Der Rhein bei Basel: hoelert das ertreich vnd fuellet es dann mit wind vnd wasser

BAsel ist ein weyte vnd fast namhaftige statt schweyzerlands an eim koenigclichen ende erpawt. dann so diese statt lateinisch genennt wirdt so ist es nach art des kriechischen gezuengs souil als koenigclich gesprochen. Oder aber diese statt hat iren namen von dem mangel der grundfeste auß vrsachen der vilfeltigen erdpiden. vnd auß bedeuetnus des lateinischen namens dieser statt. wiewol man in der gemainde sagt. das ettwen ein Basilisck alda verborgen gelegen sey von dann her diser statt ir namen entstannden vnd bliben sey. Der Rhein fleueßt schier mitten durch dise statt. Doch ist darueber ein prugt von einem teyl zu dem andern. Derselb fluss des rheins entspriengt in dem gepirg vnnd wirdt durch mancherlay anstoeße zwischen gehen scharpffen felsen also eingezwengt das er einen erschrecklichen saws von ime gibt. Sunderlich fleueßt er bey Schafhawsen mit großer ongestuemigkeit vberwaltzende. vnd vnder dem stettlein Lauffenberg wirdt er mit felsen also eingedrenngt das er vor zwancksale vnd gestoeße als ein weisser schaym erscheint. Von dannen rynnet er grawsamlich schaymende in weytem schlund bis gein Basel. diselben statt vnd prugt heymlich beschedigende, dann er floeßet die gestadt hin. sucht newe genng. hoelert das ertreich vnd fuellet es dann mit wind vnd wasser. Daher koembts das dise stat mermals mit erdpidem beschedigt worden ist. Dise statt hat von dem rhein darauff man daselbsthin. vnd vo dannen in schiffen vil gueetere fueeret große nutzperkeit. Sant Ursula die heillige junckfraw hat auch (als die hystorien sagen) mit iren weggeferten von Coelne auff dem Rhein gein Basel auffgeschiffet. vnn wiewol der Rhein den die dabey wonen zuzeiten vil schadens zufueegt so gibt er inen doch einen fruchtpern erdpodem. Diser statt ist in vnszern zeiten mit zygelstaynin mewrn. fast schoenen behawsungen. groszen cloestern vnd kirchen. mit weyte spitalen vnd andern einer statt nottuerftigen dingen mit großem umbkrays vnd zynnen vnd mit tieffen greben geziert vnd befestigt vnd hat zwischen den pergen ein weyte feldung. an getrayd unnd guotem wein fast fruchtper. Aber wiwol in diser loehlichen vnd alten statt vil anzaigung vnd vberbleibung ser alter gepew erscheinen so sind doch dieselben auß pawfelligkeit vnd erdpidem. auch auß alter also entstelt das man nicht erkennen kan was gestaltnus vnd zu welchem geprauch dieselben gepewe gemacht gewesen seyen. Aber dise statt ist wunderperlich geauffet vnd nach dem erdpidem wider erpawt. vnnd zu vnßern zeitten daselbst ein hohe schuol auffgericht. Dise statt ligt im Elßas ettwen Sweitz genant ettwen in galliaz yetzo in teuetsche land gehoerende. Als Ludwig der Viennisch delphin die von Basel schier mit aller Gallischen ritterschaft vberfiele do schickten die schweitzer ire aydgenossen (…) woltuechtiger mann zu hilff. davon hernach weyter meldung beschiht. Dise statt hat zwu seyten. In der groeßeren seyten sind drey berg. auff dem einen ist die bischoflich kirch. der heilligen junckfrauen marie thumstift mit hilff des seligen kaiser heinrichs des anderen gezieret. Auff dem andern wonen die geregelten chor herrn zu sannt Leonhart. Auff dem dritten ligt sant Peters kirch. Das erst closter mit der ebbtey zu sannt alban ligt an der spitz diser stat. In diser seyten haben auch die parfuoßer augustiner vnd prediger brueed ire cloester. vnd die creuetzherrn on teuetschen herrn ire hewßer. auch die closter frawe zu sant Katherinen. zu sant Claren. vnd zu sant Marian magdalenen ire cloester. Aber in der klainen seyten ist ein fast treffenlichs cartheueßer closter vnd sant Theodora vnd sant Niclasen kirch vnd andere gotzheueßer. In diser statt ist auch nicht wenig heyligthumbs.

(Aus der Schedel’schen Weltchronik von 1493)


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