Rheinancke

„Rheinancke, Albula, Laveret, ist ein schöner Fisch, mit gläntzenden silberweissen Schupen, etwas blaulich mit unterspielend, um die Augen hat er eine röthliche Farbe, einen weissen Bauch, auf dem Rücken zwo und unten drey Floßfedern. Er wird über zwey Spannen lang, streichet im Mertz, hält sich im Bodensee, auch im Atter- und etlichen andern grossen Seen, und wird vom Februar an bis in den May mit grossen Wathen, aber sehr sparsam gefangen. Frisch gekocht, wird er für ein gutes Essen gehalten, die meisten aber werden gedörret und also verführet. Die gedörrten Rheinancker dürfen nicht länger als ein weiches Ey sieden, sonst werden sie harte und spießig. Viele lassen sie nur eine halbe Viertelstunde in heissem Wasser weichen, da sie denn hernach mit allerhand guten Brühen zugerichtet, und auf die Tafel gegeben werden.“

(aus: Johann Heinrich Zedler, Grosses vollständiges Universal-Lexicon… Band 31, Halle, Leipzig 1742)


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2 Kommentare zu “Rheinancke”

  1. J. Jager
    6. Oktober 2013 um 11:36

    Sehr interessant, aber Rheinanke ist doch offensichtliche, wie ein berühmter Vorfahre von mir schon festegestellt hat, die Renke, eine im Oberdeutschen übliche Benennung einer Forellenart, welche sehr schmackhaft ist, ein überaus weißes Fleisch hat, aber im Augenblick stirbt, so wie sie aus dem Wasser kommt und höchst wahrscheinlich Salmo Wartmanni Bloch (siehe “Fische Deutschlands Tafel 105), welchen Bloch eigentlich Blaufelchen nennt, wie er bis heute heißt und auch sagte, daß er im vierten Jahr Rhenken genannt würde. Mit freundlichen Grüßen, Jürgen Jager

  2. Johann Adelung
    18. Oktober 2013 um 10:11

    “Die Rheinanke, plur. die -n, der Oberdeutsche Nahme eines eßbaren Fisches, mit glänzenden silberweißen Schuppen, welche ein wenig blau mit unterspielen, einem weißen Bauche, und auf dem Rücken zwey, unten aber drey Floßfedern. Er wird über zwey Spannen lang, und hält sich besonders im Bodensee, vielleicht auch in dem Rheinstrome, auf, wo er auch Rheinlanke oder Seeforelle genannt wird. Vermuthlich ist er eben der Fisch, welcher im mittlern Lateine unter dem Nahmen Anchora und Anchorago vorkommt. Destinet carpam Danubius, heißt es bey dem Senat. B. 12, Br. 4, a Rheno venias anchorago exormis, tonsicula quibuslibet laboribus offeratur (S. des Du Fresne Gloss.) Indessen behauptet Carpentier, daß Anchora das weibliche Geschlecht des Lachses sey, welches im Französ. ehedem Ancreul und Ancroeul genannt worden, jetzt aber Beccard heiße.” So stimmts denn wohl. Mit freundlichen Grüßen, Johann Adelung

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