Presserückschau (August 2013)

Der August bescherte dem Sommerloch veritable Rheinquallen, doch was passiert? Die Presse berichtet einfach nicht! Überhaupt spielten sich beinahe alle relevanten Rheinmeldungen des Monats in Köln, einer auf mittlere bis ernsthafte Katastrofen spezialisierten Metropole, ab:

1
“Zwei Tage nach der Kollision zweier Schiffe auf dem Rhein steht fest, dass die Ruderanlage des Ausflugsschiffs Willi Ostermann intakt war. Der Kapitän hatte behauptet, das Ruder sei ausgefallen. Das Schiff war am Samstag ungebremst mitten auf dem Fluss gegen den 95 Meter langen belgischen Salz-Frachter Brizo geprallt. Eine Hochzeitsgesellschaft war mit rund 150 Gästen an Bord, acht mussten mit Schnittverletzungen, Prellungen und Schürfwunden behandelt werden.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

2
Zwei Darstellungsweisen eines tragischen Vorfalls:
“Ein Angler hat einen britischen Touristen aus dem Rhein bei Köln gerettet. „Der Mann hatte auf einmal heftigen Zug auf seiner Angel“, sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstagmorgen. Das sei aber kein dicker Fisch gewesen, der daran gezappelt habe, sondern ein 20 Jahre alter Tourist von der Insel. Der Angler zog den hilflosen Briten daraufhin an Land.” (Focus)
“Aus Zeugenbefragungen ergebe sich nun ein neues Bild vom Ablauf, sagte ein Polizeisprecher. Demnach haben die beiden englischen Touristen (20, 22) im Wasser einen Wettlauf entlang der Buhne Richtung Flussmitte gemacht. An einer Stelle fällt der Untergrund plötzlich steil ab. Die Männer verloren buchstäblich den Boden unter den Füßen und gerieten in Panik. Der 20-Jährige hielt sich geistesgegenwärtig an der Schnur einer Angel fest, die ein Angler auf der Buhne aufgestellt hatte. An der Rute ist eine Glocke befestigt, die bimmelt, sobald ein Fisch anbeißt. Der Angler saß einige Meter weiter und grillte, als er die Glocke klingeln hörte. „Er lief zu der Angel, sah den Mann im Wasser, sprang sofort in den Fluss und zog ihn raus“ (…). Für den 22-Jährigen dagegen kam jede Hilfe zu spät. Er ging unter und trieb vermutlich ab.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

3
“Niedriger Wasserstand, offensichtlich unvorsichtige Schiffsführer und ein Rheinabschnitt in Köln, der als „Deutzer Platte“ dieser Tage traurige Berühmtheit erlangt hat: Nachdem innerhalb von zwei Tagen vier Schiffe auf Grund gelaufen sind, musste die am stärksten befahrene Wasserstraße Europas mehr als 36 Stunden gesperrt werden.” Woher der Begriff Deutzer Platte aufgetaucht ist, bleibt unklar, fest steht jedoch, daß er den Bereich zwischen Severinsbrücke und Deutzer Brücke bezeichnet. (Kölner Stadt-Anzeiger)

4
Die Kölner Nachrichtenfalanx wird von lediglich einer bezeichnenden Meldung des Südkuriers flankiert: „Ein Schwan wurde (…) am Rhein bei Weil am Rhein von einem freilaufenden Hund angegriffen und schwer verletzt. (…) Der Schwan war durch den Angriff des Hundes so schwer verletzt worden, dass er vom zuständigen Jagdpächter von seinen Leiden erlöst werden musste.“

 


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