Rotterdam: All you meet on the road salute you

„Never did common fame more grossly vary from the truth than in the English accounts of Holland. They tell us of a dirty, slovenly, unpolished people, without good nature, good manners, or common decency; whereas the very first thing that must strike every one that has eyes, and that before he has gone an hundred yards from Rotterdam Haven, is that this is the cleanest place he ever saw in his life, there being scarce a speck of dirt to be seen either on the doors or steps of any of the houses or on the stones of the street. And all the natives he meets, whether men, women, or children, are of a piece with the place they live in; being so nicely clean from head to foot, both in their persons and clothes, as I have seen very few in my life even of the gentry in England. There is likewise a remarkable mildness and lovingness in their behavior. All you meet on the road salute you. Every one is ready to show the way, or to answer any questions, without anything of the English surliness. And the carriage as well as dress of all the women we have yet seen is exactly modest and altogether natural and unaffected.“ (John Wesley)

Vor bald 300 Jahren schrieb John Wesley über das schmutzige Köln und das geleckte Rotterdam (heute sind beide Städte Partnerstädte), die jeweilige Mentalität der Einwohner. In Rotterdam hatten wir vorwiegend mit allochthonen Bürgern zu tun, Männern ausschließlich, die, sobald sie unser ausländischen Kennzeichen entdeckten, vom Straßenrand oder vom Steuer ihres Wagens auf der Nebenspur, lautstark auf sich aufmerksam machten, uns freundlich nach unseren Absichten fragten, und in der Folge sehr schnell: ob wir „etwas bräuchten?“ Sicher, brauchen läßt sich fast immer „etwas“ – unsere Antworten jedoch bewegten die jungen Männer erstaunlicherweise stets dazu, freundlich lächelnd den rechten Daumen emporzustrecken und zügig das Weite zu suchen, bzw. ostentativ am Straßenrand zurückzubleiben, eine Grußform, die wir schnell übernahmen, die Ehre der zahlreichen Begrüßungskomittees adäquat zu erwidern. Ja, die Rotterdamer sind freundliche Leute, nicht nur die allochthonen, welche in Kürze die Mehrheit stellen dürften, die autochthonen sind es nicht minder, allerdings in zurückhaltenderer Manier: die ohnehin recht hochpreisigen Rotterdamer Parkuhren akzeptieren lange nicht jedes Zahlungsmittel, was uns zu stundenlangem Cruisen bewegte, bis wir schließlich auf einen autochthonen Geschäftsmann trafen, der uns, nachdem wir ihn auf unser Problem angesprochen hatten, großzügig Parkzeit zur Verfügung stellte. Wohl mögen die Rotterdamer das touristische Parkplatzproblem noch locker nehmen – wir sahen bei mehrstündigem Cruisen gerade einmal zwei weitere Wagen mit ausländischen Nummernschildern. Sollten aber die Massen nach Rotterdam einfallen, welche diese Stadt schon aufgrund ihrer wirren Architektur verdient, könnte das allseitige Problem der Parkplatzschnorrerei zügig überhand nehmen. Sauber sind heute nicht nur die Straßen in Rotterdam, sondern in ganz Holland. Bei autochthon wirkenden Kindern und Frauen fällt zudem ein hoher Anteil Weizenblondheit auf, was uns zu Spekulationen über ein partielles Blondheitsgebot verleitete.


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