Das Luser-Wible

triesen-je-t-aime_klEin Triesner hatte eine böse Frau, und der Mann liebte die Reinlichkeit nicht besonders. Das Weib nannte ihn mit Vorliebe “Luser”, dem Mann war es aber auf Dauer zu bunt, und im Zorn warf er seine Ehehälfte kurzerhand in den Rhein.
Solange es dem Weiblein möglich war, rief es aus den Wellen heraus noch immer “Luser, Luser”, und als ihm das Wasser schon in den Mund floss und es nicht mehr reden konnte, hob es die Daumen und Zeigefinger beider Hände in die Höhe und deutete die Bewegungen des Läusefangens an; so standhaft war sie.

(Otto Seger, Sagen aus Liechtenstein, Vaduz 1966. Bild: Heidi Starck)


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