Presserückschau (Juli 2013)

Das Sommerloch hat fast alle nennenswerten rheinischen Nachrichten verschluckt. Neben der üblichen Sommerberichterstattung über die zahlreichen Rhein in Flammen-Veranstaltungen, einem auf Grund gelaufenen Tanker (ein gutes Stückchen oberhalb der Loreley, somit außerhalb jeden Mythoseinreihungsverdachts) und dem traurigen saisonalen Anstieg der Badeunfälle (“Schwimmen im Rhein ist wie Joggen auf der Autobahn”) zischte so gut wie nichts an rheinischen Meldungen durchs Netz:

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Der mißlichen Faktenlage widmete sich schließlich das Satire-Magazin Der Postillon und bescherte am 23. Juli die lange ersehnte verwertbare Meldung: “Wie die Regierung heute bekanntgab, haben deutsche Behörden am Wochenende ein Krokodil in den bei Badegästen beliebten Nebenarmen des Rheins ausgesetzt. Ziel sei es, das drei Meter lange Tier für die nächsten vier bis sechs Wochen zum Nachrichtenthema des Sommers zu machen und so unliebsame Skandale aus den Schlagzeilen zu verdrängen. ”Noch können Sie so viele kritische Fragen stellen, wie Sie wollen”, verkündete Regierungssprecher Steffen Seibert vor versammelten Journalisten. “Aber schon bald werden Kinder beim Spielen das Krokodil sichten und Deutschland ins Sommerloch stürzen. Wir alle wissen doch, womit Sie dann ihre Titelseiten füllen werden.”"

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Daß Grills längst nicht immer ok sind, ist bekannt. Der oder die Verursacher der folgenden Meldung sind weiterhin unbekannt: “Entlang des Rheinufers zwischen der Insel Grafenwerth bis Königswinter wurden große Mengen altes Frittierfett angeschwemmt. Offensichtlich wurde das Fett in großem Stil illegal in den Rhein entsorgt. Das teilte (…) die Stadt Bad Honnef mit. Die Wasserschutzpolizei Köln nahm Proben des angeschwemmten Unrats und hat (…) die Ermittlungen aufgenommen. Infolge der hohen Temperaturen hatten sich die Anschwemmungen zwischenzeitlich aufgelöst, so dass die Uferbereiche wieder uneingeschränkt nutzbar sind.” (General-Anzeiger)

Damit hatte es sich dann auch mit Juli-Meldungen. Neben den Meldungen gab es allerdings noch einen sehr lesenswerten, weil detailreichen und somit vorbildlich sommerlochstopfenden Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger über die Pflanzenpopulation auf dem Kölner Dom: “Dass er heute dunkelbraun bis schwarz gefärbt ist und nicht mehr hellbeige, wie er es ursprünglich war, hat (…) weniger mit dem Schmutz und Staub der Stadt zu tun, als mit der rund 1000 Tonnen schweren Biomasse, die auf ihm lebt – ihr Gewicht entspricht etwa dem von 200 afrikanischen Elefantenbullen.”


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