der Kölner, was er ungern tut, den Blick über den eigenen Nabel hinausschweifen, einem starken Geist, der durch weite Teile des Kontinents weht, unter, ein Geist, den die einen als “spätrömisch-dekadent” definieren, die andern als “neofeudal” oder “turbokapitalistisch” – und vielleicht ein paar Seelen weniger als “beste aller Zeiten”. Auffällig zeitgemäß scheint die Häufung “provinziell” anmutender Entscheidungen in unseren Millionenstädten; dieweil in mancher Provinz die Innovation zu leiser Blüte gelangt. Was spätrömische Verhältnisse betrifft, hat Köln als Römergründung Erfahrungsvorsprünge gegenüber Berlin. Unter der Stadt liegt eine Stadt, die Auskunft zu geben imstande ist. Im Römisch-Germanischen Museum sprechen solche Funde aus Kölner Boden, kommentierte Grabmäler, Fresken, Büsten, Bodenmosaike und kunstfertige Alltagsgegenstände, vom Gleiten der Zeiten und ihrer möglichen Wiederkehr. Eine interaktive Leinwandprojektion zeigt die Anlage der alten Römersiedlung Colonia Claudia Ara Agrippinensium als Modell (Bild oben), dem der Besucher per Touchscreen die heutige Stadt überlagern kann. Mit dem Eifel-Aquädukt (zweigeteiltes Bild unten) gehörte zum römischen Köln das größte antike Bauwerk nördlich der Alpen, ein früher verlorener Rekord, denn das Aquädukt, das auf rund 100 Kilometern Baulänge frisches Bergquellwasser an den Rhein führte, ist nurmehr in wenigen, gelegentlich von Rekonstruktionen ergänzten Originalteilen vorhanden und offengelegt.

Bernard Heidsieck: Vaduz

Vaduz als Zentrum Europas setzt Bernard Heidsieck in seinem Stück Lautpoesie, indem er Kreis auf Kreis um die liechtensteinische Hauptstadt (“ce maxivillage, capitale de ce mini-territoire”) zieht, und auflistet, wen er in diesen Zirkeln alles antrifft: “(…) Il y a tout autour de Vaduz… il y a… il y a des sangres… des elfes… des korrigans… des ondines… il y a… il y a des daoines… des farfadets… des nobiots… des lutins… des trows… autour de Vaduz… autour de nous… il y a des tilwithtegs… des silkies… des goblins… des kobolds… il y a des wichtlein… des fanfrelons… des frappeurs… des nains… des sorgues… il y a… tout autour de nous… tout autour de Vaduz… des bogons… des fongres… des poucs… des facheux… des harpies… des bigles… il y a… il y a des ganovres… des algoines… des échonises… des grandsviviers… des sauteurs d’eau… des coquillards… tout autour de Vaduz…  tout autour de Vaduz…  tout autour de nous il y a… il y a des scarilles… des otarelles… des sirenes… (…)”

Rheinpromenade

kölnhoch9_rheinpromenade(Foto: Heike Frielingsdorf, kölnhoch9)

Rhein vs Mekong vs Menam

Im Vergleich zum Mekong oder Menam mit ihren quälend braunen Fluten wirkt unser Rhein, der deutsche, wunderbar klar, wenn ihm auch ein gewisser, teils volksgeschichtlich bedingter Braunstich innewohnt, von dem er sich kaum jemals reinwaschen wird – obschon ein Fluß sich zeitlich in ganz anderen Dimension selbst erfaßt, als der Mensch ihn bei bestem Mühen greifen kann. Im Vergleich zum Mekong oder Menam wirkt der Rhein zugleich lächerlich schmal und zahm, trotz Binger Loch und Loreley-Fels, und die Schubverbände auf seinem Rücken ziemlich winzig im Gegensatz zu den fast vollständig unter der Wasserhaut dümpelnden asiatischen Großverbänden, die zumindest dem Laien bedeuten, sie könnten jeden Augenblick absaufen. Der Rhein, die deutsche Lebensader, viel besungen und heute immerhin noch Synonym für einerseits original fröhliche Urständ, andererseits Schwartenkitsch und Blendromantik, wirkt jedenfalls im Vergleich zu seinen asiatischen Brüdern mehr wie so ein Würstchen – und die sind bei uns meist vom Schwein, dem edlen Wappentier der deutschen Metzgerzunft. So sinniere ich vor mich hin, während ich meine einmaligen Schritte (auch Heine lief hier lang, auch Goethe) als bedeutsame Zeichen in den Ufersand setze, das isotrope Lachen der Steine im Ohr, die meinen Anstalten höhnen, Raum und Zeit im Geiste zu einen; eine Aufgabe, von der sie meinen, sie sei alleine ihnen vorbehalten, auf dem Flußgrund, als dumpfes Geröll, oder eben als geschliffener Auswurf, in tausend Grautönen, als höflicher Kiesel, den Farben des Himmels angepaßt wie er über unserem Lande waltet, dem schönen, mit seinen Kraftwerken und Schweinepferchen: Die Kraftwerke, die den Himmel färben und die Mastbetriebe, die die gute Wurst herstellen – und zwischen Himmel und Wurst bewegen wir uns durch die Tage, starren, bettelnd um Bewußtsein, auf den überforderten Fluß, der uns dennoch beruhigt, weil er so elegant, so hoffnungsfroh, so trostspendend den Zyklus der Zellalterung umschreibt, wir hocken am Fluß und unsre Bedeutung fließt davon, küttste hück nit, küttste morje, Laoten, Thais und Vietnamesen mögen gewaltigere Ströme ihre Lehrmeister nennen, aber ob sie deshalb tiefere Weisheiten als der Kölner schürfen konnten, ist bis heute, zumindest am Rhein, unerforscht.

(Ein Gastbeitrag von Gerhard Preißner. rheinsein dankt!)

In those days… (The Penny Magazine on Cologne)

The fervent admiration with which the Rhine is regarded by Germans is a just tribute to its natural beauties, and still more to the stirring events which are associated with the noble river. The vineyards mirrored on its bosom, and all the varied beauties characteristic of the „scenery of the Rhine,“ would not be half so inspiring if its castled crags and ancient towns were not rich to overflowing in the legends of antique romance. Here the old Roman civilization irradiated the darkness of the wild forests, and the more benevolent influences of the modern civilization were fostered and developed. Few of the ancient cities of Europe can trace their origin so distinctly as Cologne. It was a Roman station, and subsequently a „colonia“ under the name of Colonia Claudia Agrippinensis, from the Emperor Claudius and his wife Agrippina, who was born here while her father, Germanicus, commanded in these parts. Agrippina adorned it with an amphitheatre, temples, aqueducts, &c., the ruins of which may still be traced. No spot on the banks of the Rhine exhibits so many Roman vestiges. A great part of the wall which extends along the river is Roman, and also one of the gates. Some of the streets still bear Latin names. Many busts, sarcophagi, and stones, with the numbers of the legions stationed here, have been dug up, and with other relics are placed in a public museum. It has been doubted whether the Emperor Constantine erected a bridge across the river at this spot. The story is, that it was destroyed in the tenth century by Otho the Great, Emperor of Germany, and that the piers are now occasionally visible. Between Cologne and the opposite bank of the river there is now a bridge, erected in 1822, which rests upon thirty-nine pontoons, and rises and falls with the tide. It is a favourite promenade in fine weather. Vitellius was proclaimed emperor at Cologne. Trajan was here when nominated by the Emperor Nerva as his successor. Several of the Roman emperors resided for some time, and Sylvanus was assassinated, at Cologne. It continued to be the capitol of Lower Rhenish Gaul until the fourth century, when it was sacked by the Franks, who were now harassing the Roman power; but it was retaken. In 460 the ranks once more obtained possession, and kept it. Clovis, their king, was proclaimed here. After a frequent change of masters Cologne was annexed to the German empire, and in 949 was constituted an imperial free city. The Roman municipal constitution might be traced down to the period when Cologne, in 1792, ceased to be a free city. It is now the capital of a Prussian province, and contains about sixty thousand imhabitants.
In the early part of the fourteenth century, Cologne, where the grander part of the Rhine commences, was called the „Rome of the North“. It was then the seat of the greatest wealth and civilization on this side the Alps. Petrarch visited it in 1333, and, writing to his friend Cardinal Colonna, he exclaims, „How glorious is this city!“ and he commends the taste of its inhabitants for literature and the refinements of life. Cologne was at that time the principal town of the great Hanseatic League, which it had joined in 1201, and had grown rich by industry and an extensive commerce. It could muster an armed force of thirty thousand men, and its population amounted to one hundred and fifty thousand souls. Even in the eleventh century the vessels of the Colognese carried Rhenish wines, corn, flour, malt, beer, linen and other German produce to all countries lying on the German Ocean and the Baltic, to England, France, Spain, Portugal, Italy, Norway, Sweden and Russia, and brought back the productions of those countries. King John granted extraordinary privileges to the merchants of Cologne who traded to England. Whitehall was assigned to them exclusively for the Rhenish trade. They had factories also in Norway and the Netherlands. In those days the Colognese carried matters with a high hand. They obliged all vessels navigating the Rhine to unlade their cargoes at Cologne, whence they were conveyed in its own ships. In 1452 Cologne was formally excluded from the Hanseatic League, having taken the part of England, against which the League had declared war, and it was not until 1474 that it was re-united. While commerce flourished, the arts and sciences were equally vigorous. The University of Cologne was the most famous in Germany. The specimens of architecture, paintings on glass, sculptures, and pictures, which still exist, attest the perfection which the Colognese artists had attained.

(The Penny Magazine, November 1842)

Das Teufelsloch

In der Gegend über Sax und Gams erhebt sich eine senkrechte Felswand. In der Mitte hat die Wand ein Loch, und über die Entstehung dieser Öffnung erzählt die Sage:
Ein Bauer verpfändete dem Teufel seine Seele, wenn er in einem Tag das ganze Schaaner Ried abmähe und einfechse. Aber vor dem Abendläuten müsse die Arbeit vollendet sein, sonst habe der Vertrag keine Gültigkeit mehr. Der Teufel ging fest an die Arbeit und war schon bis zum Binden des letzten Fuders gekommen, als einermal und unerwartet die Abendglocke vom Benderer Kirchturm ertönte. Im grössten Zorn über die mühevolle, fast vollendete und doch vergebliche Arbeit und im bitteren Verdruss, dass ihm des Bäuerleins arme, christliche Seele entgangen war, fasste der Teufel den Wiesbaum und schleuderte ihn mit solcher Gewalt von dannen, dass er wie ein mächtiger Pfeil die Breite des Tales durchfuhr, über den Rheinstrom flog und im Gebirge jenseits das Loch schlug, das man von der Zeit an das Teufelsloch nennt.

(Otto Seger, Sagen aus Liechtenstein, Vaduz 1966)

Künstlergestalt am Rheinufer, Düsseldorf

La cathédrale de Cologne (4)

IV

Montagne de granit, cathédrale pensée,
Où se meut tout un monde ainsi qu’une odyssée
De la terre et du ciel!
Pyramide chrétienne, entassement immense,
Où l’éternel présent sans cesse recommence
L’avenir éternel!

Dôme, palais de Dieu, comme, en ses nuits de flamme,
Le poëte parfois le bâtit dans son âme,
Architecte jaloux du monument vermeil
Qui jaillit maçonné de grands blocs de pensée,
Et dont la tête, au fond de l’infini dressée,
Assiste, avant l’aurore, au lever du soleil!

Six siècle tour à tour, de leurs mains acharnées,
Ont sur ton dos de pierre entassés leurs années,
O vieux temple germain!
Sans que leur fardeau pèse à ta voûte béante.
Atlas aurait ployé son épaule géante
Sous leur poids surhumain.

Rien n’a pu t’ébranler, ô formidable ouvrage!
Ni le souffle des vents, ni l’aile de l’orage.
On dirait qu’à tes pieds le temps s’est arrêté;
Il ébrèche sa faux sur tes angles de pierre,
Et les vagues des ans s’y brisent en poussière
Comme le flot humain contre l’éternité.
Vingt générations ont passé sur tes dalles,
Evêques, empereurs, rois, qui sous leurs sandales
Courbaient l’humanité.
Tu les a vus briller tous ces astres du monde,
Si vains de leur néant, sous ton arche profonde,
Où Dieu seul est resté.

Ta fore gigantesque, ainsi qu’un mont sublîme,
Touche des deux côtés le fond du double abîme ;
Et sur tes noirs pignons, de brumes pavoisés,
Le vautour, en passant, craint d’abattre ses ailes,
Quand le soleil au soir allume tes prunelles
Et change en astres d’or tes vitraux embrasés.

Monuments merveilleux, vaste ruche de pierre,
Où bourdonne toujours le bruit de la prière
Et que rien n’égala,
On t’admire au couchant, on t’admire à l’aurore ;
Et tu n’es cependant rien qu’une ébauche encore! –
Mais, quand tu seras là

Avec tes séraphins aux têtes étoilées,
Et tes anges rêveurs, et tes vierges voilées,
Et tes martyrs, le front cerclé d’un nimbe ardent,
Les uns graves, le cour plein de hautes pensées
Dont ils suivent au ciel les ailes élancées,
Et les autres muets et parlant cependant ;

Quand la foi sainte aura, montant de cime en cime,
Mis, comme un diadème, à ton faîte sublîme
L’image de la croix,
Et qu’enfin achevée, immense et magnifique,
Tu porteras au front ce signe pacifique
Des peuples et des rois ;

Quand tu t’élanceras rayonnante, inouïe,
Comme une fleur superbe et tout épanouie ;
Quand tes clochers, dressant leurs aiguilles dans l’air
Et déchirant les plis du manteau des nuages,
Vaincront avec leur voix le bruit des grands orages,
Et croiseront au ciel leur flèche avec l’éclair ;

Quand tu seras debout, reine du vaste espace,
Regardant à tes pieds, où toute chose passe,
Le monde inférieur,
Dominant de tes tours, dans la nue abritées,
Les montagnes du Rhin par la foudre sculptées,
Ce burin du Seigneur, –

Strasbourg sera jaloux ; de Cordoue à Séville
Un sourd gémissemet ira de ville en ville :
“Le savez-vous, ma sœur? notre règne finit.”
Triste et penchée au bord de l’Escaut, son grand fleuve,
Anvers regardera pleurer, comme une veuve,
Sa cathédrale en deuil dans ses murs de granit

On n’aura jamais vu rien de pareil au monde,
L’œil aura peine à suivre en sa hauteur profonde
Ton fût aérien.
Grenade gémira dans ses palais mauresques,
Et se dira, croisant ses bras chevaleresques :
“Mon Alhambra n’est rien!”

Montagnes du désert, aiguilles, pyramides,
Qu’assiège le simoun avec les vents numides,
Piliers d’Eléphantine aujourd’hui renversés,
Obélisques géans où le vautour qui passe
Descend et vient tenir ses haltes dans l’espace,
Te criront d’une voix : “Tu nous as surpassés!”

Athènes brisera ses mornes Prophylées,
Pæstum ira pleurant ses voûtes écroulées
Dont rien n’a survécu ;
Michel-Ange jaloux, de sa base de pierre
Voudra faire tomber le dôme de Saint-Pierre ;
Car tu l’auras vaincu!

(André van Hasselt)

La cathédrale de Cologne (3)

III

Des siècles entiers, artiste magnifique,
Tu restas endormi du sommeil pacifique
Que le chevet glacé des tombeaux donne aux morts.
Mais, du double linceul où le temps fit descendre,
Pour les cacher au monde, et ta gloire et ta cendre,
Grand homme, voici que tu sors!

Voici qu’enfin ton nom magique,
Comme un signe victorieux,
Au Panthéon de la Belgique
Vient resplendir à tous les yeux.
Lui, dont chercha long-temps notre âge
Les lettres d’or sur chaque page
Des vieilles archives du Rhin,
Du sépulcre de notre histoire
Il ressuscite plein de gloire,
Comme un fantôme souverain

L’oubli, lorsque la mort t’eut mis dans ton suaire,
T’enferma tout entier dans son morne ossuaire ;
Et quand le voyageur, à genoux, demendait
“Quelle ain t’a bâtie, ô cathédrale sainte
Qui de Cologne emplis presque toute l’enceinte?”
Ton œuvre seule répondait ;

L’œuvre éclose dans ton génie,
Dont ta main voulut jusqu’aux cieux
Tordre la spirale infinie
Comme un chemin mystérieux,
Et qui, parlant sa langue austère
A tous les peuples de la terre,
De l’Orient et du Couchant,
Déroule dans la nue altière
Son vaste poëme de pierre
Dont chaque colonne est un chant. (…)

(André van Hasselt)

La cathédrale de Cologne (2)

II

L’histoire, fleuve immense, où roule,
Avec de sourd mugissemens,
Sous le flot des hommes en foule,
Le gravier des évènemens.
Dans son lit aux rumeurs profondes,
Il charrie au cours de ses ondes
Les nations, les rois, les mondes,
Dont lui seul a le souvenir;
Et, pleins d’éclairs ou de ténèbres,
Les noms fameux, les noms célèbres,
Flottent dans ses vagues funèbres,
Vers l’océan de l’avenir.

Les préjugés et les croyances,
Les erreurs et les vérités,
Les rêves comme les sciences,
Les ombres comme les clartés :
Lois mortes, couronnes brisées,
Haillons de grandeurs méprisées,
Géans devenus des risées,
Débris de sépulcre et d’autel,
Gloire qui croule ou qui rayonne,
Tout se confond, tout tourbillonne
Dans ce lourd torrent qui bouillonne
Sous le souffle de l’Eternel.

Il va toujours ; rien ne l’arrête.
Chaque siècle y tombe à son tour,
Tout est sa proie et sa conquête.
Pour lui le passé n’est qu’un jour.
Il rattache au couchant l’aurore ;
Il pourrait nous dire, on l’ignore,
Ce qu’en l’œuvre humaine élabore
Le grand ouvrier Jéhova.
Il a la clé de chaque doute,
Et parfois révèle, en sa route,
Un mot au penseur qui l’écoute,
Sur ce qui vient ou qui s’en va.

Comme un bruit de l’Apocalypse
Il fait tonner sa grande voix.
Etoile ou peuple qui s’éclipse
Y vont s’engloutir à la fois.
Dans sa vague d’ombres remplie,
Plus d’une gloire qu’on oublie
Bien long-temps roule ensevelie,
Et dort des siècles de sommeil ;
Le flot sous un autre s’efface ;
Puis, s’il revient à la surface,
Le soleil lui fait à la face
Flamboyer un rayon vermeil.

Le voilà! c’est la chose ou l’homme
Qui renaît au jour ébloui.
Le monde regarde, le nomme,
Et bat des mains, criant : “C’est lui!”
Comme un plongeur qui sort de l’onde,
De la profondeur inféconde
Du tourbillon qui toujours gronde,
Il monte, une lumière au front.
Le voilà! C’est ton nom sublime
Qui des entrailles de l’abîme,
Aux cris de la foule unanime,
Jaillit, ô Gérard de Saint-Trond! (…)

(André van Hasselt)

La cathédrale de Cologne

I

O Rhin! ô Nil du Nord! ô fleuve d’Allemagne!
O vieux Rhin, dont le flot baptisa Charlemagne,
Le géant souverain,
Qui, façonnant l’Europe au moule de son rêve,
Se tailla son empire au tranchant de son glaive
Avec son bras d’airain !

Frère de l’autre Nil, avec tes rochers sombres,
Qui sur ton vert miroir entrechoquent leurs ombres,
Pyramides que Dieu te bâtit de sa main,
De tout ce qui fut grand les bords gardent les traces,
Rempart des nations, limite des deux races,
Borne du monde frank et du monde germain!

Tous les peuples, du bruit de leurs clairons sauvages,
Ont, comme une tempête, ébranlé tes rivages
Aux pitons verdoyans ;
Et, depuis deux mille ans, le burin des épées
Grave pour l’avenir toutes ses épopées
Sur tes pics flamboyans.

Le sang de Tolbiac a rougi ton écume,
Où du nom d’Attila l’éclair encore fume.
Sur tes monts de granit Rome brisa son char,
Et tous les conquérans sous qui trembla le monde
Sont venus abreuver leurs coursiers dans ton onde :
Charlemagne, Clovis, Napoléon, César.

Barberousse, endormi comme un aigle en son aire,
Ecoute, en frémissant, dans son lit centenaire
Ton murmure grondant ;
Car l’avenir du monde un jour doit se débattre
Sur tes bords, ô vieux Rhin, artère qui fait battre
Le pouls de l’Occident!

Tes souvenirs féconds font rêver les poëtes,
Tous le passé leur parle en tes roches muettes;
Et le penseur, l’oreille attentive à ta voix,
Dans ton flot large et vert voit des foudres reluire,
Et dans tes profondeurs entend, la nuit, bruire
Quelque chose de grave et de sombre à la fois.

C’est la voix, c’est le bruit des races écoulées,
Des générations par les siècles roulées
Dans ton gouffre obscurci.
C’est la vaste rumeur du crime et de la gloire,
Dont l’écho se prolonge en tes vagues. – L’histoire
Est un grand fleuve aussi. (…)

Das Gedicht von André van Hasselt (1806 – 19874) über den Kölner Dom und den “Nil des Nordens”, eine der seltenen belgischen Rheinhymnen, besteht aus insgesamt vier Abschnitten. Fortsetzung folgt.