In Gottes oder in Teufels Namen

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Eines Abends wurde am Triesner Oberdorf um zehn Uhr, wie es Brauch war, eine Spinnstube geschlossen, und die Unterdörfler fuhren mit ihren Schlitten heimzu. Ein Bursche lud sein Mädchen zur Fahrt ein.
“Ja, so fahren wir halt in Gottes Namen”, sagte es. “Fahr du in Gottes Namen, ich fahre in Teufels Namen”, war die Antwort, und dahin ging es. Bald fiel das Mädchen vom Schlitten, nahm aber keinen Schaden. Der Bursche aber konnte nicht mehr halten, fuhr geradewegs in den Rhein und ertrank elendiglich.
Digital StillCamera

(Otto Seger, Sagen aus Liechtenstein, Vaduz 1966. Bilder: Heidi Starck)


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Ein Kommentar zu “In Gottes oder in Teufels Namen”

  1. Heidi St.
    25. Oktober 2013 um 19:17

    Hab’s heut nachgeprüft, mit dem Velo, Schnee hat’s im Fürstentum grad einmal auf den Gipfeln. Bekam bei der Abfahrt ganz ordentlich Tempo, überholte sogar ein PKW, zur Sicherheit alles nur “in Gott’s Nama”. Bei der Hauptstrasse musste die Bremse gezogen werden, kam dennoch mit Schwung in den Kreisel und liess das Velo hernach leer laufen. Bis zum Rhein wär ich so niemals gekommen, nicht mal bis Kanal. Im Oberdorf gibt’s einen Brunnen zur Sage. Hab Fotos gemacht. Grüsse aus Liechtenstein!

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