Weltrekordversuch mit Übermensch-Methode

Polyfasische Schlafmuster und Übermensch-Methode: es läuft seit heute mal wieder ein Weltrekordversuch auf dem Rhein. Ein solcher braucht nicht nur monatelange Vorbereitung, sondern, um von den Medien wahrgenommen zu werden, vor allem einen Slogan: „Erfolgreich auf der Welle deines Lebens!“ lautet der von Chris Ley, der auf einem sogenannten Stand Up Paddle Board (SUP), einer Art Surfbrett, den Rhein „von der Quelle bei Chur“ (wie der WDR recht großzügig berichtet) bis zur Mündung bei Hoek van Holland in sieben Tagen und Nächten stehend mit einem Stechpaddel bewältigen möchte. Das wäre die schnellste Zeit, in welcher die Distanz offiziell von einem Paddler durchmessen wäre.

Stand Up Paddling gilt unseren Medien als „Trendsport aus Hollywood“. Die Ursprünge des Sports, weiß Wikipedia, seien tahitisch bzw hawaiianisch: Hoe he’e nalu lautet die hawaiianische Bezeichnung für das Stehendpaddeln auf dem Brett. Das allerdings als langwieriger gilt als das Paddeln etwa im Kajak.

Leys Start ins Weltrekordabenteuer war heute (geplant für 6.30 Uhr) irgendwo in Chur. Sein Brett sollte geeignet sein, die Schnellen des Alpenrheins gleichsam surfend zu bewältigen. Das Tagebuch des Rekordversuchs gibt für heute noch keine Auskünfte über den Start und die ersten Kilometer. Überhaupt ist der letzte Eintrag bereits drei Tage alt. Etwas näher am Geschehen sind Leys Facebook-Einträge. Ob die im Vorfeld antrainierte „Übermensch-Methode“ (nämlich pro Rekordversuchtag nur zwei Stunden zu schlafen und ansonsten durchzupaddeln), dem Sportsmann wirklich Zeit freischaffen wird, noch Tagebuch zu führen, werden wir jedenfalls mit nicht geringem Interesse verfolgen. Auch ein Kitetracker auf Leys Website, mit dem seine Position (“rheinchallenge”) zu verfolgen sein soll, liefert derzeit keine Daten.


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Ein Kommentar zu “Weltrekordversuch mit Übermensch-Methode”

  1. Stan Lafleur
    6. September 2013 um 13:48

    „Stand up-Paddler Ley knackt Rekord“ schlagzeilt der Kölner Stadt-Anzeiger am 6. September 2013 und fährt fort: „Überglücklich aber total erschöpft beendete der Kölner Stand up-Paddler Chris Ley seine selbstgesteckte Rhein-Challenge: In 9 Tagen, 9 Nächten, 4 Stunden und 45 Minuten gelang es ihm den gesamten Rhein, von der Quelle bis zur Mündung, stehend auf einem Surfbrett zu durchpaddeln. Mit dieser Mammutleistung verdrängt Ley seinen Schweizer Kollegen und bisherigen Rekordhalter, Thomas Quandt, der die selbe Strecke zuvor bereits in 20 Tagen geschafft hatte.“
    Eine beachtliche Leistung, falls sie sich so ereignet hat, auch wenn der ursprünglich angekündigte Weltrekordversuch, die 7 Tage, 10 Stunden und 16 Minuten des Kajakfahrers Corrado Filipponi für dieselbe Strecke zu unterbieten, um gut eindreiviertel Tageslängen verfehlt wurde.
    Lange war nichts zu hören gewesen von Chris Ley, der sich angeblich am 26. August bereits auf die Strecke gemacht hatte, ein Startdatum, das der Stadt-Anzeiger jedoch nicht nennt, genausowenig wie im Artikel von einem präzisen Ankunftstag in Rotterdam die Rede ist. Täglich hatte rheinsein seit dem 26. August nach Chris Ley Ausschau gehalten, lange ohne Erfolg. Denn das GPS-Tracking seines SUP „rheinchallenge“ war zu unseren Aufrufzeiten stets außer Betrieb. Am vergangenen Dienstag, dem geplanten Tag seiner Rotterdamer Ankunft, erwischten wir „rheinchallenge“ schließlich erstmals online: mit „Highspeed“ ca. 88 km/h war das SUP auf der Industriestraße (einer Asfaltstraße), die in Köln die Fordwerke durchschneidet, zu verorten.

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