Hoek van Holland

Die meisten Dokumentarfilme über den Rhein enden mit seiner Nordsee-Einmündung bei Hoek van Holland, einem Dörfchen hinter den Dünen. Interessanterweise sehen die Niederländer dort garnicht den Rhein einmünden, sondern die (Nieuwe) Maas, die am sogenannten Maasmond allerdings nicht mehr (Nieuwe) Maas, sondern Nieuwe Waterweg heißt. Tatsächlich fließen durch den Nieuwe Waterweg, einen tief ausgehobenen Schifffahrtskanal des gigantischen Rotterdamer Hafengefüges, Rhein- und Maaswasser gemeinsam in die Nordsee (bzw. fließt bei Flut die Nordsee in Rhein/Maas). Von wo bis wo der Nieuwe Waterweg heißt wie er als artifizieller Rheinfortsatz nunmal heißt: auch darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Über die komplizierten Strukturen der Wasserläufe des Deltas und ihre verwirrenden Bezeichnungen gibt dieser Wikipedia-Artikel einigen Aufschluß.

rheinsein jedenfalls hält sich zugute, am 10. Juli 2013 bei Hoek van Holland erstmals und tatsächlich den Rhein mit eigenen Augen in der Nordsee aufgehen gesehen zu haben. Südlich des Kanals eiferten gottesanbetende Roboterkräne der Petroleumhäfen, nördlich davon begann ein breiter, von Dünen begrenzter, kaum bevölkerter, dafür mit zahlreichen gastronomischen Angeboten gesäumter Sandstrand. Eine unstete Meeresbrise fabrizierte Sandwehen, bald rieselten wir selber und fühlten uns den Dünen nah verwandt.

nieuwe-waterwegBlick auf den Nieuwe Waterweg und Rotterdamer Hafen von Norden. Auf dieser Seite befindet sich ein Pier, der weit ins Meer hinausreicht.

golfslagEin Schild warnt vor Wellenschlägen, die von Ozeanriesen ausgelöst werden können.

maasmond_2Bewacht von Windspargeln ergießt sich, mäßig spektakulär, der Rhein ins Meer.


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